Leserbrief

Lesermeinungen zur Kantonsschule Ennetsee

Zur Abstimmung vom 10. Februar in der Gemeinde Cham

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Um eine hauchdünne Volksmehrheit für die UCH (Umfahrung Cham-Hünenberg) zu gewinnen, wurde bekanntlich für die Beruhigung des Chamer Ortszentrums das Blaue vom Himmel herunter versprochen. Jetzt tun sich die Behörden schwer damit, die damaligen vollmundigen Zusicherungen wenigstens ansatzweise zu verwirklichen. Eines ist sicher: Auch der Bau einer neuen Kantonsschule Chamer Allmend bringt genau dort zusätzlichen Mehrverkehr.

Wie an der Orientierungsversammlung zu vernehmen war, soll der gesamte Zu- und Wegfahrtsverkehr über das kurze Strassenstück zwischen Überbauung und Schulanlage Röhrliberg geführt werden. Das ist ein Wanderweg-Bereich, wo sich momentan Kinder vom Laufenlernen bis zur Oberstufe, Hundebesitzer und Parkplatz suchende Automobilisten mit einer gewissen Narrenfreiheit tummeln. Vorher verstopfen diese gleichen Autos zusätzlich Zugerstrasse, Luzernerstrasse, Sinserstrasse und Bärenkreisel, also genau jene Strassenzüge, welche man für 200 Millionen mit dem Bau der UCH eigentlich entlasten wollte. Als Alternative wäre höchstens möglich, was viele «Sportler» seit 40 Jahren meist ungestraft vormachen: nämlich von der Luzernerstrasse her verbotenerweise den Allmendweg als Autostrasse zu benützen.

Da bei genügend Geld immer mehr Leute auf das Auto angewiesen sind, wird dann über kurz oder lang dieser Allmendweg als zweite Zufahrt ausgebaut, und die am Orientierungsabend hochgelobte «grüne Lunge» ...

Jetzt brauche ich gar nicht mehr weiter zu schreiben. Es gibt im Kanton Zug ja genügend Beispiele, was mit den versprochenen Alibi-Kompensationsmassnahmen jeweilen geschieht, wenn die Bagger ihr Werk abgeschlossen haben.

Jürg Röthlisberger, Cham


Es ist sehr stossend und befremdend, wie Gegner der Vorlage wissentlich finanzpolitisch mit Falschaussagen argumentieren, auch im in die Haushaltungen verteilten Flyer. Fakt ist: der Landverkauf soll wirtschaftlich so abgewickelt werden, wie das 2012 vertraglich vereinbart wurde: Der Verkäufer erhält 16 Millionen Franken, der Kanton bezahlt 20 Millionen, 4 Millionen erhält die Gemeinde für die Grundstückgewinnsteuer. Damit liegt der Verkaufspreis bei rund 425 Franken/Quadratmeter. Die Vorlage (Kaufpreis 40 Millionen, Grundstückgewinnsteuer 24, Standortbeitrag 20 Millionen) ist ein Konstrukt, um die ursprüngliche Vereinbarung finanziell 1:1 umzusetzen. Es ist Fantasie, dass die Gemeinde irgendwem ein 20-Millionen-Geschenk macht und die angeblichen 24 Millionen besser anderswie verwenden solle. Und die Frage sei erlaubt: macht es nicht Sinn, die jetzt schon Richtung Zug überlastete ÖV-Infrastruktur zu entlasten und die Schüler in der Nähe auszubilden, wo sie wohnen?

Markus von Flüe, Cham