Leserbriefe
Lesermeinungen zum Steuerpaket

Zur kantonalen Abstimmung vom 7. März

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Was nützt diese Steuerfusssenkung zum Beispiel all jenen bescheiden verdienenden Pflegefachleute in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen, die in den letzten Monaten mehr als nur Unglaubliches geleistet haben? Klatschen reicht nach einem Jahr Corona und über 100 Toten nicht mehr! Warum wird dem Pflegepersonal von unserem Steuergeldsegen nicht ein 50-prozentiger Lohnaufschlag als Pandemiezulage bezahlt? Nicht einmalig, sondern für die Zeit der ganzen Pandemie. Und warum erhöht man mit unserem Steuergeldsegen nicht generell die Löhne der Pflegefachleute, macht diese Berufe attraktiver? Denn sie sind bald «unbezahlbar» rar, diese Pflegeleute, und wir brauchen sie.

Was nützt diese Senkung jenen Betrieben, die wegen der langen Lockdowns für immer schliessen müssen? Sie werden kaum mehr viel zu versteuern haben – unbürokratisch nicht rückzahlbare Überbrückungsgelder hätten vielleicht mehr geholfen. Und was nützt diese Senkung jenen, die Lohnkürzungen wegen Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit erfahren müssen, den selbstständigen Kulturschaffenden, kleinen Geschäftsinhabenden oder den Kurierdienstangestellten, die wegen des Päcklibooms bis zu 20 unbezahlte Überstunden wöchentlich machen müssen?

Viele dieser Arbeitnehmenden arbeiten im Tieflohnsegment und profitieren kaum oder gar nicht von dieser Steuerfusssenkung. Und schliesslich finde ich das grosszügig angekündigte Versprechen, den Mietabzug für Wohnungen definitiv in die Steuerrechnung zu nehmen, fast zynisch. Das ist ja wohl das Wenigste, was man Mietenden, die kaum eine bezahlbare Wohnung finden können, anbieten kann. Subventionierter Sozialwohnungsbau wäre eine Alternative.

Statt Steuern zu senken, könnte der Zuger Steuergeldsegen mannigfaltig sozialverträglicher verwendet werden, besonders während der Pandemie – denn von dieser erneuten Senkung profitieren einmal mehr die Vielverdiener. Zug ist jetzt schon ein supersteuergünstiger Kanton. Deswegen sage ich Nein.

Susanne Köhler,Oberwil


Im Kanton Zug gibt es gemäss Statistik rund 55'000 Privathaushalte; davon werden rund 62 Prozent als Mietwohnungen ausgewiesen, ergibt also 34'100 Mietwohnungen. Das als Randnotiz zum Steuerpaket, welches ab 2021 neu und zeitlich unbefristet allen 34'100 Mieterinnen und Mietern ermöglicht, 30 Prozent ihrer Wohnungsmiete (bis maximal 10'000 Franken bei den Steuern in Abzug zu bringen. Auch das ist ein Grund, weshalb ich ein überzeugtes Ja einlegen werde.

Michael Felber, Kantonsrat CVP, Zug