Leserbrief

Lesermeinungen im Zusammenhang mit der Coronakrise

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Frankreich, Italien, Deutschland, drei Nachbarländer halten Corona-Schutzmaterial wie Masken und Geräte, die für die Schweiz bestimmt sind, zurück. Obwohl unser besorgter Bundesrat letzte Woche beim EU-Gerichtshof intervenierte, werden fundamentale Handelsregeln staatlich missachtet. Diese ernsthaften Bedrohungen einzelner EU-Staaten auf unser Land schockieren. Bei all den Freunden und Verfechtern eines kaum mehr kündbaren Rahmenabkommens mit diesen EU-Staaten müssten alle Alarmglocken läuten. Stellen Sie sich vor, es sollte aus irgendeinem Grund zu einer Lebensmittelknappheit kommen, wo stünden wir? Heute liegt der Selbstversorgungsgrad an Lebensmitteln im Inland bei gut 60 Prozent – so tief wie noch nie. Unbegrenzte Zuwanderung ist eine Ursache, dann aber auch unsere bürokratischen, von Übereifer geprägten Gesetzes- und Verordnungsauflagen.

Extensivierung im Futter- und Ackerbau, stets neue Verschärfungen beim Tierschutz und all die Biodiversitätswünsche gewisser Kreise tragen wenig zur Erhaltung unserer Lebensmittelsicherheit bei. Ich hoffe, es geht ein Ruck durch unser Land. Nun sollte jedem verantwortungsbewussten Bürger und Politiker die Augen aufgehen und der ganzen Bevölkerung bewusst werden, dass wir unsere Zukunft selbstverantwortlich und selbstbestimmend zu gestalten haben. Naturschutz, Biodiversität, Wald-Biodiversität und Umweltschutz – ja, aber massvoll, nicht dass wir letzten Endes unsere Nachbarländer um Nahrung und Hilfe bitten müssen. Tierschutz – ja, aber nicht das sich vor lauter Auflagen unsere Höfe kaum mehr wirtschaftlich betreiben lassen. Wir haben die weltweit höchsten Produktionsstandards. Weitergehende Gesetze, Verordnungen und Umwelt-Initiativen, wie sie wohl noch dieses Jahr vors Volk kommen, behindern und verhindern unsere eigene Landesversorgung mit regionalen Nahrungsmitteln und sind abzulehnen.

Nachbarschaftliche, länderübergreifende Zusammenarbeit – ja, aber im Einklang verantwortungsvoller Eigenständigkeit und Selbstbestimmung. Wir sind ein eigenständiges, erfolgreiches Land, das die Zuwanderungspolitik selber zu regulieren hat, deshalb Ja zur Begrenzungsinitiative.

Wir brauchen auch keine unterwürfigen Anbindungsverträge, deshalb Nein zum Rahmenvertrag mit der EU und keine Diktate fremder Richter und globaler Gesetze.

Marcel Scherer, alt Nationalrat SVP, Hünenberg


Als Liberaler bin ich dafür, dass der Bundesrat so rasch als möglich auf seine Notrechtskompetenzen verzichtet. Dieser Zeitpunkt scheint mir aber noch nicht gekommen. Wenn ich auf die letzten Tage zurückblicke, bin ich sogar sehr froh, dass der Bundesrat nach dem Abbruch der Frühjahrssession die Zügel umfassend und wirkungsvoll, aber immer auf einer sauberen Rechtslage operierend, in die Hand genommen hat. Nicht auszudenken, wie die fast täglichen Medienkonferenzen in Bern mit den jeweils fachkundigen und kompetenten Vertretern aller relevanten Bereiche ausgefallen wären, wenn dazu noch Parlamentarier aller Lager ein klientelbezogenes parteipolitisches Parallelprogramm aufgezogen hätten. Die hohe Beachtung dieser Sonderinformationen ist zweifellos auf die der Sachlage jeweils angepasste hochkarätige Besetzung aus Verwaltung und Wirtschaft zurückzuführen. Ich kann jedenfalls das Bedauern etwa von Nationalrat Kurt Fluri über die «Gewaltverschiebung hin zur Exekutive» («Zuger Zeitung» vom 26. März) im Moment nicht teilen. Es sei doch darauf hingewiesen, dass es ausgerechnet dieser Parlamentarier war, der federführend die Souveränität des Volkes unterminierte und die von einer Mehrheit der Stimmberechtigten angenommene Masseneinwanderungsinitiative bis zur Unkenntlichkeit verwässerte. Eine krassere Gewaltverschiebung vom Volk zum Parlament hat es in jüngerer Zeit noch nie gegeben. Dass Anfang Mai nun eine ausserordentliche Session geplant wird, geht in Ordnung, sofern alle dannzumal geltenden Einschränkungen für die Öffentlichkeit eingehalten werden können.

Ulrich Bollmann, Zug


Wir schreiben das Jahr 1974; es ist das Jahr meines altersgemässen Übertritts von den Auszugstruppen zur Landwehr. Die Festungstruppen werden umstrukturiert und ich muss mein Dienstbüchlein einschicken; an das Amt für Genie- und Festungswesen, warum, das weiss ich nicht. Das ist mein Abschied als Festungskanonier und ich werde einer neugeschaffenen Truppe mit Namen Werkschutz-Kompanie zugeteilt; also bin ich von jetzt an ein Werkschutzsoldat. Bei dieser angeordneten Umschulung bekomme ich vielfach den Begriff ABC-Kriegsführung zu hören und es gilt jetzt allen Ernstes, bei den Festungstruppen diese Ausbildung voranzutreiben.

Jetzt sind gut 45 Jahre ins Land gegangen; und was wir damals als Horror-Szenario in einem Science-Fiction-Film mit einem kurzen Lächeln abgetan haben, das hat uns jetzt eingeholt. Es ist in der heutigen Zeit mit dem gigantisch zunehmenden Tourismus ein Leichtes, die Reisefreudigen im Rahmen einer obligatorisch angeordneten Schutzimpfung zu infizieren und diese Jumbo-mässig in andere Kontinente zu schicken, um da die Bevölkerung pandemiemässig anzustecken. Was da jetzt in der Schweiz und unseren Nachbarländern abläuft, haben wir vor gut 40 Jahre schon einmal eingehend besprochen und auch durchexerziert. Wir haben damals die zweiwöchige Quarantäne-Übung abbrechen müssen, sonst wäre die ganze Sache komplett aus dem Ruder gelaufen. Und jetzt bin ich zur Erkenntnis gekommen: Ein potenzieller Feind- oder Schurkenstaat kann mit dieser Art von Kriegsführung ganze Kontinente in derart riesige wirtschaftliche Engpässe treiben, an denen unsere Nachkommen noch Jahrzehnte daran zu nagen haben.

Sagt uns unsere Regierung wirklich alles oder aus gewissen Gründen nur die Hälfte? Ich will deren Anordnungen für die Krisenbewältigung keineswegs schmälern; im Gegenteil, die zuständigen Instanzen machen einen sehr guten Job. Auch solche Szenarien haben wir damals schon besprochen; nur eines darf man dabei nicht vergessen. Der Homo sapiens mit allen seinen «Ecken und Kanten» und seinem individuellen Denken und Gewohnheiten, ist nicht berechenbar! Darum lässt auch die Disziplin gewisser Teile der Bevölkerung sehr zu wünschen übrig, dass jetzt sogar mit einem Bussenkatalog gedroht wird. Ob bei einer Verzeigung, diese Bussen je einmal bezahlt werden, sei dahingestellt, wenn dann wirtschaftliche Engpässe geltend gemacht werden.

Darum sind für mich die Informationen, die täglich über die diversen Sender gehen, etwas dürftig. Es ist sehr tragisch, in den einzelnen Ländern so viele Todesfälle beklagen zu müssen. Aber was man nie zu hören bekommt:

Welcher Altersgruppe sind diese Todesfälle zuzuordnen?

Waren diese Verstorbenen schon vorher ernsthaft erkrankt?

Gehören Alkoholiker, Drogensüchtige, starke Raucher zur Risikogruppe?

Wie viele der Infizierten gehören zur Gruppe Hypochonder oder Simulanten?

Sind immun-gestärkte Leute mit ausgewogener Ernährung und viel Bewegung überhaupt auf dieses Virus anfällig?

Falls infiziert und nach Behandlung als geheilt entlassen, ist man für die Zukunft immun gegen weitere Ansteckung mit dem gleichen Virus?

Also liebe Landesregierung, spielt mit offenen Karten und informiert uns mit Fakten und Daten, die uns auch interessieren und nicht nur diejenigen vom Krisenmanagement. Und besprecht einmal das, was ich vorgängig schon erwähnt habe. Ich habe schon länger das Gefühl, dass mit den Reisefreudigen aus dem «Reich der Mitte» so einiges nicht stimmt!

Eugen Gunz, Rotkreuz