Leserbrief

Lesermeinungen zu den Schutzmasken

Drucken
Teilen

Seit Beginn der Pandemie wird, im Zusammenhang mit der Maskenfrage, unsere kollektive Intelligenz immer wieder beleidigt. Zuerst verkünden hohe Politiker und Mediziner, dass Maskentragen nichts bringt, ja sogar schädlich sein kann, weil der durchschnittliche Bürger ja – im Gegensatz zu Medizinern – nicht trainiert ist, die Maske fachgerecht an- und auszuziehen. Auch dass sich die Leute beim Maskentragen in falscher Sicherheit wiegen könnten. Einen Schal benutzen zum Abdecken von Mund und Nase geht schon gar nicht.

Nachdem die Bevölkerung das alles endlich kapiert hat, kam die Kehrtwendung, in mehreren Schritten wohlgemerkt. Masken können unter Umständen gegenseitiges Anstecken vermeiden, hiess es zuerst. Inzwischen ist Maskentragen – neben Social Distancing – wunderbarerweise zur wichtigsten Schutzmassnahme aufgestiegen. Aber nicht alle Masken. Nur maschinell gefertigte, nicht handgemachte, las ich da vor zwei Tagen in der Zeitung – kein Spass.

Nun hat man sich also durchgerungen, bravo! Seit letztem Montag gilt Maskenpflicht im ÖV. Beim Einkaufen in den Geschäften nicht. Wieso eigentlich? Schon mal im Shopping- Center eingekauft? Social Distancing trotz regelmässiger Durchsagen über Lautsprecher: Fehlanzeige. Maskenträger sind die absolute Ausnahme.

Heute lese ich erfreuterweise, dass nun doch über Maskentragen beim Einkaufen nachgedacht wird. Endlich! Aber nicht generell. Nur, wenn sich mehr als zehn Personen im Laden aufhalten. Nun, wie soll das denn genau gehen?

Aber schön, dass man sich in der Zwischenzeit einig ist, dass die Maske definitiv etwas bringt. Ich meine, es sollte deshalb Pflicht sein, sie in der Öffentlichkeit, mindestens im ÖV und Geschäften, zu tragen. Wie heute schon beim Coiffeur üblich, sollten Masken beim Eintreten gratis oder gegen Bezahlung abgegeben geben. Keine Maske, kein Zutritt – auch in den Bahnhöfen sollten Masken bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden. So lange, bis diese Krise unter Kontrolle ist.

Eine unerträgliche Einschränkung der persönlichen Freiheit, heisst es immer wieder. Nun, ich meine nicht unerträglich, aber ja eine kleine Einschränkung; in voller Überzeugung, dass es mir und der Allgemeinheit hilft. Die persönliche Freiheit hört ja bekanntlich da auf, wo die des Anderen beginnt. Also ich möchte niemand anstecken und natürlich auch von niemandem angesteckt werden.

Gilbert Esseiva, Steinhausen

Die Maskenpflicht zum jetzigen Zeitpunkt sowie die von Kantonsärzten empfohlene Ausweitung auf den gesamten öffentlichen Raum entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage. Der momentane Anstieg (auf sehr tiefem Niveau!) der Testpositiven beruht allein auf der massiven Ausweitung der Tests.

Dies wird verschwiegen, wie auch dass der Prozentsatz der positiv Getesteten seit Wochen unter einem Prozent liegt. Mehr Tests ergeben logischerweise mehr positive Resultate. Zudem muss eine positiv getestete Person nicht unbedingt krank sein. Das Volk wird für dumm gehalten.

Soll mit dieser stupiden Maskenpflicht die Bevölkerung für die fragwürdige Impfung empfänglicher gemacht werden, oder sollen einfach nur die Maskenlager abgebaut werden?

Bruno Seiler, Zug