LEHRERBESOLDUNG: Die Lehrerlöhne sind einmal mehr ein Streitobjekt

Eine Motion verlangt, dass bei den gemeindlichen Lehrern der Leistungslohn eingeführt wird. Die Debatte endet gleich wie eine frühere Lohndebatte im Rat.

Drucken
Teilen
Die Lehrer werden im Kanton Zug weiterhin «automatisch» befördert (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 11. Dezember 2015))

Die Lehrer werden im Kanton Zug weiterhin «automatisch» befördert (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 11. Dezember 2015))

Steter Tropfen höhlt jeden Stein. Dieser Weisheit folgend haben acht bürgerliche Kantonsräte im März 2016 eine Motion eingereicht, welche die Abschaffung der Automatismen bei der Beförderung der gemeindlichen Lehrer fordert. Ein ähnlich gelagertes Postulat – damals ist es um die Löhne der kantonalen Lehrer und der Zuger Polizisten gegangen – hat der Kantonsrat im vergangenen Oktober mit 44 Nein- zu 18 Ja-Stimmen deutlich abgewiesen. Doch die Diskussion über den zweiten Vorstoss in diesem Kontext zeigt, dass das Thema den Parlamentariern nicht gleichgültig ist, haben sich doch sieben Redner zu Wort gemeldet. 

Allen voran Peter Letter (FDP/Oberägeri), dessen Name in der Motion an erster Stelle steht. Sein Ziel und dasjenige seiner Mitstreiter sei «eine marktgerechte Entlöhnung», in der auch «die Leistung belohnt» wird. Das aktuelle Lohnsystem bezeichnet der Oberägerer als «extrem starr» und laufe nach dem System, «wer länger da ist, verdient mehr». Richtiger wäre es in seinen Augen, wenn speziell engagierte Lehrer, die «hohe Qualität» bringen, sich weiterentwickeln oder Schullager organisieren, schneller mehr verdienen». Er habe zwar nicht das Ei des Kolumbus gefunden, aber die Aussage «Nicht einfach, darum nicht machen», sei nicht zulässig. Mit-Motionär Karl Nussbaumer (SVP/Menzingen) sagt, dass «die sogenannten Schulhausleiter», diese Beurteilung ohne zusätzliche Mittel übernehmen könnten, «ansonsten muss man laut darüber nachdenken, ob man diese Schulhausleiter wieder abschaffen soll». Darauf kontert Esther Haas (Alternative-Die Grünen/Cham): «Die Abschaffung der automatischen Beförderung würde zu einem grossen Missverhältnis von Aufwand und Ertrag führen.» Sie fürchtet zudem, dass die Kosten dafür in die Millionen gehen würden. Zari Dzaferi (SP/Baar) ruft in Erinnerung, dass bei der Beurteilung auch «die Leistungen der Schüler gemessen werden» müssten, und er fährt fort: «Es bräuchte also mehr Tests und Bürokratie. Ich frage mich schon, ob gerade die Motionäre, die sich ja sonst sehr gerne brüsten, sich gegen die Bürokratie einzusetzen, gerade mehr Bürokratie möchten?»

Auch der Bildungsdirektor ist für den Status quo

Der Zuger Bildungsdirektor Stephan Schleiss hat im Vorfeld der Debatte noch mit Rektoren gesprochen und herausgehört, dass mit dem Leistungslohn in anderen Kantonen schlechte Erfahrungen gemacht worden seien. Er kommt zum Schluss: «Mit dem Systemwechsel wird es nicht besser, aber teurer.»

Auch die Mehrheit der Kantonsräte findet an der Motion keinen Gefallen und lehnt es mit 41 Nein- zu 23 Ja-Stimmen ab, sie für erheblich zu erklären.

Marco Morosoli
marco.morosoli@zugerzeitung.ch