Leserbrief

Zum Scheitern der Konzernverantwortungsinitiative

«Wie Keller-Sutter die Abstimmung gekehrt hat», Ausgabe vom 30.November

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Zufall? Weshalb sind es die vier steuergünstigen Innerschweizer Kantone, welche die Unternehmensverantwortungsinitiative prozentual am stärksten abgelehnt haben?

Ist für diese Kantone die Einhaltung der Menschenrechte in fremden Staaten weniger wichtig als die Sicherung hoher Steuererträge der hier ansässigen international tätigen Firmen?

Wurde der Argumentation der CVP und FDP geglaubt, dass es hochmütig ja kolonialistisch gar, sei, unsere Wertvorstellungen (Menschenrechte) und Rechtsprechung andern Ländern aufzuzwingen? Ist es nicht paradox, dass nun gerade die vier Innerschweizer Kantone mit dem Erreichen des Ständemehrs der ganzen Schweiz ihre Wertvorstellungen aufgezwungen haben?

Glencore hat in Inseraten angekündigt, dass z.B. in Peru eine Reduzierung der (toxischen) Bleistaubbelastung, eine stärkere Überwachung der Auswirkungen auf Luft, Erde und Wasser sowie eine Bekämpfung der Anämie (Blutarmut) bei Kindern erfolge. Frage – wieso erst jetzt und wie ernsthaft?

Oder ist es da auch hochmütig, Fragen zu stellen?

Markus Kehrli, Steinhausen