Leserbrief

Leben wir unser Leben wie vor Corona

Zum Leserbrief «Schluss mit der Hysterie», Ausgabe vom 18. Mai

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Man kann den von Herrn Kunz gemachten Aussagen nur absolut zustimmen. Anhand der aktuellen tiefen zweistelligen Neuinfektionszahlen kann man sehen, dass das Ansteckungsrisiko minim und im normalen Leben vernachlässigbar ist, sofern die Hygieneregeln eingehalten werden. Vor allem aber sieht man es daran, wie viele aktiv Infizierte in der Schweiz überhaupt noch unterwegs sind.

Im Gegensatz zu der immer wieder in den Medien verbreiteten und zur Einschätzung der Gefahr irrelevanten Anzahl der an Corona Infizierten seit Ausbruch des Virus, ist die Zahl der aktiv Infizierten ausschlaggebend. Das sind diejenigen, die eine Person überhaupt noch anstecken können, wenn man diesen begegnen sollte. Die aktiv Infizierten erhält man, wenn von den total 30618 Infizierten seit Ausbruch von Corona in der Schweiz (Stand 20. Mai) die 27700 Genesenen sowie die 1891 Verstorbene abzieht. Von diesem Zwischenergebnis von 1027 sind noch die sich im Spital befindlichen 495 Patienten abzuziehen. Das Resultat sind 532 Personen in der ganzen Schweiz, von denen noch eine Infektionsgefahr ausgeht und welche sich frei auf den Strassen bewegen können.

Ziehen wir noch diejenigen ab, die in Quarantäne sind, und nehmen wir noch einen Graubereich von Personen hinzu, welche nicht in den offiziellen Zahlen enthalten sind, kommen wir auf total rund 1000 Personen, die potenziell gefährlich für den Einzelnen werden können. Das im Verhältnis zu den 8,7 Millionen Einwohnern der Schweiz. Wir müssten also 8700 Menschen begegnen, bis wir nur einen mit Corona-Ansteckungsgefahr sehen. Um uns dann anzustecken, müssten wir in engen Kontakt mit diesem treten und dann auch noch die Hygieneregeln missachten. Die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken, ist also heute relativ gering, absolut und verglichen mit dem Höhepunkt Anfang April, als das Risiko 15-mal grösser war, da zu diesem Zeitpunkt noch 15000 aktiv Infizierte registriert waren. Den Schluss, den wir aus diesen Zahlen ziehen müssen, lautet: Hören wir auf, uns Angst zu machen und machen zu lassen, beachten wir die Hygienemassnahmen, gehen wir hinaus und leben unser Leben wie vor Corona. Wenn wir das nicht schaffen, werden die wirtschaftlichen Auswirkungen und die daraus resultierenden sozialen Folgen der Massnahmen gegen das Coronavirus die gesundheitlichen bei weitem übertreffen.

Carlo Lusser, Zug