Ausbildung
Zuger Lernende sammeln Erfahrung in Berliner Start-ups

Drei Wochen lang durften Lehrlinge aus Zuger Betrieben in der deutschen Hauptstadt arbeiten und in die Kultur der Grossstadt eintauchen.

Für die Volkswirtschafts­direktion des Kantons Zug: Ursula Kottmann
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02.09.2022, Berlin: Zahlreiche Besucher schauen sich neue Smartphone-Modelle auf der Elektronikmesse IFA an. Mehr als 1100 Aussteller zeigen auf der IFA die Neuheiten der Unterhaltungselektronik und der Hausgeräte. Foto: Monika Skolimowska/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

02.09.2022, Berlin: Zahlreiche Besucher schauen sich neue Smartphone-Modelle auf der Elektronikmesse IFA an. Mehr als 1100 Aussteller zeigen auf der IFA die Neuheiten der Unterhaltungselektronik und der Hausgeräte. Foto: Monika Skolimowska/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Monika Skolimowska / dpa

Zuger ICT-Lernende arbeiteten kürzlich für drei Wochen in Start-up-Unternehmen in Berlin. So konnten sie bereits während der Lehre internationale Berufserfahrung sammeln und ihren persönlichen und fach­lichen Horizont erweitern. Das Gewerblich-industrielle Bildungszentrum Zug (GIBZ) und TIE International organisieren für Berufslernende Arbeitseinsätze im Ausland. Die Auslandspraktika bereichern nicht nur die Lernenden, sie stärken auch die Schweizer Berufsbildung und ­erhöhen ihre Attraktivität.

Dieses Jahr wurden die Berufspraktika erstmals in Berlin durchgeführt. Mehrere Lernende der Firmen V-Zug, Info-Guard, TIE International sowie SIX Exchange Services nutzten diese einmalige Gelegenheit und nahmen daran teil. Sie lebten zusammen in einem Apartment und arbeiteten in prosperierenden Berliner Start-ups. Dazu zählt die Firma Fertilly, die die Prozesse zur Klärung von Fruchtbarkeit digitalisiert. Bei Rebolet hatten die Lernenden die Chance, im Entwicklungsteam mitzuarbeiten. Unternehmensidee ist dort der Verkauf von Restposten und Retouren aus dem E-Commerce-Geschäft, zum Beispiel von Amazon.

Die Lernenden waren begeistert von der Spontanität, dem hohen Tempo und dem ­locker-kollegialen Umgang in den multinationalen Teams. Nebst Hochdeutsch mussten sie auch auf Englisch kommunizieren. Da es in jungen Firmen noch wenig eingeschliffene Abläufe und fixe Strukturen gibt, waren von den Lernenden höchste Flexibilität, grosse Eigeninitiative und rasches Lernen von neuem gefordert – beispielsweise einer anderen Programmiersprache.

Eintauchen in die Kultur Berlins

Moritz, ein Masterstudent in Informatik, unterstützte die Lernenden während ihres Aufenthalts und begleitete die kulturellen und geschichtlichen Exkursionen. Sie tauchten ein in die Kultur und den Alltag Berlins, genossen die kulina­rische Diversität und das rie­sige Shoppingangebot, insbesondere in hippen Öko- und Secondhandläden. Die Lernenden wurden gar in der Schweizer Botschaft in Berlin empfangen und erhielten Einblick in die vielfältigen Aufgaben einer Auslandsvertretung.

Robin Röösli, Initiator der Stages in Berlin und zudem Head of Mobility bei TIE International, sagt dazu: «Ein Arbeitseinsatz im Ausland ist ein nützlicher Beitrag zur Ausbildung und hilft jungen Talenten, persönlich und fachlich zu wachsen. Genau das wollen wir erreichen.» Und Laura Moell, Mutter des Informatik-Lernenden André, meint: «Als Eltern sind wir sehr stolz, dass André für die Berlin-Wochen ausgewählt wurde. Wir haben erwartet, dass unser Sohn einerseits das Grossstadtleben Berlins und das Zusammensein in einer WG kennen lernt und sich ihm andererseits beruflich weitere Perspektiven eröffnen. Unsere Erwartungen wurden übertroffen und wir sind überzeugt, dass André für seinen Beruf und auch für sein Leben sehr viel gelernt hat.»