Leserbrief

Lenkungsmassnahmen müssen gefördert und gefordert werden

Leserbrief zum geplanten Autobahn-Halbanschluss in Rotkreuz

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Das brisante Thema des Autobahn-Halbanschlusses in Rotkreuz wird nach wie vor äusserst kontrovers diskutiert. Die Rischer Kantonsrätin Helene Zimmermann macht Aussagen, welche teilweise unkorrekt sind. Sie schreibt, dass heute der gesamte Verkehr über die Begegnungszone via Lindenplatz, Chamerstrasse zur Autobahneinfahrt bei der Roche führt. Der neue Autobahnanschluss Süd werde die Begegnungszone entlasten und aufwerten. Dies ist eine Utopie, da der starke Verkehr im Rotkreuzer Zentrum vor allem Ziel- und Quellverkehr (Einkaufen, Post et cetera) ist und mit dem Autobahnanschluss nicht reduziert werden könnte. Zudem ist Helene Zimmermann der Meinung, mit dem Autobahnanschluss Süd werde die Hauptstrasse Risch-Buonas-Holzhäusern entlastet. Diese Aussage trifft allenfalls für den Abschnitt von Buonas nach Holzhäusern zu. Die Orte Buonas und Risch werden hingegen mit massivem Mehrverkehr rechnen müssen. Ihr Fazit am Schluss – da wir alle am Verkehr teilnehmen würden, hätten wir auch alle dessen Auswirkungen mitzutragen – ist für mich gedankenloser Zynismus, weder zielführend noch verantwortungsvoll. Die negativen Auswirkungen unseres Mobilitätsverhaltens sind bereits heute zu einer unerträglichen Belastung geworden. Mittragen alleine reicht nicht! Neue Ideen zur Reduktion des Autoverkehrs respektive für wirkungsvolle Lenkungsmassnahmen müssen mehrheitsfähig werden. Ein Recht auf jederzeit freie Mobilität besteht nicht, da dadurch unser Wohlstand gefährdet wird. Ein Hauptgrund, weshalb der Autobahnanschluss in den kantonalen Richtplan aufgenommen werden soll, ist die Verkehrssituation bei der Autobahnausfahrt und im Industriegebiet. Beim Forrenkreisel staut sich der Autoverkehr jeweils morgens und abends. Wegen rund 20 Stunden Staugefahr pro Woche (während den restlichen 148 Stunden fliesst der Verkehr problemlos) strebt der Gemeinderat eine sehr teure Lösung an. Das ist unnötig. Der Zuger Kantonsrat wird seine Verantwortung wahrnehmen und diese Verkehrsplanung korrigieren. Wie bereits mit der Hochschule erfolgreich umgesetzt, sollte der Gemeinderat mit den ansässigen Firmen mit konstruktiven Verhandlungen Lenkungsmassnahmen (Arbeitszeitmodelle, Homeoffice et cetera) fördern und fordern, welche die Verkehrsspitzen brechen würden.

Josef Kaufmann, Rotkreuz