Leserbrief
Wo bleibt die Eigenverantwortung?

Zu einer Stellenausschreibung im Amtsblatt

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Kürzlich war im Amtsblatt des Kantons Zug ein Stelleninserat der Schule Menzingen publiziert. Hier ein Auszug:

«Für das Schuljahr 2021/2022 suchen wir für die Busstrecke Neuägeri (Schmittli) bis Unterägeri (Zimmel) retour eine Schulweg-Begleitperson für den Kindergarten. Sie begleiten an 4 bis 5 Vormittagen und evtl. 1 bis 2 Nachmittagen ein bis drei Kindergarten-Kinder auf ihrem Schulweg mit dem öffentlichen Bus, inkl. Fussgängerstreifen-Überquerung am Ein- und Ausstiegsort...»

Die genauen Hintergründe, die zu dieser Stellenausschreibung geführt haben, kenne ich nicht. Ich bin mir bewusst, dass die Gemeinden bezüglich der Schulwege eine Verantwortung haben (der Schulweg muss z.B. zumutbar und sicher sein). Daher begrüsse ich, wenn eine Gemeinde wo nötig Lotsendienste, Schulbusse oder Radwege realisiert, um dem entgegenzuwirken.

Ich verstehe auch, dass die Verkehrssicherheit im Schmittli Neuägeri mit der Baustellenumleitung zurzeit sehr heikel ist. Dass nun aber eine Gemeinde für ein (!) bis drei Kindergartenkinder eine Begleitperson anstellen muss, schlägt dem Fass den Boden aus. Es ist doch auch den Eltern zuzumuten, dass sie ihr Kind kurz über die Strasse vom/zum Bus begleiten oder sich die Eltern untereinander abwechseln. In Unterägeri selber sind die Fussgängerübergänge mit den Mittelinseln meiner Meinung nach sicher. Und wenn ich es meinem Kind nicht zumute, begleite ich es eine Zeit lang. Wo ist hier die Eigenverantwortung der Eltern?

Können nun alle Eltern, deren Kindergartenkinder viel befahrene Strassen überqueren müssen oder einen langen Schulweg haben, bei den Gemeinden einen Begleitservice anfordern?

Irene Iten-Muff, Unterägeri