LEIHMUTTER: Zwei Zuger Väter als Eltern anerkannt

Zwei schwule Männer aus dem Kanton Zug sind nun auch offiziell Eltern eines in Amerika gezeugten Leihmutter-Kindes. Die Eintragung nach Schweizer Recht ist möglich, obwohl Leihmutterschaft hier verboten ist.

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Zwei Zuger Vätter werden als Eltern anerkannt (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Zwei Zuger Vätter werden als Eltern anerkannt (Symbolbild). (Bild: Keystone)

Der Zuger Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst hat zwei Väter aus dem Kanton Zug als Elternpaar eines Kindes, welches in den USA von einer Leihmutter geboren wurde, anerkannt. Dies schreibt die Direktion des Innern des Kantons Zug in einer Mitteilung.

Die Eintragung der beiden Väter als gleichberechtigte Elternteile war möglich, weil sowohl das Kindswohl als auch die Würde der Leihmutter - analog dem Adoptionsrecht - gewahrt seien, heisst es in der Mitteilung.

Die Grundlage zu diesem Entscheid bildete ein vorgängig in den USA abgeschlossener Leihmutterschaftsvertrag zwischen der gebärenden Mutter und den Wunscheltern. Das Kind war mit Hilfe einer anonymen Eizellenspende und einer Leihmutter in den USA zur Welt gekommen. Die Samenspende erfolgte durch einen der Wunscheltern. Der Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst des Kantons Zug musste klären, wer als Eltern in das schweizerische Zivilstandsregister eingetragen wird.

Väter als Eltern geeignet

Gemäss Mitteilung sind nun beide Väter gleichberechtigte Elternteile. Voraussetzungen für die Anerkennung in der Schweiz waren, dass eine notariell beurkundete Verzichtserklärung der gebärenden Mutter mehr als sechs Wochen nach Geburt des Kindes vorlag.

Die Information über die gebärende Mutter, die anonyme Eizellenspende sowie den genetischen Vater wird im schweizerischen Personenstandsregister vermerkt und kann dem Kind auf seinen Wunsch bekanntgegeben werden. So wird das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung weitmöglichst gewahrt, heisst es weiter.

Leihmutterschaft ist in der Schweiz verboten. Deshalb gibt es Schweizer Paare, die ihren Kinderwunsch im Ausland erfüllen, weil Leihmutterschaft nicht überall verboten ist. Bei der Rückkehr in die Schweiz müssen die Wunscheltern bei den Zivilstandsbehörden ihre Elternschaft des im Ausland geborenen Kindes anerkennen lassen. Die Verfügung des Zivilstands- und Bürgerrechtsdienstes ist noch nicht rechtskräftig.

 Ende August  ist bekanntgeworden, dass zwei schwule Männer aus dem Kanton St. Gallen nach Schweizer Recht die ersten offiziellen Eltern eines Kindes von einer ausländischen Leihmutter geworden sind. Das kantonale Amt für Bürgerrecht und Zivilstand war allerdings nicht bereit, die beiden Männer als Eltern einzutragen. Das St. Galler Vewaltungsgericht korrigierte diese Verfügung und stellte das Wohl des Kindes an oberste Stelle.

pd/rem