Leserbrief
Lesermeinungen zur Abstimmung in der Gemeinde Cham

Zur Abstimmung vom 29.November über die Änderung des Bebauungsplans Allmend Hagendorn und die Teiländerung des Zonenplans

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Wir liessen uns Anfang der 1980er-Jahre als Familie in Hagendorn nieder, wo unsere beiden Kinder die Primarschule besuchten. Die Schreinerei Baumgartner hatte damals ihre Gebäude in der Nähe des Primarschulhauses, nahe der Lorze. Dies sehr zur Freude der Kinder. Wählten sie den Weg der Lorze entlang und hinter dem Schreinereigebäude durch, fanden sie immer wieder ein Stück Holz. Niemand störte sich an der kleinen Schreinerei – sie gehörte einfach dazu! Als es im Jahre 2003 um die Vergrösserung ging, gab es Bedenken und Einwände aus der Bevölkerung in Hagendorn betreffend Standort und Grösse der Gebäude.

Mit genügend «Motivation» der Befürworterinnen und Befürworter wurde die Baubewilligung an der Gemeindeversammlung vom 23.Juni 2003 aber leider gutgeheissen. Damals hiess es jedoch ganz klar: Grösser wird es dort nicht mehr! Mit diesem Versprechen konnten viele noch die Kröte schlucken. Doch, wo stehen wir heute?

Bei der seinerzeitigen Planung der bestehenden Fensterfabrik hätte es sicher noch genügend freies und gut erschlossenes Industrieland im Kanton Zug entlang der Autobahn gegeben! Dieses wäre aber wahrscheinlich teurer gewesen als das von der Firma Baumgartner erworbene Land in Hagendorn, weshalb die Erweiterungsbauten unbedingt in Hagendorn errichtet werden mussten.

Ein so grosser Industriebau gehört einfach nicht in einen sonst ruhigen und überschaubaren Aussenweiler wie Hagendorn. Die grossen Lastwagen, welche täglich zu jeder Tageszeit von und zur Fensterfabrik fahren, bräuchten breite Strassen und keine schmalen Dorfstrassen. Oder ist gar für die jetzt schon absehbare übernächste Erweiterung des Fabrikationsbetriebs eine breite Strasse von der Sinserstrasse her direkt durch den Wald geplant?

Sylvia Roth, Hagendorn


Am 29.November stimmen wir in der Gemeinde Cham über die Änderung des Bebauungsplans Allmend Hagendorn und die Teiländerung des Zonenplans ab. Die beiden Vorlagen verdienen es, mit je einem Ja beantwortet zu werden. Was ich schon vor Jahresfrist anlässlich eines Besuches der GLP in Hagendorn festhielt, gilt nach wie vor: Wir können stolz sein, dass wir in der Gemeinde Cham einen so modernen Betrieb haben, der die Rücksicht auf die Umwelt in der Produktion aber auch nun in der Erweiterung zu einer Priorität erklärt hat. Damit diese Erfolgsgeschichte weitergeht, braucht es eine Zustimmung zu den Plänen.

Claus Soltermann, Kantonsrat, Präsident GLP Cham


Die Nein-Sager in Cham melden sich wieder: Die gleichen Leute, welche die Papieri versenken wollten und die Kanti in Cham vorläufig versenkt haben, haben sich nun auf die Fensterfabrik Baumgartner in Hagendorn eingeschossen. Schade! Sehen diese Leute denn nicht, dass wir solche Betriebe nötiger haben denn je?

Die Welt befindet sich mitten im Coronasturm, viele Leute haben Angst um ihre Arbeitsstelle – und da kommen Personen und wollen eine innovative Firma daran hindern, in Hagendorn zu bleiben und sich weiterzuentwickeln. Da müssen wir Einhalt gebieten – indem wir am 29.November zweimal Ja sagen!

Marc Plüss, Cham


Wie lange geht es noch bis sich der Liegenschaften-Besitz der Firma Baumgartner in Hagendorn von der Flurstrasse bis zur Dorfstrasse ausdehnt? Dann ist die Vorzeigesiedlung Hofmatt ihr Nachbar.

Mit dieser Feststellung will ich darauf hinweisen, dass es mit dem Weiterausbau der Fensterfabrik zur «grünen Fabrik» viele Mitarbeitende der Firma Baumgartner geniessen werden, haben sie doch eine grüne, geschützte Landschaft vor sich. Keine Freude, dafür immer mehr Ärger haben einige hundert Hagendornerinnen und Hagendorner, welche mehrere Jahre unter Baulärm, Staub, verschmutzten Strassen, Zu- und Wegverkehr von Baumaschinen, Lastwagen mit Anhängerzügen, nebst den Firmenfahrzeugen und den Pendlerfahrzeugen, zu leiden haben. Es wird abgebrochen, in die Höhe und Tiefe gebaut – das Pfählen ist nicht ganz lautlos. Gleichzeitig wird weiterproduziert, ausgeliefert und Zulieferanten bringen Rohmaterial und Fertigbestandteile.

Also eigentlich ein lebhafter Fabrikationsbetrieb, den wir lieben, aber nicht in einer Wohn- und Arbeitszone, sondern in einer Industriezone.

Immer mehr Chamerinnen und Chamer sind für mehr Lebensqualität und nicht nur für reines Wachstums- und Wirtschaftsdenken. Also lehnen sie das standortfremde Erweiterungsprojekt an der Urnenabstimmung vom 29.November ab.

Hermann Kiener, Cham