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Leserbrief

Lesermeinungen zur aktuellen Klimadebatte

«Klimaerwärmung verdreht», Ausgabe vom 24. März

In seinem Leserbrief zu meinem Standpunkt «Klimaerwärmung einfach erklärt» hat Herr Balsiger in einem einzigen Punkt Recht. Die Feststellung, dass CO2 leichter als Luft ist, war falsch. Das CO2 – steigt aufgrund von Konvektionsströmungen in die höheren Atmosphärenschichten. Ich bedanke mich bei Herrn Balsiger für den Hinweis.

Stefan Huber, Gemeinderat GLP, Zug


Es gibt keinen Zweifel, das Erdklima erwärmt sich. Die Ursache wird in durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen erzeugtem CO2 und anderen Treibhausgasen durch den Menschen gesehen. Der schwedische Physiker und spätere Nobelpreisträger Svante Arrhenius verfasste als Erster um 1896 ein einfaches Klimamodell. Er behauptete, dass eine Halbierung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre ausreiche, um eine Eiszeit auszulösen. Eine Erhöhung würde dann natürlich zur Erderwärmung führen. Die Vereinten Nationen gründeten 1988 das IPCC (Intergovernmental Panel on Climat Change), das seither alarmierende Berichte über eine vom Menschen verursachte Klima­erwärmung veröffentlicht. Der Anteil aller vom Menschen verursachten Treibhausgase in der Atmosphäre beträgt etwa ­ 5 Prozent.

Die Norwegerin Gro Harlem Brundtland als Vorsitzende der World Commission on Environment and Development wollte schon 1987 das ständige Wachstum der Wirtschaft stoppen und Nachhaltigkeit durch ein Null-Wachstum erreichen. Sie hatte keinen Erfolg. Unsere Gesellschaft beschleunigt sich ständig und ihr CO2 generierender Energiehunger wächst rasant. Unsere Atmosphäre hat sich während Jahrmillionen durch die Sauerstoffproduktion von Pflanzen und Wäldern aus einer schwefelhaltigen Suppe zu einem atembaren Stoff entwickelt. Der Mensch hat in der kurzen Zeit seiner Existenz 50 Prozent der Wälder, also die Hälfte unserer Lunge, weltweit abgeholzt. Und der brutale Raubbau geht weiter. Unsere Städte werden immer dichter. Beim Bau eines Hauses über 25 Meter Höhe wird der Aufwand an Material für die Statik, Technik und Erschliessungen ­wesentlich höher, und damit die Bauenergie. Mit den so in der Stadt Zürich in den letzten 5 Jahren zusätzlich verbrauchten CO2 generierenden Bauenergien für Häuser über 25 Meter könnte man alle Haushalte der ganzen Stadt während langer Zeit beheizen und mit Warmwasser beliefern. Hochhäuser sind zudem in Bezug auf die Siedlungsdichte uneffizient.

Aber nur den Menschen ver­antwortlich zu machen, widerspricht unserem Wissen.

Der dänische Meteorologe und Spezialist für Wolkenbildung und kosmische Strahlung Henrik Svensmark legt Beweise vor, dass die Temperatur der Erde vor allem durch den Einfluss der kosmischen Strahlung (GCR) auf die Wolkenbildung beeinflusst wird. Die Auswirkung der Sonnenaktivitäten auf das Erdklima ist durch die langen periodischen Schwankungen der Erdachse (in 25 700 Jahren zwischen 21,5 und 24,5 Winkelgraden) vom Auftreffwinkel der Strahlung abhängig. Schon die kleinsten Änderungen haben globale klimatische Konsequenzen. Aktuell nimmt die Achsenneigung um 0,47 Winkelsekunden pro Jahr ab. Auch gemäss den Eisbohrkerndaten wechselten sich in der Vergangenheit «Treibhaus»- (Warmzeiten) und «Eishaus»-Bedingungen (Kaltzeiten) auf der Erde regelmässig ab. Wir befinden uns nach dem Ende einer mittelalterlichen kleinen «Maunder»-Eiszeit mit ihrem Minimum im 17. Jahrhundert in einer beginnenden Warmzeit mit laufenden Temperaturanstiegen.

Die Erderwärmung findet offenbar auch ohne den Menschen statt. Nun nur die CO2-Keule zu schwingen und die sonstigen Missbräuche der Erde durch den Menschen nicht mit einzubeziehen, ist ein Kopf-in- den-Sand-Stecken der Missetäter. Wir werden uns in Zukunft mit katastrophalen Naturereignissen konfrontiert sehen. Dafür müssen wir uns aber realistisch mit den Ursachen auseinandersetzen und die Mittel für die Bewältigung der Folgen rechtzeitig zur Verfügung stellen.

Kurt Signer, Baar

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