Leserbrief

Lesermeinungen zur Coronaproblematik

Zu diversen Artikeln im Zusammenhang mit der aktuellen Coronapandemie

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In den Medien werden wir täglich über die aktuelle Entwicklung der Coronafälle informiert. Ich ärgere mich über die einseitige und auch irreführende Art der Information. Denn über die Anzahl Tests, die dem Ergebnis zugrunde liegen, wird geschwiegen. Am Wochenende sinken jeweils die Zahlen, weil angeblich aufgrund geschlossener Arztpraxen auch weniger Tests durchgeführt werden. Prompt steigen dann die Zahlen während der Woche wieder an. Ein Referenzwert, der sich aus der Anzahl der positiv getesteten Personen und der Anzahl der durchgeführten Tests ergibt, wäre aussagekräftiger. Dazu ein Beispiel:

Nehmen wir an, die Anzahl Tests an einem bestimmten Tag beträgt 836. Daraus resultieren 96 coronapositive Fälle. Dies ergibt einen Referenzwert von 96:836 = 0,11 oder 11 Prozent. Wäre bei der gleichen Anzahl Tests die Infektionszahl höher, z.B. 131, ergäbe sich ein Referenzwert von 0,16 oder 16 Prozent. Anstieg: 5 Prozent. Im Extremfall – sollten alle getesteten Personen positiv sein – würde sich der Wert 1 oder 100 Prozent ergeben. Wäre umgekehrt keine getestete Person positiv, ergäbe sich der Wert 0 oder entsprechend 0 Prozent. Fazit: Wird nur die Zahl der Neuinfizierten publiziert, entsteht für die Öffentlichkeit kein reelles Bild der tatsächlichen Coronaentwickl­ung. Der beschriebene Referenzwert und die daraus resultierende Angabe von Zunahme oder Abnahme in Prozent sind zusätzliche Angaben, die unbedingt zu einer vollständigen Information gehören!

Georges Moos, Cham


Nein, Schweden hat es meiner Meinung nach in der Coronakrise doch nicht besser gemacht. Ich bin ursprünglich Schwede und folge der Coronaentwicklung in Schweden und in der Schweiz sorgfältig. Ich muss sagen, in der Schweiz haben die Behörden viel gemacht, um die Bevölkerung so gut wie möglich zu schützen.

Aber, ich bin entsetzt und enttäuscht über das, was die schwedischen Behörden zu Stande gebracht haben. Man hat fast nichts gemacht. Alles war sozusagen freiwillig. Die Bars, die Restaurants, die Busse etc. waren am Anfang bumsvoll! So verbreite sich Corona rasant. Es hiess, die älteren Leute müssen geschützt werden. Aber Schutzausrüstung oder Kenntnisse, wie man vorgehen sollte, gab es nicht. Die Krankheit wurde ganz einfach in Schweden hereingelassen ohne Gegenmassnahmen! Diese Strategie hat Proteste hervorgerufen. Eine Gruppe von 21 Experten protestierte vor einigen Monaten laut, und die Proteste werden heute lauter. Geholfen hat es jedoch nicht. Man wich von der Strategie nicht ab – egal was. Die Kritiker reden von einer «Sekte» in der Gesundheitsbehörde, welche die Politik der Regierung um jeden Preis verteidigt.

Alain Berset äusserte sich, als er die Verantwortung für weitere Coronamassnahmen den Kantonen weitergab: «Wir mussten die Schweiz sanft schliessen, weil wir nicht richtig wussten, was auf uns zukommen würde.» Das war ganz richtig gemacht und hat sicher mehreren tausend Menschen das Leben gerettet. Die Schweiz hat eine lange Grenze zu Italien (mit Lombardei). Schweden hat um sich Wasser und Wälder zu Norwegen und Finnland. Betrachtet man diese Unterschiede, hat die Schweiz die Coronakrise so weit sehr gut gemeistert. Vielen Dank Bundesrat, BAG und Gesundheitspersonal.

Die Coronabilanz in Schweden ist traurig. Heute haben sie 5700 Tote, fast dreimal mehr als die Schweiz und zwölfmal mehr als Norwegen pro 10000 Einwohner. Schweden will sich nicht mit den Nachbarländern Norwegen, Dänemark und Finnland vergleichen, weil Schweden in derselben Coronagruppe wie Italien und Spanien ist, und dort sieht es für Schweden ein bisschen besser aus. Aber Schweden sollte sich mit den Nachbarländern vergleichen, um Bilanz zu ziehen. Dass, das Bruttonationaleinkommen nicht so sinkt, wenn alles offen ist, ist nicht erstaunlich. Aber, dass Schweden, wie es aussieht, wirtschaftlich nicht besser als die Nachbarländer abschneidet, ist ziemlich erstaunlich.

Bei den Toten sind viele ältere Menschen zu beklagen. Was in Schweden bekannt (aber im Ausland unbekannt) ist, ist, dass vielen Älteren die Behandlung in den Spitälern verweigert wurde! Sie wurden ganz einfach abgewiesen, und sie starben ohne richtige medizinische Behandlung. Viele von ihnen hätten gute Überlebenschancen gehabt. Viele Angehörige haben dies in den Medien bekannt gemacht. So hat man es geschafft, dass das Gesundheitssystem, besonders in Stockholm, nicht zusammengebrochen ist. Man sah so nicht wie die Lombardei aus. Die Leiterin der schwedischen christlich-demokratischen Partei «Kristdemokraterna», Ebba Busch, äusserte sich vor einigen Wochen: «Wir haben eine Kultur in Schweden entwickelt, in der es aussieht, als ob das Leben älterer Menschen keine Rolle spielen würde.» Sie ist diesbezüglich nicht allein. Mehrere andere haben sich ähnlich geäussert. Tragisch!

Ich hoffe, dass, da so viele Menschen in Schweden unnötig sterben mussten, dies aufgearbeitet wird mit entsprechenden Konsequenzen.

Arne Brander, Cham


Zuerst: Maskenpflicht im ÖV. Dann: steigende Fallzahlen. Ergo, jetzt kommt’s: noch mehr Masken, so in Geschäften und anderswo (Empfehlung der Experten).

Da soll einer noch die Denkweise, sprich Argumentation unserer «Experten» verstehen und dann auch noch ihren offensichtlich ganz und gar willkürlichen Vorgaben Folge leisten. Ich habe die Nase voll, definitiv.

Daniel Wirz, Zug


So eine blödsinnige Binsenweisheit und Statistik des BAG. Bevor man sich innerhalb der Familie ansteckt, muss sich jemand von der Familie ausserhalb angesteckt haben.

Gerhard Musshafen, Risch