Leserbrief

Lesermeinungen zum Zuger Denkmalschutzgesetz

Zur Abstimmung über das kantonale Denkmalschutzgesetz am 24. November

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Der zuständige Regierungsrat Andreas Hostettler hat es an seiner Ansprache vom 14.  September zu den europäischen Tagen des Denkmals schon fast beschwörend betont: Nur 2,2 Prozent der Gebäude im Kanton Zug sind geschützt. Im schweizweiten Durchschnitt sind dies 3,5 Prozent.

Die Verfechter der missratenen Revision des Denkmalschutzgesetzes behaupten auf ihrer Website, die Revision stelle nun endlich einen massvollen Umgang hinsichtlich Denkmalschutz im Kanton Zug sicher. War denn der bisherige Umgang masslos? Zuweilen masslos erscheint mir die Lust auf fette Gewinne, welche die hohen Immobilienpreise im Kanton Zug versprechen. So entsteht der – im Vergleich mit anderen Kantonen – übermässig grosse Druck auf geschützte und inventarisierte Immobilien und so geht unter anderem auch günstiger Wohnraum verloren.

Die Befürworter der Revision stellen sich so dar, als würden sie den Denkmalschutz sicherstellen: eine interessante, wenn auch eigenwillige Argumentation. Dabei ist die Revision ein Angriff auf unsere Kultur, auf unsere Heimat und auf unsere Identität. Am 24. November kann die Stimmbevölkerung dies korrigieren.

Martin Hosek, Zug


Einst stand auf dem Hügelrücken der Halbinsel Buonas bei Risch eine grosse schlossähnliche Villa. Dieses «Neues Schloss Buonas» genannte Gebäude war ein Prachtbau im neuenglischen Stil und wäre heute sicher ein Wahrzeichen der Gemeinde Risch und wohl auch eines des Kantons Zug sowie der Schweiz. Doch im Jahre 1970 gab es im Kanton Zug noch keine Denkmalpflege. Die Schlossresidenz wurde abgebrochen. Einem anderen Wahrzeichen des Kantons ging es besser, aber nur knapp. Im Jahre 1974 wurde ernsthaft der Abbruch der Burg Zug erwogen. Zum Glück war zwischenzeitlich die Denkmalpflege ins Leben gerufen worden. Das älteste und historisch bedeutendste Gebäude des Kantons konnte gerettet werden. Und jetzt soll die Denkmalpflege faktisch wieder abgeschafft werden. Die Befürworter der Revision des Denkmalschutzgesetzes werden dem widersprechen und betonen, wie wichtig ihnen der Denkmalschutz sei, bloss etwas «modernisiert» soll er werden.

Sollte das neue Denkmalschutzgesetz angenommen werden, haben die staatlichen Denkmalschützer den Wortlaut des Gesetzes umzusetzen. Und dieser lässt keinen Zweifel: Kaum ein Gebäude im Kanton könnte mehr geschützt werden. Wollen wir unsere Denkmäler nur noch als Wikipedia-Eintrag? Nein zum Denkmalschutzgesetz!

Richard Hediger, Rotkreuz