Leserbrief

Pandemie: «Noch immer herrscht grosse Unsicherheit»

Zur aktuellen Situation rund um die Coronapandemie und die Reaktionen darauf

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Mich deucht, die Welt stehe in Flammen, nicht wie 1914 oder 1939, nein ich bin der festen Überzeugung, dass wir den Zenit erreicht haben!

Wir schleppen seit über 120 Jahren dieselben ungelösten Probleme mit herum und es zeigt sich immer mehr, dass wir einen Grad des Unvermögens erreicht haben, der nur noch einen Schluss zulässt: Unsere Gesellschaft ist nicht mehr willens oder fähig über seinen Schatten zu springen und Probleme zu lösen, indem man ein paar Schritte retour geht, sich eingesteht, übertrieben zu haben. Wie Giorgio Agamben schreibt, steht unser Haus in Flammen, aber statt es in Ordnung zu bringen, machen wir im gleichen Trott weiter. Löschen würde bedeuten innezuhalten, zu überlegen und Korrekturen vorzunehmen, vielleicht könnte man sich auch auf alte Ideen und Werte retour besinnen.

In der Aufklärung haben wir uns von Gottheiten verabschiedet und uns der Rationalität zugewandt. Alles ist machbar und wir sind die Herrscher der Welt! Wir haben neue Gottheiten geschaffen, die wir nun anbeten, zum Beispiel die Gesundheit oder die Egalität!

Wir haben vergessen, dass die unterschiedlichen Meinungen und Einstellungen Europa, den kleinsten politischen Kontinent, zur Weltmacht gemacht haben, jetzt opfern wir alles der Gleichheit, der Uniformität und lassen uns von neuen Gottheiten gängeln. Die Rationalität lässt uns die Menschen und die Natur ausbeuten und macht aus unserer Gesellschaft die wohl egoistischste und unmenschlichste, die es je gegeben hat. Sie lässt uns an Wissenschafter glauben, die keine Ahnung von der Geschichte der Epidemien haben und nur im Moment verharren, die den Überblick völlig verloren haben und damit wie die Politiker agieren. Ich wüsste gerne, wie Max Weber oder Karl Marx die momentane Situation analysieren würden, denn wir haben keine Gesundheitskrise, sondern eine Gesellschaftskrise. Corona ist im Vergleich zu unseren gesellschaftlichen Problemen absolut irrelevant. Die desaströse Coronapolitik, welche das Miteinander zerstört, die Kultur vernichtet und Tausende von gescheiterten Existenzen hinterlassen wird, welche die Zukunft einer ganzen Generation unterminieren wird und wohl als eines der Fallbeispiele, wie man Probleme nicht lösen sollte, in die Geschichte eingehen wird. Die Spitze der Ironie wäre, wenn herauskäme, dass wir besser nichts getan hätten, wie ich seit März 2020 immer wieder betone.

Michel Ebinger, Rotkreuz


Immer noch herrscht grosse Unsicherheit aufgrund Covid-19-Verordnungen und -Einschränkungen. Dies aufgrund der Überlegung, da sich der Mensch gerne in Sicherheit wiegt. Die einen suchen Halt im Aussen, die anderen im Innern, wieder andere bei Obrigkeiten oder gar in einer ungewissen Impfung. Die Bereitschaft dazu kann so aussehen: «Ich möchte eine Impfung, weil dann nachher alles wieder «normal» ist. Ich möchte die Maske, weil dann später alles wieder «normal» ist. Ich möchte einen Lockdown, weil danach alles wieder normal ist, ich möchte den PCR-Test, weil dann alles wieder normal ist, und ja – ich möchte Rechte oder Freiheiten abgeben, weil dann alles wieder normal ist, und und ...

Als Beispiel kann man beim Thema Maske gut recherchieren und sich fragen: Wenn die Maske nützt, wieso dann Abstand? Wenn der Abstand nützt, wieso dann Maske? Wenn beides nützt, wieso dann Lockdown? Wenn Lockdown nützt, wieso dann Impfung? Wenn die Impfung nützt, wieso haften die Hersteller dann nicht bei möglichen Impfschäden? Fragen über Fragen ...!

Stephan Wiesendanger, Neuheim