Leserbrief

Leser äussern sich zur Beschaffung neuer Kampfflugzeuge

Zur eidgenössischen Abstimmung vom 27. September

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Wer weiss, wie die Weltlage im Jahre 2050 aussehen wird? Wer weiss, ob die Schweiz dann in internationale Konflikte mit Bedrohungen aus der Luft einbezogen wird?

Das sind entscheidende Fragen im Zusammenhang mit der Beschaffung neuer Kampfflugzeuge. Nicht allein die heutige Bedrohungslage ist entscheidend. Etwas gar salopp könnte man sagen, Kampfflugzeuge braucht es heute nicht, vielleicht sogar auch nächstes Jahr nicht. Aber später? Im Jahre 2040 und 2050? Wie schnell Krisen sich entwickeln, sollte uns eigentlich die neuere Geschichte lehren. Dazu auch eine aktuelle Meldung: Die Nato hält Übungen über der Ostsee ab; ein russisches Kampfflugzeug fliegt zu ihrer Störung bis in den Luftraum von Dänemark.

Man muss wissen, dass der Luftraum über der Schweiz im europastrategischen Kontext von grösster Bedeutung ist. Wenn die Schweiz ihren neutralen Luftraum nicht selber schützt, werden mit Sicherheit andere dieses Vakuum füllen. Wollen wir unbehindert Kampfjets anderer Staaten über unseren Köpfen fliegen lassen? Wenn uns in späteren Jahren die Einsicht dämmern sollte, es wäre doch gut, eigene Kampfflugzeuge zu besitzen, wird es zu spät sein. Vom Beschaffungsbeschluss bis zur Einsatzfähigkeit vergehen etwa 10 Jahre. Wir wären hoffnungslos zu spät. Deshalb ist es dringend notwendig, jetzt – und nicht erst, wenn ein Krisenfall eintritt – zu beschliessen, Kampfflugzeuge zu beschaffen. Deshalb ein verantwortungsvolles Ja zum Kredit für die Beschaffung von Kampfflugzeugen.

Carlo von Ah, Zug


Wie es die Befürworter darstellen, brauchen wir einen neuen Kampfjet. Aber was für ein Flugzeug wird da gekauft? Gegenüber der neuen zukünftigen Kriegstechnik nützen uns diese Flugzeuge gar nichts mehr. Denn in den letzten Jahren hörte man oft, dass mehr als die Hälfte bis zwei Drittel der Schweizer Jets am Boden sind, wegen Software- oder elektronischen Problemen. Es waren nie alle einsatzfähig. Die neuen Waffen von Gegnern sind Cyber- Angriffe auf digitale Daten und alles steht still. Keine noch so teure Rakete kann mehr gegen eingedrungene Ziele abgefeuert werden, weil sozusagen ein digitaler Virus sie ausser Gefecht setzt. Alte Flugzeug ohne digitale Avionik und Technik werden noch fliegen können. Aber es gibt jetzt schon Strahlenwaffen, die vom Boden aus alles herunterholen können. Und es gibt sehr schnell neues, wie Laser-Plasma Kanonen, Hyperschall-Wirbelstrahl im Wasserstoff und anderes Furchtbares. Aber mit diesen Systemen könnten wir uns besser verteidigen als mit Jets, die mit den Nato-Netzwerken operieren, und wenn die nicht wollen, die unseren nicht aufsteigen lassen.

Wir sollten auch neutral agieren können, denn die Nato ist nun ein Angriffsverband und passt nicht zur Schweiz. Es ist aber auch eine Frechheit dem Steuerzahler eine Vorlage zur Abstimmung vorzulegen, ohne eine Angabe zu machen, was sie kaufen wollen und wo. Machen wir uns wieder abhängig von der USA und lächerlich? Und, dass unser Luftraum geschützt ist, das müssen sie nie glauben, die sogenannte Luftpolizei ist nur in den Bürostunden aktiv. Sagen sie immer noch ja zur Katze im Sack?

Anton Styger, Oberägeri


Am 27. September stimmen wir über die Anschaffung neuer Kampflugzeuge ab. Diese Abstimmung ist für unser Land wichtig und ein entsprechendes Ja dazu an der Urne zentral. Zu den Kernaufgaben unseres Staates gehört es, die eigene «Unabhängigkeit und Sicherheit» zu wahren. Dies ist auch in unserer Verfassung festgeschrieben. Nun braucht es dazu auch die entsprechenden Mittel. Die Luftwaffe – einer der Grundpfeiler für unsere Sicherheit – verfügt derzeit über eine Flotte von Oldtimer-Flugzeugen (Tiger) und eine Flotte von Maschinen, die bald dazu werden (F/A-18). Damit kann sie ihre Aufgabe nicht mehr wahrnehmen! Die Gefahren sind real, auch wenn sie für uns «weit weg» erscheinen. Auch die Gefahren einer Pandemie wurden lange unterschätzt: Machen wir nun den Fehler nicht noch ein zweites Mal. Ich möchte auch in Zukunft Sicherheit für die Schweiz, deshalb sage ich mit Überzeugung Ja zu einer starken Luftwaffe und empfehle jedem, dies auch so zu tun.

Marc Meyer, Zug


Meistens sind Bewohner anderer Länder beeindruckt, wenn ich ihnen von unserem politischen System erzähle. Es wird erstaunt festgestellt, dass unser kleines Land ohne Mitgliedschaft bei der Nato oder EU einen hohen Wohlstand und Sicherheit aufweist. Für die Wahrung dieser Unabhängigkeit, welche mich mit Stolz erfüllt, sind wir auf eine eigene, moderne Infrastruktur angewiesen. Die Kampfflugzeuge bieten dabei eine wichtige Komponente für den richtigen Schutz in jeder Situation, damit unser Land weiterhin eigenständig für die nationale Sicherheit sorgen kann und seine Souveränität wahrt. Deshalb stimme ich am 27. September Ja zur Beschaffung neuer Kampfflugzeuge!

Jill Nussbaumer, Cham