Leserbrief
Höchste Zeit, um die Probleme zu erkennen

«‹Irritierend›: Kampagne sorgt für Unmut», Ausgabe vom 30. März

Marcel Robert Schneider, Cham
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Ich war erstmals auch irritiert, habe dann den Artikel gelesen und meine primäre Ablehnung schnell verloren. Ich finde es klar richtig, wenn die Kirche eine unbequeme Meinung ausspricht. Es ist gut und dringend notwendig über unser Verhalten zu sprechen. Wo sonst, wenn nicht in einer christlichen Umgebung. Wenn sich verschiedene Bevölkerungsgruppen angesprochen, angegriffen fühlen ist das doch Grund genug hinzusehen.

Wir haben ein Klimaproblem, ein Armutsproblem, ein Ungerechtigkeitsproblem. Es ist höchste Zeit hinzusehen, die eigenen Befindlichkeiten zu vergessen, um endlich anzupacken. Die angesprochenen Abwanderungsprobleme der Kirchen rühren nicht davon, dass sie zu vielen Leuten auf die Füsse tritt, sondern dass sie in hierarchischen, undemokratischen, männlich geprägten Strukturen blockiert ist. Eine sich anbiedernde Kirche ist bestimmt nicht christlich, so wie ich Christentum verstehe.

Ich empfehle Ihnen, die Aktion so zu sehen, wie sie gemeint ist, als Aufforderung, sein eigenes Verhalten im Kontext der Weltkrisen zu betrachten.

Ich kann etwas machen, damit es allen etwas besser geht, so verstehe ich diese erstmals irritierende Aktion. Bleibt gesund und offen.

Marcel Robert Schneider, Cham