Leserbrief
«Ein Hohn und eine herbe Enttäuschung»

«Enttäuscht von Bund und Kanton», Ausgabe vom 4. Februar

Merken
Drucken
Teilen

Am Freitag, den 15. Januar 2021, verkündete der Bundesrat seinen Entscheid, dass ab dem darauffolgenden Montag, 18. Januar, der Shutdown verhängt wird. Als KMU mussten wir uns wieder innert kürzester Zeit organisieren, damit unsere Kunden und unsere Mitarbeiter nicht hängengelassen werden. Wir haben dann am 26. Januar online unser Gesuch um Kurzarbeit an das Amt für Wirtschaft des Kanton Zug eingereicht. Uns war beim Ausfüllen des Gesuches aufgefallen, dass wir nur das Datum vom 26. Januar eingeben konnten. Wir waren überzeugt davon, dass es selbstverständlich ist, dass die Leistungen logischerweise ab Beginn des Shutdowns zum Zuge kämen. Weit gefehlt, am 28. Januar erhielten wir die Verfügung vom Amt für Wirtschaft mit der Mitteilung, dass Leistungen erst ab 29. Januar ausbezahlt würden, da das Gesuch für Kurzarbeitsentschädigungen mindestens zehn Tage vor Beginn der Kurzarbeit eingereicht sein muss! Ein Hohn und eine herbe Enttäuschung. Wir mussten unser Geschäft nun zum zweiten Mal schliessen ohne eigenes Verschulden und dann werden wir KMU auch noch abgestraft, indem uns zehn Tage der Leistungen gestrichen werden!

Ich möchte die zuständigen Regierungsräte und sämtliche politischen Vertreter bitten, solche Machenschaften zur Diskussion zu bringen! Der Detailhandel und viele andere Branchen müssen schon genug kämpfen mit der schwierigen Situation, welche durch die bundesrätlichen Entscheide hervorgerufen wird. Zur gleichen Zeit wird aber von der Kantonsregierung mit Freude berichtet, dass die Steuereinnahmen im letzten Jahr sehr gut abgeschnitten haben, mit einem Eigenkapital von 1,014 Milliarden Franken und einem Finanzvermögen von 1,7 Milliarden Franken! Wo bleiben da die Solidarität und das Feingefühl gegenüber allen hart arbeitenden Mitarbeitern und deren Arbeitgebern? Ich möchte noch erwähnen, dass ich meinen Mitarbeitern die 20 Prozent der nicht gedeckten Lohnkosten aus der eigenen Kasse zahlen werde, dies im Respekt ihnen gegenüber und des grossen Einsatzes, welchen sie seit dem Lockdown von 2020 geleistet haben.

Daniel Luthiger, Inhaber Berge Pur Outdoor/Kaktus AG, Zug