LESERBRIEF
Es sind Wälder, keine Parkanlagen

Zum Leserbrief «Ein Urwald».

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Bravo, endlich wieder eine Foto- und Waldexpertin, die genau weiss, was die Fotografin oder der Fotograf und die Forstfachleute auf dem Zugerberg alles falsch gemacht haben. Unsere Wälder sind keine mit grossem Aufwand gepflegte Parkanlagen. Sie sind natürlich gewachsene Habitate. Da bricht auch mal ein Ast ab, fallen alte und kranke Bäume um oder werden vom Sturm gefällt. Da wachsen Jungwald, Sträucher und sogar Brombeerstauden. Das Altholz ist eine wichtige Grundlage für einen ausgewogenen Erhalt des Waldes, es wird von vielen Lebewesen zersetzt und wird wieder zu Humus, der für das Wachstum neuer Pflanzen notwendig ist. Und Expertinnen und Experten wissen genau, dass man als Gast im Wald nur Waldstrassen und Waldwege benutzt und niemals kreuz und quer durch den Wald läuft. Die Wildtiere und die zertrampelten Pflanzen sind uns dafür dankbar. Und noch ein Gedanke, wenn man sich dermassen aufregt, wenn man in den Wald geht, sollte man es lassen. Erstens ist Aufregen ungesund, zweitens gibt es andere Möglichkeiten, die frische Luft zu geniessen.

Leo Truttmann, Baar


So, so, der Wald am Zugerberg hindert mit seinen kreuz und quer liegenden Bäumen, den Idylle suchenden Waldspaziergänger daran, in diese chaotische Naturlandschaft vorzudringen. Ja wer sagt denn, dass man diese Idylle nicht einfach von einem der vielen Waldwege her geniessen kann? Wozu «eindringen» und womöglich noch Winterruhe benötigendes Wild aufscheuchen? Der Wald ermöglicht ja gerade durch die sogenannte Unordnung vielen Tieren und Pflanzen überhaupt einen Lebensraum – etwas, was die wohlgeordnete, ausgeräumte und tote Kulturlandschaft grossteils schmerzlich vermissen lässt.

Daniel Kronauer, Steinhausen