Leserbrief
Wie real ist die Realwirtschaft?

Gedanken über die schweizerische Marktwirtschaft

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Ein Anhänger der klassischen Ökonomie wird mich nicht verstehen, wenn ich ihn frage, wie real die Realwirtschaft ist, denn er hängt immer noch alten Mustern an und hat wahrscheinlich John Kenneth Galbraiths letztes Buch «Die Ökonomie des unschuldigen Betruges « von 2004, in der der linksliberale Ökonom, die Mär von Angebot und Nachfrage gnadenlos zerfetzt, nicht gelesen.

Im Konzern-Kapitalismus bestimmen die Konzerne über die Werbung und ihren Einfluss auf die Politik, was nachgefragt wird! Dass dies mit den grundlegenden menschlichen Bedürfnissen nichts zu tun hat, sieht man jeden Tag, und dass die sogenannte Realwirtschaft mit den realen Bedürfnissen nichts zu tun hat, wird schnell offensichtlich.

Nimmt man noch die Finanzwirtschaft hinzu, wird die Absurdität des real existierenden Kapitalismus jedem klar! Er ist marode, auf Sand gebaut, schafft Wohlstand für wenige, und ist nicht einmal in der Lage die einfachsten Grundbedürfnisse der Menschen weltweit zu decken. Die sogenannte Realwirtschaft hat sich längst vom Menschen entkoppelt. Wollen wir eine nachhaltige menschliche Realwirtschaft, muss sich diese an den Grenzen der Natur und an den echten Bedürfnissen Menschen orientieren und sich vom ungebremsten Wachstumsdenken verabschieden. Wir müssen jedoch vor allem mit dem am Kolonialismus erinnernden Ausbeuten anderer Länder aufhören, also mit dem, was die Neoliberalen Globalisierung nennen, und mit dem sie jede wirtschaftliche Schandtat rechtfertigen.

Ob das Impfen nun ein echtes Bedürfnis ist, muss jeder selber entscheiden, denn obige Gedanken gelten auch für die Gesundheitsindustrie.

Michel Ebinger, Rotkreuz