Leserbrief
Steuersenkung ja oder nein?

Zur kantonalen Abstimmung über das Steuerpaket vom 7. März

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Der Kanton Zug möchte mitten in der Coronakrise die Steuern senken und verkauft diese in einem Covid-Massnahmen-Paket. Wie in einem Paket so üblich, hat es für viele etwas dabei, um das Paket als ausgeglichen anpreisen zu können. Doch es ist ein Geschenk für Profiteure statt echter Hilfe für Geschädigte. Die darin eingebundene Steuersenkung als Covid-19-­Massnahme anzubieten, ist nicht zielführend, da existenzgefährdete Unternehmen bereits heute keine Steuern bezahlen. Auch Mittel- standsfamilien können aufgrund der Steuersenkung nur wenige Franken sparen, umso mehr profitieren würden die Reichsten.

Eine erneute Steuersenkung in der jetzigen Krisensituation ist volkswirtschaftlich unhaltbar, da diese den Tiefsteuerwettbewerb in der Schweiz weiter anheizt und das gleichzeitig bei äusserst schlechten Konjunkturaussichten. Die Folge davon wäre, dass die Schere zwischen den Kantonen noch grösser würde. Das möchte ich nicht. Wenn ein Covid-Massnahmen-Paket, dann braucht es ein ausgewogenes Paket mit Coronastützmassnahmen und keine Steuersenkung für Millionäre und Konzerne. Darum sage ich Nein zur Änderung des Steuergesetzes vom 7. März 2021.

Hanni Schriber-Neiger, Kantonsrätin Alternative-die Grünen, Rotkreuz


Der Leserbrief von Herrn Daniel Stadlin zeigt, wo das Problem liegt. Wir Stimmbürgerinnen und Stimmbürger werden wieder einmal genötigt: Wenn ihr gegen die Senkung des Steuerfusses seid, dann habt ihr auch die Erhöhung des persönlichen Abzugs und die Erhöhung des Mieterabzugs nicht. Immer wieder dieselbe Masche. Es werden mehrere Themen in eine Vorlage verpackt. Der Titel heisst diesmal «Steuersenkung», da muss man ja dafür sein. Ja zum erhöhten persönlichen Abzug, ja zur Erhöhung der Mietabzüge. Ganz klar aber nein zur Senkung des Steuerfusses, weil davon höhere Einkommen viel mehr profitieren als kleine und kleinste Einkommen.

Und, Konjunkturspritze, Zusammenhang mit Corona? Wirkungslos. Warum? Die Kleinen kaufen, was sie brauchen, da wirkt die Steuersenkung nicht. Die Grossen geben nicht mehr aus als ohne die Steuersenkung, sie suchen höchstens andere Anlagemöglichkeiten für ihr Geld. Also: Nein zur Mogelpackung Steuervorlage!

Hansruedi Küttel, Oberwil bei Zug


Ein Paket für alle Zuger: Nachdem der Pulverdampf vom Ende des letzten Jahres verdampft ist, wird der Zuger Souverän wieder an die Urnen gerufen. Am 7. März wird über die Änderung des Steuergesetzes betreffend Massnahmen zur Bewältigung des Coronavirus abstimmen. Die Vorlage beinhaltet drei relevante Themen, über die abgestimmt wird. Zum einen eine auf drei Jahre befristete Anpassung des Steuersatzes von 82 auf 80 Prozent.

Begleitet und ausbalanciert durch einen dauerhaft erhöhten und vereinfachten Mieterabzug von jährlich maximal 10000 Franken sowie einen zeitlich befristeten höheren persönlichen Abzug für natürliche Personen von jährlich 11000 Franken (Alleinstehende) beziehungsweise 22000 Franken (Verheiratete). Nur schon von der Erhöhung der persönlichen Abzüge profitieren über 80 Prozent der Zuger Bevölkerung und vom angepassten (dauerhaften) Mieterabzug rund 50 Prozent aller Zuger.

Vom zur Debatte vorgeschlagenen Paket profitieren also breite Bevölkerungsschichten unseres Kantons. Umso mehr ist es überraschend, dass die Linke das Paket bekämpft und somit auch der eigenen Klientel die Vorteile dessen vorenthalten will. Scheinbar ist das Parteibüchlein wichtiger als der Vorteil der Bevölkerung. Gerade in der aktuellen Lage soll aber nichts unversucht gelassen werden, um die angeschlagene Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, dazu gehört auch eine Steuersenkung um moderate 2 Prozent.

Oft wird gefragt, ob die Massnahmen überhaupt verkraftbar sind? Ja, heisst die klare Antwort. Der Kanton Zug steht hervorragend da und kann die 40 Millionen Franken pro Jahr problemlos verkraften. Wer spart in der Zeit, hat in der Not, so das Credo des Kantons!

Mein Kurzurteil: Das Paket ist gut austariert! Jeder Franken, der zurück in den Wirtschaftskreislauf fliesst, hilft, die Krise schneller zu überwinden. Für eine Situation wie die, in welcher wir stecken, braucht es mutige Schritte. Über diese gilt es nun, abzustimmen und sie zu unterstützen. Mit einem Ja zum Steuerpaket helfen Sie allen Zugern.

Adrian Risi, SVP Kantonsrat Stadt Zug