Leserbriefe
Lesermeinungen zu den Coronamassnahmen

Zu verschiedenen Artikeln im Zusammenhang mit der Coronapandemie

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Ja, ich bin Bürgerin in Unterägeri. Ja, ich zahle meine Steuern pünktlich. Nein, ich habe keine Diktatur erlebt. Ja, ich stehe zur Demokratie. Meinungsfreiheit ist die Freiheit des Andersdenkenden. Ja, ich treffe mich jeden Montag gegen 18 Uhr auf dem Dorfplatz zu einem Apéro. Einem Apéro mit Menschen, Menschen wie du und ich, jeder mit seiner Meinung, Haltung und seiner persön­lichen Geschichte.

Ich treffe Menschen, die sich freuen, mit mir zu reden, von Angesicht zu Angesicht, mit oder ohne Maske, mit dem gebührenden Abstand. Nein, nicht jeder will den aktuellen vorgeschriebenen Abstand. Ja, der Gemeinderat hat unseren freiwilligen Apéro, unser menschliches Beisammensein – denn wo können wir denn dies noch – durch ein polizeiliches Aufgebot von bis zu 12 Polizisten räumen lassen. Warum? Damit wir uns nicht austauschen können. Damit sich nicht jeder Einzelne zu Meinungen und Haltungen eines bis dahin mir fremden Menschen – Einwohner von Ägeri und Umgebung – austauschen kann.

Haben die Gemeinden eine solche Angst vor ihren Bürgern? Nein, ich habe keine Angst, wurde mehrfach aufgefordert, den Platz zu verlassen, einen öffentlichen Platz der Gemeinde. Auf diesem Dorfplatz, auf dem ich mich mit Bürgern ungezwungen unterhalten kann, meinen Apéro selbst mitbringend. Auch, um wieder zu lachen, Kinder herumspringen zu sehen. Ja, auch die Sorgen der Personen zu hören – bei dem einen die Einsamkeit, bei dem anderen seine Ängste, wie es weiter­gehen könnte. Und auch persönliche Schicksale in der Familie, auch ich habe diese.

Wir haben in unserer Schweiz die fortschrittlichste Regierung mit den grössten Freiheiten – leider ist diese für mich so wertvolle Freiheit in Gefahr. Ich stehe mit Menschen zusammen und werde von der Polizei – welche die Gemeinde angefordert hatte – getrennt. Wo stehen wir heute? Menschliches Beisammensein wird mir polizeilich verboten. Ich respektiere jede Meinung und jedes Gesetz, und wenn ich es mal nicht tue – so zahle ich meine Busse.

Nein, Busse tue ich nur gegenüber der Natur, ich schütze und schätze sie jeden Tag. Zur Natur gehört für mich aus ganzem Herzen auch der Nächste neben mir. Bitte vergesst eure Mitmenschen nicht.

Pia Maria Schulze, Unterägeri


Skeptiker – laut Wikipedia kommt das Wort von griechischen (skeptikós‚ zum Betrachten, Bedenken gehörig, geneigt. Heute wird diese Geisteshaltung reduziert auf das Zweifeln, dabei steht bei einem Skeptiker das Hinterfragen im Vordergrund. Ein Skeptiker zweifelt nicht aus Prinzip. Er will die Wahrheit finden. Sein Zweifel ist der Grund, etwas aus Distanz kritisch zu hinterfragen. Er nimmt nicht alles für bare Münze. Ich hintersinne mich seit einem Jahr, wie verächtlich von Coronaskeptikern gesprochen wird.

Man attestiert ihnen, dumm zu sein und den Koryphäen der Wissenschaft nicht zu glauben. Dabei sind genau die Skeptiker diejenigen, welche die entscheidenden Fragen stellen, welche jeder Politiker stellen müsste, nämlich, ob die Behauptungen über Corona wahr und plausibel sind und welche Folgen die Coronapolitik als Ganzes auf die Gesellschaft hat usw.

Man kann nun auch spitzfindig sein und betonen, dass es eh nur ganz wenige Corona­skeptiker gibt und praktisch keine Coronaleugner, denn Corona zu verleugnen, das hat mit gesunder Skepsis nichts zu tun, sondern mit völliger Ignoranz von Tatsachen. Corona gibt es, aber ein Skeptiker hinterfragt sehr vieles, was Wissenschaftler über Corona behaupten, und er stellt besonders kritische Fragen zu den politischen Massnahmen. Statt mit Keulen auf solche Mitbürgerinnen und Mitbürger einzuschlagen, wäre es besser, ihre Fragen zu beantworten, bevor noch mehr Schaden angerichtet wird, weil die Entscheidungsträger jegliche Skepsis vermissen lassen und den Experten an den Lippen hängen, ohne auch nur das Geringste zu hinterfragen.

Michel Ebinger, Rotkreuz


Auch der Zürcher Böögg hat mutiert. Haben Sie das auch bemerkt (Bild auf der Titelseite, Ausgabe vom 20. April)? Er hat sich in seiner neuen Gestalt «bewaffnet» – mit einer Teufelsgabel. Und dies im Jahr 2021, unweit der Teufelsbrücke. Wie es den Anschein macht, bedient sich der behäbige «Wintermann» neuerdings des Satans. Er soll es richten. Das Bild ist wahr, leben wir mit Corona doch in einer Welt, in der uns da und dort die Fratze des Teufels entgegentritt. Mein Ruf: Wachet auf, schaut hin. Der Mensch ist zu mehr bestimmt.

Daniel Wirz, Zug