Leserbrief

Lesermeinungen im Zusammenhang mit der Coronakrise

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Immer mehr Ärzte sowie auch Virologen äussern sich skeptisch zu den weltweiten Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus. Die Gesamtsterblichkeit zeigt weiterhin in allen Ländern normale Werte. Ausnahme: Italien hat aktuell bei der Altersgruppe 65+ eine erhöhte Sterblichkeit. Diese liegt allerdings noch unter den Werten der Grippewellen von 2016/17 und 2017/18. Der schlechte hygienische Zustand der Spitäler sowie die schlechte Luftqualität in Norditalien sind nicht zu unterschätzende Faktoren der dort herrschenden Zustände.

In der wichtigsten medizinischen wissenschaftlichen Zeitung («The New England Journal of Medicine») war kürzlich zu lesen: «Die klinischen Folgen von Covid-19 sind mit denjenigen einer starken saisonalen Grippe zu vergleichen!» Die reisserische Berichterstattung in Fernsehen und Mainstream-Medien verbreiten Angst und Unsicherheit. Die rigorose Einschränkung der persönlichen Freiheit ist absolut kontraproduktiv. Die gesundheitlichen und materiellen Folgeschäden werden wohl enorm sein. Die Entscheidungen der Regierungen beruhen auf einseitiger Beratung von Virologen, welche der Pharmaindustrie nahestehen. Die Verflechtung von WHO und Pharma ist kein Geheimnis mehr. Erinnerungen an die Schweinegrippe und Tamiflu werden wach.

Tatsachen sind folgende: Bei rund 85 Prozent der Virusinfizierten ist der Krankheitsverlauf harmlos. Bei alten oder auch jüngeren Menschen mit Vorerkrankungen kann die Infektion mit Covid-19 lebensbedrohlich sein. Das Virus alleine ist aber nicht tödlich, der körperlich-seelische Zustand spielt eine zentrale Rolle, welchen Verlauf eine Infektion nimmt.

Eine Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion über die Schleimhäute, nicht über die Haut. Deshalb ist die Betätigung eines Türgriffes kein so grosses Risiko, sofern nicht gleich vorher jemand mit «verschneutzten» Händen den Griff getätigt hätte, und ich danach meinerseits mit diesem in Kontakt komme und die Hand anschliessend auch noch ins Gesicht führe und so dem Virus über Mund oder Augen Zugang in mein Inneres gewähre. Somit ist auch klar, dass das Risiko durch Menschen angesteckt zu werden, die draussen an einem vorbeispazieren, zu vernachlässigen ist, hüpft doch das Virus nicht einfach von Mensch zu Mensch über. Dass es jetzt Menschen gibt, welche die Polizei alarmieren, wenn sie draussen ein paar Menschen sichten, welche die Zwei-Meter- Abstand-Regel nicht ganz wörtlich nehmen, ist äusserst bedenklich.

Es ist nun an der Zeit, die überstürzten, nicht auf Fakten beruhenden Entscheidungen schnellstens zu überdenken. Der Schutz der Risikogruppen ist mit sinnvollen Instrumenten beizubehalten, doch braucht es für die Mehrheit der Bevölkerung ausser den wichtigen bekannten Massnahmen (Händewaschen, in die Ellenbeuge husten, Meiden von Menschenansammlungen, beim Sprechen Abstand halten oder überhaupt etwas weniger sprechen...) keine weitergehenden diktatorische Einschränkungen. Diese braucht es dann eher, wenn die jetzige Situation der Vergangenheit angehört, im globalen Wirtschaften sowie im Bereich Tier- und Umweltschutz.

Bruno Seiler, Zug

Das Notstandsregime dient dazu, die Ausbreitung des Coronavirus und ihre schlimmen Folgen nach bestem Wissen und Gewissen zu bekämpfen (Bund und 25 Schweizer Kantone) – oder es wird dazu missbraucht, den ohnehin Reichsten noch mehr Geld nachzuwerfen (Kanton Zug).

Jürg Röthlisberger, Cham

Es ist ja bekanntlich so, dass die Post die Zustellung der Briefpost verweigert, wenn ein Briefkasten nicht genau am richtigen Ort steht. Muss ein Pöstler drei Meter weiter zu Briefkasten gehen, weil dieser nicht direkt beim Trottoir steht, wird dieser Briefkasten nicht mehr bedient. Der Postkunde muss dann seine Post selber in einem Schliessfach oder bei der Poststelle abholen. Dieses leidige und etwas peinliche Thema wurde bereits mehrfach diskutiert. Auch der Kassensturz hatte sich bereits damit beschäftigt. Aber geändert hat die Post ihre Praxis trotzdem nicht.

Jetzt hat der Bundesrat die Bevölkerung mit einem dringenden Appell dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Wer das befolgen will, und wer von der Nichtzustellung der Briefpost betroffen ist, der kommt nun nicht mehr zu seiner Post. Er bekommt keine Rechnungen mehr, die er bezahlen muss und wird dadurch vielleicht sogar grössere Probleme bekommen. Er bekommt seine Steuererklärung nicht und kann diese nicht rechtzeitig einreichen. Er bekommt vielleicht auch andere wichtige Briefe nicht, ausser, er geht aus dem Haus und holt sich seine Post. Dann aber ist er durch das Covid-19 gefährdet, wie auch seine Mitbewohner. Und den Rest kennen wir. Wenn eine dieser Personen besonders stark auf das Virus reagiert, kann das böse enden. Will dann die Post dafür verantwortlich sein?

Es wäre jetzt der Moment gekommen, um diese asoziale Briefkasten-Praxis aufzuheben, und alle Briefkästen durch den Pöstler zu bedienen. Vielleicht nicht nur während der Coronakrise, sondern auch danach. Die Post könnte damit einen wichtigen Beitrag zur Covid-19-Schadensbegrenzung leisten.

Stephan Palkoska, Cham