Leserbrief

Leider fallen viele auf diese Schalmeiengesänge herein

Zum Leserbrief «Wir profitieren von Nachbarländern», Ausgabe vom 11. Juli

Drucken
Teilen

Cristian Cardoso hat auf meinen Leserbrief zur bedenklichen Haltung des Bundesrates reagiert. Er findet, dass die Schweiz durch die Personenfreizügigkeit von den Nachbarländern profitiert. Aus meiner Sicht soll die Schweiz weltoffen bleiben und weiterhin Handel und Beziehungen mit allen Ländern dieser Welt pflegen. Auch Zuwanderung soll möglich sein, aber die Schweiz bestimmt, wie viel und wer.

Unter dem Strich ist die Personenfreizügigkeit für die Schweizerinnen und Schweizer nachteilig. Das Wachstum unseres Bruttoinlandsprodukts pro Kopf seit Beginn der Personenfreizügigkeit liegt mit Ausnahme Italiens bereits deutlich hinter allen EU-Ländern zurück. Aggregiert hat die Schweiz zwar zugelegt, aber für die überwiegende Mehrzahl der Schweizer gilt dies leider nicht.

Für die Manager der Grosskonzerne, die mit günstigeren Arbeitskräften aus der EU ihre Erträge und Boni erhöhen, rechnet sich dies. Die Fakten liegen anders, als die Werbemaschinerie von Denkfabriken, Bundesrat und Parlament, Medien sowie aller Parteien von der Mitte bis ganz links verkünden.

Leider fallen viele Stimmbürgerinnen und -bürger auf diese Schalmeiengesänge herein. Tatsache ist jedoch, dass diese alle bereit sind, unsere Souveränität aufzugeben, wenn nur der Profit stimmt. Zuerst Ablehnung der Begrenzungsinitiative, dann Unterzeichnung des Rahmenvertrages. Dieser sieht vor, dass es keine flankierenden Massnahmen mehr geben wird. Die Schweiz muss dann auch sämtliche EU-Bürger wie Schweizer behandeln. Punkto Einkommen, Leistungen der Sozialversicherungen und Wohlstand steht die Schweiz im steilen Gefälle mit den EU-Staaten zuoberst – und kann nur verlieren. Und der jährliche Beitrag ans Budget dürfte über 15 Milliarden Franken betragen.

Der Schaden an unserer Umwelt durch diese massive Zuwanderung ist enorm, denn es kamen nicht 7000 pro Jahr, wie der Bundesrat damals prophezeite, sondern in 13 Jahren 1 Million. Seit 2007 wurde deshalb eine Fläche von 57000 Fussballfeldern zubetoniert, 454000 Wohnungen erstellt und 543000 neue Autos immatrikuliert, welche 9 Milliarden Strassenkilometer fahren. Zudem verbrauchen 1 Million Menschen 2 Milliarden Kilowattstunden Strom und 50 Milliarden Liter Trinkwasser.

Wo wollen denn die Gegner der Begrenzungsinitiative die Grenzen setzen? Bei 10, 15 oder erst bei 20 Millionen? Und die Umwelt? Alle Parteien nennen sich heute umweltbewusst. Wer gegen die Begrenzungsinitiative ist, ist nicht umweltbewusst. Oder ist nur umweltbewusst, wer Verkehrsschikanen baut, Benzinpreise erhöht oder Flugsteuern einführt? Diese Parteien demaskieren sich doch selbst. Es geht den Linken nur darum, ihr Heil in einer sozialistischen EU zu suchen, und die Mitteparteien dienen ihren Sponsoren, den meist ausländischen Konzernchefs, zu. Die souveräne und umweltbewusste Schweiz ist ihnen egal.

Felix Zulauf, Zug