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Leserbrief

Lesermeinungen zur Fair-Food-Initiative

Zur eidgenössischen Abstimmung vom 23. September

Sind wir ein Volk von Egoisten? Ich denke nicht. Wir sehen vor unseren Augen die eventuelle Erhöhung der Preise, Einschränkung der «Artenvielfalt» beim Einkauf und die Auseinandersetzungen mit anderen Staaten wegen Abkommen.

Sehen wir auch, was die jetzigen Verhältnisse im Ausland, in den Herstellerländern, anrichtet? Arbeiterinnen und Arbeiter arbeiten unter miesesten Bedienungen. Ganze Landschaften werden nach und nach zerstört. Das wird eine Zeit lang noch gut gehen. Und danach, was kommt dann? Denken wir noch einmal an unseren «ökologischen Fussabdruck». Wenn alle so leben würden wie wir in der Schweiz, bräuchten wir drei Erden, um für alle, diese Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Aber wir haben nur die Eine. Was genau wollen wir unseren Nachkommen hinterlassen? Wenn wir so weitermachen, schiessen wir über kurz oder lang ein «Eigengoal». Wenn wir Schweizer mit dem Umdenken nicht anfangen, wer dann? Wir, als eines der reichsten Länder der Welt, haben die Möglichkeit dazu. Geld regiert die Welt, heisst es so schön. Aber wie lange noch? Vielleicht wären wir gut beraten, wenn wir wieder einmal etwas anderes sehen als Geld und Profit. Leben heisst auch Essen, heisst somit, dass wir zu unserer Natur Sorge tragen. Das machen wir aber sicher nicht, wenn wir die Natur immer mehr ausbeuten und langsam zerstören. Auf jeden Fall können wir in diesem Bereich uns nicht auf die Digitalisierung verlassen. Oder haben sie schon einmal gehört, dass aus einem 3D-Drucker Lebensmittel gemacht wurden, die essbar waren, ohne natürliche Grundzutaten?

Martin Iten-Iten, Alosen


Eigentlich hat niemand etwas gegen umweltschonende Lebensmittel, doch im Alltag sieht es wieder anders aus: Meist hat man keine Zeit, sich vertieft mit bestehenden Labels, Herkunft und Produktionsart von Lebensmitteln auseinanderzusetzen. Der Griff zum nächstbesten Produkt ist dann schnell gemacht, ohne sich über die Produktionskette vom Feld bis zum Laden Gedanken zu machen. Die Fair-Food- Initiative will dem Entgegenwirken. Sie verlangt, dass regionale und nachhaltige Produkte gestärkt werden und unnötig lange Transporte vermieden werden. Sie möchte Foodwaste vermeiden. Für die aus dem Ausland importierten Lebensmittel sollen gleiche Standards wie in der Schweiz gelten.

Gegner der Initiative sagen, dass für die importierten Güter umständliche Kontrollen nötig sind und die Lebensmittel dadurch teurer werden. Wie viele Produkte wirklich teurer würden, ist umstritten. Vermutlich trifft es für die Billigprodukte zu. Doch ich finde, die Frage sollte nicht sein: «Werden Lebensmittel teurer?», sondern: «Wieso können heute manche Produkte so billig angeboten werden?» Oft stecken schlechte Arbeitsbedingungen, Tierquälerei und Umweltzerstörung hinter einem zu billigen Produkt. Ab und zu liest man wieder von ausgebeuteten Arbeitern, die zu unmenschlichen Bedingungen arbeiten, sich aber trotzdem keine Wohnung leisten können. Oder Kinder, die auf dem Feld mithelfen, weil die Eltern zu wenig verdienen, um ihren Nachwuchs in die Schule zu schicken. Oder Ackerböden, die von der zu intensiven Produktion nachhaltig zerstört werden. Oder industrielle Massentierhaltungen, wie sie in der Schweiz verboten sind. Etwas mehr Transparenz und Kontrollen sind unabdingbar, wenn man solche Zustände nicht weiter durch seinen Konsum (unbewusst) unterstützen möchte. Statt die Augen vor solchen Missständen zu verschliessen, ist es Zeit, soziale und ökologische Standards auch über die Landesgrenze hinaus zu verlangen.

Übrigens wären faire Bedingungen im Ausland ein wichtiger Schritt, um den Menschen vor Ort bessere Perspektiven zu bieten, statt dass sie ihre Zukunft über lebensgefährliche Wege nach Europa und in die Schweiz suchen. Die heutige Lebensmittelproduktion mit teilweise furchtbaren Arbeitsbedingungen, unnötig langen Transportwegen, Massentierhaltung und umweltschädlichen Folgen muss hinterfragt werden. Dies darf nicht auf Kosten der Umwelt, des Tierwohls und der Arbeiter sein. Deshalb stimme ich am 23. September Ja zur Fair-Food-Initiative.

Stéphanie Vuichard, Kantonsratskandidatin Alternative-die Grünen, Zug


Welche Werte und Charaktereigenschaften werden am 23. September den Unterschied an der Urne ausmachen? Ganz ehrlich: Wir alle wissen Bescheid. Unser Konsumverhalten und insbesondere unsere Ernährungsgewohnheiten haben unnatürliche und ungesunde Formen angenommen. Das führt dazu, dass Lebensmittel in Massen industriell, in Tierfabriken, auf Monokulturen und ohne Rücksicht auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen hergestellt werden.

Wer sich über die Herkunft unserer Lebensmittel informiert und dazu Gedanken macht, dem kann es nicht egal sein, was in unserem Verdauungstrakt landet. Zugegeben, als Konsument ist es nicht immer einfach, in allen Fällen die beste Entscheidung zu treffen. Umso mehr braucht es gesetzliche Regelungen, die einen Mindeststandard festlegen, damit wir Genuss und Gesundheit mit einem guten Gewissen verbinden können und für niemanden in der Wertschöpfungskette ein Nachteil entsteht.

«Für gesunde sowie umweltfreundlich und fair hergestellte Lebensmittel», dafür steht die Fair-Food-Initiative. Also, dass Lebensmittel im Einklang mit dem Tierwohl und der Umwelt sowie unter fairen Arbeitsbedingungen produziert werden.

Konkret sollen zukünftig Produkte aus bäuerlicher Landwirtschaft, fairem Handel und aus regionaler und saisonaler Produktion einen Marktvorteil erhalten. Ferner zielt die Initiative auf eine artgerechte Tierhaltung und weniger Lebensmittelverschwendung. Die Transportwege sollen kürzer werden, Herkunft und Produktionsbedingungen sollen transparent deklariert werden.

Hand aufs Herz, lieber Genussmensch und Gutengewissenskonsument, was ausser Gleichgültigkeit oder Unwissenheit wird Sie daran hindern, ein Ja für die Fair-Food-Initiative zu platzieren? Ich zähle auf Ihre Achtsamkeit gegenüber Mensch und Umwelt!

Phil Eicher, Kantonsratskandidat Alternative-die Grünen, Hünenberg

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