Leserbriefe
Lesermeinungen zum Covid-19-Gesetz

Zur eidgenössischen Abstimmung vom 13.Juni

Merken
Drucken
Teilen

Der Bundesrat greift, gestützt auf das Covid-19-Gesetz, seit Monaten sehr weit in all unsere Lebensbereiche ein. Man bekommt den Eindruck, als verlören wir zunehmend das Vertrauen ins eigene Urteilsvermögen, in die Fähigkeit unser Leben und unsere Beziehungen selbst zu gestalten. Dieses Gesetz sorgt für einen tiefen Riss quer durch die Gesellschaft. Man traut sich nicht mehr, offen zu äussern, aus Angst davor, von Mitmenschen für die eigene Meinung sanktioniert zu werden. Es entstand ein Klima des Misstrauens und der Anpassung.

Wir sind doch mündige Bürger und in der Lage unser Leben, unsere Beziehungen und unser Wirtschaften selbstständig zu gestalten. Wir sind bislang gut damit gefahren, dass wir unseren Mitmenschen und uns selbst etwas zutrauen, auch wenn wir nicht immer derselben Meinung sind. Wir selbst sind doch die Fachleute für unsere Beziehungen und in unserer beruflichen Tätigkeit. Unsere Entscheidungen sind gezielter, lebenspraktischer und besser als bundesrätlich verordnete Massnahmen. Wir brauchen deshalb kein Covid-19-Gesetz mit Gültigkeit bis zum Jahr 2031.

Die wirtschaftlichen Entschädigungen, die nicht zuletzt erst wegen dieses Gesetzes nötig wurden, lassen sich in ein entsprechendes Gesetz überführen – es sind ja alle Parteien dafür.

Adrian Reimann, Menzingen


Wir sind gegenwärtig in Anbetracht der bevorstehenden Abstimmungen wieder einmal von vielen Plakaten umgeben. Mal ist da von Ja, dann wieder von Nein die Rede. Was mich überrascht: keine Plakate zu Gunsten des Covid-Gesetzes. Im ersten Moment machte mich das stutzig. Dann aber wurde mir schnell klar: Für das Ja engagieren sich die dienstbaren Massenmedien – mit Bravour. Man könnte meinen, sie würden dafür belohnt.

Belohnt? Ach ja, da lasen wir in dieser Zeitung unlängst doch von den 98 Millionen, die der Bund – als Auftraggeber – an die Medien, den konformen «Bestell-Medien», ausbezahlt. Wie heisst es doch: Wer zahlt, befiehlt. So einfach kann Fassadendemokratie funktionieren. Und die freie Meinungsäusserung, wofür die Medien eine Plattform bieten sollten, wo ist sie in diesem Land geblieben? Belegt dieser Leserbrief das Gegenteil? Grundsätzlich: Ja. Nur drohen sie im Schwall der Mehrheitsmeinungen unterzugehen. Mehrheitsmeinung gegenüber Individualmeinung.

Wo liegt das Problem? Wer sagt und meint schon, wir wären alle gleich. Gerade darin liegt doch der Reiz einer gelebten Demokratie. Schwierig wird es einfach, wenn der Staat und die in seinem Dienst stehenden Medien vorgeben, was richtig und falsch ist. So kommt jede Demokratie zum Erliegen. Schneller als man denkt.

Daniel Wirz, Zug