Leserbriefe
Ein unnötiges Gesetz – oder doch nicht?

Zur eidgenössischen Abstimmung vom 13. Juni über das Bundesgesetz über die Verminderung von Treibhausgasemissionen (CO2-Gesetz)

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Die heutige Jungpolitikergeneration (vom Hörsaal in den Ratssaal) ist angeblich viel besser gebildet, flexibler, agiler, offener und lauter als wir das waren. Trotzdem verschliessen sie sich, unbekümmert wie sie sind, den elementaren geschichtlichen und physikalischen Tatsachen. Sie wollen also das Klima schützen! Wie kann man nur? Wir müssen uns doch vor dem Klimawandel schützen, nicht umgekehrt. Da haben wir zum Beispiel die Vulkane: vom Vesuv 79 n. Chr. bis gestern Mount Sinabung und heute zum Ätna; um nur die Bekanntesten zu nennen. Sie machen was und wann sie wollen. Sie beeinflussen nicht nur die Treibhausgase (inkl. CO2), sondern erzeugen eine dramatische Klimaabkühlung. Der Tamboro verursachte damals rund um den Erdball das «Jahr ohne Sommer», das gleichzeitig in die kleine Eiszeit fiel, die in Europa einen Drittel der Bevölkerung dahinraffte.

So wenig wie Klimakinder die Vulkane und Erdbeben (Neuseeland aktuell) beeinflussen und steuern können, ist es möglich, den Klimawandel zu ändern. Das gilt im Besondern für die Schweiz mit einem weltweiten Anteil von weniger als einem Promille an den Treibhausgasen. Die Sonnenfleckenaktivität, die das Klima beeinflusst, kommt noch dazu. Pro Memoria sei angemerkt, dass das CO2 das Wachstum der Pflanzen, also unsere Nahrung fördert, weil es dadurch auch den Wasserbedarf verringert.

Das CO2-Gesetz ist ein Anti-Robin-Hood-Gesetz. Man nimmt den Kleinen und gibt den Grossen. Dieses Gesetz schadet allen ausser denen, die schon haben. Das ist nicht schweizerisch! Der Kinderkreuzzug damals erfolgte auf Geheiss des Vatikans, die Klimakinder auf Geheiss der Subventionsjäger des Komitees «CO2-Gesetz jetzt». Klimawandel wird es immer geben auch ohne die Klimakinder auf dem Bundesplatz. Dieses Gesetz brauchen wir nicht.

Marion Russek, Steinhausen


An Strassenrändern sind schon die ersten Plakate gegen das revidierte CO2-Gesetz zu sehen. Eine Allianz aus Erdöl- und Autoindustrie will mit dem Referendum einen wichtigen ersten Schritt hin zu einer nachhaltigen Klimapolitik blockieren. Durch das CO2-Gesetz werde alles teuerer, so die einfache Argumentation. Das Gegenteil ist der Fall. Nichtstun wird noch viel teurer. Der rasante Klimawandel lässt sich nämlich nicht mit sturem Nein-Sagen aus der Welt schaffen.

Das haben auch viele verantwortungsvolle Unternehmen in der Schweiz und weltweit eingesehen. Der Ausstoss von klimaschädlichem CO2 muss gebremst werden.

Ein Beispiel von Anfang März: Mit der schwedischen Marke Volvo kündigt der nächste Autohersteller den kompletten Abschied vom Verbrennungsmotor an. Ab 2030 will das Unternehmen nur noch reine Elektroautos bauen und verkaufen. «Es gibt keine langfristige Zukunft mehr für Autos mit Verbrennungsmotor», wird Volvos Technikvorstand Henrik Green in einem Artikel zitiert.

Es gibt ein Wirtschaften und Leben nach dem Ölzeitalter – im Interesse der Natur und der zukünftigen Generationen.

Deshalb befürworte ich das neue CO2-Gesetz.

Andreas Lustenberger, Kantonsrat Alternative–die Grünen, Baar