Lesermeinungen zum Umgang mit dem Corona-Virus

Drucken
Teilen

Der Zustand unserer Gesellhaft ist mehr als besorgniserregend. Statt von Fakten sich leiten zu lassen, regiert die Angst. Statt in der Geschichte zu blicken, wird Aktionismus betrieben. Statt sinnvolle Vorgaben behutsam umzusetzen, wird im vorauseilenden Gehorsam noch einen draufgesetzt und das Unsinnige noch verschärft.

Schauen wir mal die Realität an. Die Vorgaben des Bundes zerstören unsere Kultur. Trifft das Gewebe im Innersten. Um was geht es eigentlich? Es geht um Viren. Viren verändern sich von Saison zu Saison und gehören zum Leben. Sie sind mal ansteckender, mal mit höherer Mortalität, sie treffen die Schwachen, aber immer nur «wenige». Jährlich sind es Hunderte. Das gehört zum Leben, aber unsere Gesellschaft ist nicht mehr fähig in Demut zu akzeptieren, dass das Leben endlich ist. Es darf nicht mehr gestorben werden.

Politisch gesehen, sind vier Aspekte besonders wichtig: Wir treiben einen Keil zwischen den Generationen, indem wir den Jungen die Verantwortung über die Gesundheit der Alten überantworten. Die Jugend wird langsam wütend.

Wir zerstören das Vertrauen in den Staat, weil die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass es wie bei den letzten «30» Horrorszenarien am Schluss alles halb so schlimm ist.

Wir zerstören die wirtschaftlichen Grundlagen des Gewerbes und haben noch die Frechheit, von ihnen Rücksicht auf die Arbeitnehmer zu fordern.

Wir zeigen der Jugend, dass Vertrauen fehl am Platz ist, sondern Angst die richtige Lösung ist, und glauben allen Ernstes, dass diese Jugend die wirklichen Probleme unsere Zukunft wird lösen können.

Wenn unsere Politiker ehrlich wären, würden sie zugeben, dass die Sparpolitik (Spitalplanung) dazu geführt hat, dass unser Gesundheitssystem wegen eines «normalen» Grippevirus kollabiert. Wir haben uns kaputtgespart und unsere Gesellschaft kollabiert jetzt. Unser Wirtschaftssystem schaut nur noch auf wenige, die schamlos ausbeuten und profitieren und immer reicher werden.

Zu guter Letzt noch ein Gedanke, der vielen im Moment noch abwegig vorkommen wird: Wir impfen seit Jahrzehnten, pfuschen also der Natur ins Handwerk. Irgendwie muss die Natur dafür sorgen, dass wir stark und überlebensfähig bleiben. Sollte dieser Virus wirklich gefährlich sein, ist das vielleicht ihre Antwort auf unsere Unnatürlichkeit und unser Hang, Gott zu spielen.

Michel Ebinger, Rotkreuz


Keinesfalls möchte ich das Corona-Virus an sich herunterspielen; es verdient Beachtung und Respekt. In den Köpfen der Gesellschaft herrscht allerdings bereits Krieg: Nicht ein Desinfektionsmittel hat man zum Beispiel übrig gelassen. Wer das jetzt bei sich hortet und überdosiert, öffnet seine Haut erwiesenermassen für Bakterien. Man hätte ruhig etwas übrig lassen können für Menschen, die einen echten Bedarf dafür haben.

Der Egoismus ist die schlimmste Pandemie der aktuellen Zeit. Ellbogentechnik herrscht vor, die Regale werden geplündert, es ist äusserst erschreckend.

Seife und langes, gründliches Händewaschen hilft in dieser Situation besser als diese raffgierigen Hamsterkäufe. Und die leidigen «drei Küsschen» sind hoffentlich auch Vergangenheit. Hiermit appelliere ich an die Vernunft. Schutz vor dem Virus muss sein, für jeden Menschen, Abstand zu halten, tut not.

Vernunft möge das Virus besiegen, denn dieses egozentrische, panische Verhalten trägt nichts zum Guten bei.

Cornelia Manuela Bott, Baar