Leserbrief
Kantonale Schulen sollten schliessen

«Die Schulen bleiben offen», Ausgabe vom 21. Januar

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Während Geschäfte schliessen, RestaurantsaufTake-away umstellen müssen und die Homeoffice-Pflicht gilt, bleiben Schulen weiterhin offen.

Der Bundesrat hat am 20. Januar erneut entschieden, dass Schulschliessungen nicht benötigt werden. Somit ist vorausgesetzt, dass immer noch Tausende Schülerinnen und Schüler im Kanton Zug und Hunderttausende Schülerinnen und Schüler schweizweit Tag für Tag miteinander in Kontakt sind.

Ich bin der Meinung, dass kantonal geführte Schulen, wie Kantonsschulen und Berufsschulen, geschlossen werden sollten. Viele Lehrlinge arbeiten mittlerweile im Homeoffice. Diese werden bei der Anfahrt zur Berufsschule, während des Unterrichts, des Mittagessens in der Schule und dann wieder bei der Rückfahrt einer nicht zu unterschätzenden Gefahr ausgesetzt.

Dabei sitzen die Berufsschüler, die aus rund 20 verschieden Haushalten und möglicherweise auch verschiedenen Firmen stammen, meist in Schulzimmern mit wechselnden Lehrpersonen. Somit besteht die Gefahr, nicht nur bei den Lernenden mit dem Virus infiziert zu werden, sondern auch bei denen, die nicht im Homeoffice arbeiten können und, dass dadurch weitere Mitarbeitende aus den jeweiligen Lehrbetrieben angesteckt werden können.

Die Massnahmen widersprechen sich. Während sich in der Freizeit nicht mehr als fünf Personen treffen dürfen (Zwei-Haushalt-Empfehlung), treffen sich Tag für Tag Tausende Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit weit mehr als fünf Personen aus unterschiedlichen Haushalten in den Klassenzimmern.

In der Mittagspause gehen die Lernenden meist in grösseren Gruppen miteinander essen. In den Mensen sind die Platzverhältnisse äusserst knapp, dies auch ohne Pandemie. Aus diesem Grund gehen die meisten zum Einkaufen in Supermärkte oder zu nahe liegenden Take-aways. Gegessen wird oftmals in der Kälte draussen auf Bänken, ohne grossen Abstand, da das Essen in der Schule durch die Massnahmen nicht erlaubt oder nicht erwünscht ist.

Bei den Kantonsschulen ist der Kontakt unter den Schülerinnen und Schülern noch höher, da sich diese täglich in der Schule treffen.

Ich fordere und spreche somit auch für viele Zuger Bürgerinnen und Bürger, dass in kantonalgeführten Schulen, erneut das «Home Schooling» eingeführt wird. Denn nur wenn wir vorausschauen und Verschärfungen dort einführen, wo diese etwas bewirken, ist ein Ende dieser lang anhaltenden Pandemie in Sicht. Wir müssen die vulnerablen Personen, aber auch die Wirtschaft schützen, sodass uns diese weiterhin Arbeitsplätze, Lehrstellen und Studienplätze zur Verfügung stellen kann.

Gabriele Battiston, Die Junge Mitte Kanton Zug, Rotkreuz