In Hünenberg entsteht neuer Lebensraum für bedrohte Tiere

In der Schachenwiti in Hünenberg sind mehrere Weiher für Amphibien und Insekten gebaut worden.

Cornelia Bisch
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Fern ab der Strasse werden die Flachgewässer auf der Schachenwiti in Hünenberg zahlreichen Tier- und Pflanzenarten geschützten Lebensraum bieten.

Fern ab der Strasse werden die Flachgewässer auf der Schachenwiti in Hünenberg zahlreichen Tier- und Pflanzenarten geschützten Lebensraum bieten.

Bild: Matthias Jurt (1. Oktober 2020)

Ihm liege dieses Weiherprojekt besonders am Herzen, gestand Baudirektor Florian Weber anlässlich einer Begehung der Baustelle auf der Schachenwiti in Hünenberg, die in den nächsten Tagen geräumt wird. «Viele solcher Feuchträume wurden zerstört und damit auch der Lebensraum unzähliger bedrohter Tierarten.» Da Zug als Voralpenkanton relativ viele Feuchtgebiete habe, obliege ihm auch die Verantwortung für die Realisierung solcher Umweltprojekte.

Baudirektor Florian Weber liegt der Naturschutz am Herzen. Auf dem Bild: Florian Weber (Regierungsrat)

Baudirektor Florian Weber liegt der Naturschutz am Herzen.
Auf dem Bild: Florian Weber (Regierungsrat)

Bild: Matthias Jurt
(Hünenberg 1. Oktober 2020)

Im kommunalen Naturschutzgebiet Schachenwiti nahe der Reuss entstanden in den vergangenen Monaten zwei flache Weiher mit vier kleineren Flutmulden. Nach Abschluss der Arbeiten werden diese der Natur überlassen und lediglich noch vor dem Verlanden geschützt. Grundwasser und Regenfälle werden die Weiher ausreichend bewässern. So entstehen Stillgewässer, wie sie von zahlreichen Amphibien- und Insektenarten bevorzugt werden. «Es sind Weiher mit schwankendem Wasserstand, die im Winter auch mal austrocknen dürfen. Die Amphibien lieben das», erläuterte Stefan Rey, verantwortlicher Projektleiter beim Kanton Zug. «Es sind geschützte Rückzugsorte für die Tiere. Dass Leute hier ihren Cervelat braten, ist nicht die Idee.» Anders beispielsweise am Chamer Bibersee, der frei zugänglich sei und ein schönes Naturerlebnis biete.

«Die Weiher sind geschützte Rückzugsorte für die Tiere. Dass Leute hier ihren Cervelat braten, ist nicht die Idee», betont Stefan Rey, verantwortlicher Projektleiter beim Kanton Zug.

«Die Weiher sind geschützte Rückzugsorte für die Tiere. Dass Leute hier ihren Cervelat braten, ist nicht die Idee», betont Stefan Rey, verantwortlicher Projektleiter beim Kanton Zug.

Bild: Matthias Jurt
(Hünenberg, 2. Oktober 2020)

Die Weiheranlage auf der Schachenwiti ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Hünenberg, des Kantons und des Bundes im Umfang von 30000 Franken. «Wir erhielten zudem 10000 Franken aus dem Esaf-Nachhaltigkeitsfonds», informierte Rey erfreut. Grundeigentümerin ist die Korporation Hünenberg.

Seltene Pflanze entdeckt

Im Kanton Zug gebe es derzeit 126 Naturschutzgebiete, so Rey. «Es werden vor allem Amphibien, Reptilien, Fledermäuse und Pflanzen geschützt.» Aber natürlich würden auch viele andere Tierarten davon profitieren. Eine besonders seltene Pflanze sei sogar beim Ausheben der Weiher auf der Schachenwiti entdeckt worden. «Es handelt sich um die sehr kleine, eher unscheinbare Sumpfquendel-Pflanze», erläuterte Rey, wie Botaniker des nationalen Daten- und Informationszentrums der Schweiz Info Flora festgestellt hätten. «Die Pflanze wurde vorsichtig ausgehoben und während der Grabungsarbeiten beiseite gelegt.» Nach Fertigstellung der Anlage könne sie sich wieder ungehindert ausbreiten. «Damit haben wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen», scherzte der Projektverantwortliche. Nicht nur zwei, wie sich herausstellte. Denn ein Teil der ausgehobenen Lehmschicht wird gemäss Rey für ein weiteres Naturschutzprojekt in Baar zwischengelagert, das im kommenden Winter realisiert wird.

Beim Weiherprojekt Schachenwiti handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Gemeinde, Kanton und der Korporation Hünenberg. Im Bild (von links): Hubert Schuler (Gemeinderat Hünenberg), Stefan Rey (Projektleiter Kanton), Chantal Weibel (Forstchefin der Korporation Hünenberg) und Florian Weber (Baudirektor).

Beim Weiherprojekt Schachenwiti handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Gemeinde, Kanton und der Korporation Hünenberg. Im Bild (von links): Hubert Schuler (Gemeinderat Hünenberg), Stefan Rey (Projektleiter Kanton), Chantal Weibel (Forstchefin der Korporation Hünenberg) und Florian Weber (Baudirektor).

Bild: Matthias Jurt
(Hünenberg, 1. Oktober 2020)
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