Leserbrief
Was ist der Beitrag der Banken an Corona?

Zu den Überschüssen der Jahresabschlüsse von Banken.

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Die UBS hat soeben ihre Zahlen veröffentlicht. Der Gewinn konnte um 54 Prozent gesteigert werden auf 6,6 Milliarden Franken. Und alle sind stolz auf dieses Ergebnis.

Seit über einem Jahr sitzt uns Corona im Nacken; nicht nur physisch sondern auch psychisch. Wir alle mussten und müssen uns einschränken und wir alle gehen durch ganz schwierige Zeiten. Es trifft die älteren Menschen, die Studenten und die Schüler. Es trifft aber auch massiv die Unternehmen und die Arbeitnehmenden.

Vielen Unternehmen steht das Wasser finanziell bis zum Hals. Vor allem aber hat es viele Kleinunternehmen, Gewerbe und Einzelfirmen finanziell stark getroffen. Je nach Branche ist die Frage des Überlebens in eine dramatische Phase gekommen. Durch den Shutdown müssen viele Firmen vorübergehend schliessen und damit entsteht kein Umsatz mehr. Die Fixkosten aber bleiben. Forderungen, dass die Vermieter der Lokale von Firmen auch ihren Beitrag leisten sollen, ist verständlich und nachvollziehbar. Wollen wir doch alle, dass die mit viel Herzblut aufgebauten Unternehmen überleben können. Und wenn nun die Miete reduziert wird, stehen die Chancen des Überlebens doch um einiges besser.

Nun zurück zu den guten Bankabschlüssen. Wieso können die Banken nicht vorübergehend auf die Hälfte der Hypothekarzins-Forderungen verzichten unter der Voraussetzung, dass die Vermieter diese Reduktion weitergeben an die Mieter? Es gab eine Zeit, da mussten die Steuerzahler die Grossbanken finanziell unterstützen. Jetzt könnten doch die Banken auch einen Beitrag leisten für das Überleben von vielen Firmen und dem entsprechend einen Beitrag an die Steuerzahler zurückgeben. Es kann und darf doch nicht sein, dass Tausende von Unternehmen Konkurs gehen und die Banken mit gesteigerten Gewinnen prahlen.

Urs Flury, Walchwil