Leserbrief

Lesermeinungen zur Einzonung für eine allfällige Kantonsschule in Cham

Zur Abstimmung vom 10. Februar

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Der Kanton Zug plant eine neue Kantonsschule im Ennetsee. Er hat dafür im Jahr 2012 einen Vertrag über das Kaufrecht für Land im Gebiet Cham Allmendhof/Röhrliberg abgeschlossen. Als Kaufpreis wurden 20 Millionen Franken vereinbart (rund 550 Franken/Quadratmeter). Nach Angabe des Gemeinderates Cham soll jetzt der Kaufpreis plötzlich 39, 7 Millionen (rund 1100 Franken/Quadratmeter) betragen. Dazu schreibt der Gemeinderat in der Gemeindeinfo vom Dezember: «Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass der Zuger Kantonsrat ein so hohes Kreditbegehren ablehnt und auf eine Kanti in Cham verzichtet.» Um dies zu verhindern, schlägt er folgendes vor: Der Kanton bezahlt für das Land 20 Millionen, wie 2012 vereinbart. Die Differenz von 19,7 Millionen übernimmt Cham als Standortbeitrag. Das heisst, der Gemeinderat unterstützt mit Steuergeldern eine gewaltige Bodenpreisspekulation und hilft mit, dass sich der Landpreis plötzlich verdoppelt, ohne irgendeinen Mehrwert.

550 Franken pro Quadratmeter, für nicht erschlossenes und nicht eingezontes Landwirtschaftsland sind bereits ein sehr stolzer Preis. 1100 Franken/Quadratmeter sind reine Spekulation. Bitte sagen Sie bei der Abstimmung Nein zu dieser Spekulationsförderung.

Wilfried Wimmer, Cham


Erinnern Sie sich noch an die Diskussionen an der Gemeindeversammlung vom Dezember 2011, als es um den Erwerb der Täubmatt («Westerweiterung des Villette-Parkes») ging. Viel zu teuer sei das! Es ging um einen Quadratmeterpreis von 305 Franken, welcher später noch auf 275 Franken reduziert wurde. Der Kauf für die rund 12300 Quadratmeter zu einem Preis von 3,4 Millionen Franken wurde schliesslich im April 2012 in einer Volksabstimmung mit 55 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Jetzt soll also Land für eine Kanti Ennetsee zu einem Quadratmeterpreis von 1100 Franken, also dem Vierfachen des obigen Wertes, gekauft werden. Dabei soll ein rund 35 Meter breiter Alibi-Streifen mit einer Fläche von rund 7600 Quadratmetern als «Grüne Lunge» nicht überbaut werden. Dieser Land-Anteil kostet somit unglaubliche 8,4 Millionen Franken! Man vergleiche die Nutzwerte dieser beiden Naturflächen. Natürlich könnte man auch auf eine Einzonung und einen Kauf dieses Teils verzichten, d. h. man liesse diesen einfach in der Landwirtschafts-Zone. Grün bleibt grün! Es ist ja äusserst rätselhaft, was die Gemeinde hier mit «besonders guter Gestaltung» noch erreichen will. Zinstragende Goldbäume pflanzen? Das tragische an der Geschichte ist, dass bei der Abstimmung ja keine Alternativwahl besteht. Deshalb ist klar: Nein zu dieser Einzonung.

Moritz Keller, Cham


In der Gemeindeinfo vom September 2018 schreibt der Gemeinderat: «Unsere vielseitigen Grün- und Freiräume tragen viel zu unserer hohen Lebensqualität bei.» Durch die geplante Zonenplanänderung Allmendhof/Röhrliberg für den Bau einer neuen Kantonsschule werden die hochgelobten Grün- und Freiräume der Gemeinde Cham stark abgeschwächt und begünstigen die Klimaerwärmung. Frühling und Sommer 2018 haben uns gezeigt, wie die Zukunft aussehen wird. Wir müssen alle Sorge tragen und aktiv mitdenken, wenn wir die gegenwärtige «Grüne Lunge» retten und weiterhin beibehalten wollen, statt sie zu bebauen.

Nochmals aus dem erwähnten Artikel zitiert: «Grün- und Freiräume, Wald- oder Wiesenflächen können die Temperatur-Spitzenwerte im Sommer massiv beeinflussen und senken.» «... verbessern wir nicht nur das Klima in unserer Gemeinde, sondern der Aufenthalt wird mit diesen tollen Grünräumen wesentlich angenehmer.» Der Gemeinderat sollte seinen eigenen Worten treu bleiben und sich für andere, bessere Lösungen zum Nutzen der Bevölkerung einsetzen.

Deshalb Nein zur Zonenplanänderung!

Giorgio Bottani, Cham