Leuchtturmprojekte zeigen kreative Ideen

Mit den Leuchtturmprojekten will der Verein Pro Velo Zug den politischen Willen verdeutlichen, ein funktionales und komfortables Velonetz im Kanton Zug zu errichten.

Désirée Hotz
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Ein Lift auf die alte Lorzentobelbrücke – was dem einen oder anderen etwas nach Wunschträumerei erscheinen mag, ist Teil der Leuchtturmprojekte des Vereins Pro Velo Zug.

Hierbei handelt es sich um Projekte, welche den politischen Willen verdeutlichen sollen, ein funktionales und komfortables Velonetz im Kanton Zug zu errichten. Ähnlich gewagt mag das Projekt eines eigens für Velofahrer errichteten Tunnels in Cham klingen. Dass diese Projekte polarisieren, ist sich Victor Zoller, Co-Präsident von Pro Velo Zug, durchaus bewusst: «Die beiden Projekte sind etwas gewagt, zeigen aber auf, dass immer mehr Velofahrende Komfort wünschen, auch ältere oder solche, die mit Gepäck und Kindern unterwegs sind.» Darauf gelte es, aufmerksam zu machen. «Bei den Leuchtturmprojekten geht es darum, den Horizont zu öffnen, über kreative, innovative und auch etwas utopische Ideen zu diskutieren», erläutert Zoller.

Trotzdem, die Frage nach der Nachhaltigkeit eines Liftes ist wohl gerechtfertigt. Hinter den Projekten steht ja nicht nur Pro Velo Zug, sondern auch die Alternative–die Grünen (ALG)Zug sowie der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS), welcher sich für ökologischen Verkehr einsetzt. Ökologischer Verkehr und ein energieintensiver Lift, ist das kein Widerspruch? Doch Zoller argumentiert: «Ein Lift, der nur mit erneuerbarer Energie betrieben ist – wenn diese dann einmal überschüssig verfügbar sein wird – , wäre vorstellbar.» So mögen diese Projekte zwar momentan noch Zukunftsmusik sein, doch machen sie auf die Bedürfnisse des Vereins aufmerksam. Realisierbarer wäre hingegen ein Fahrverbot auf den Zugerberg, da der Autoverkehr – vor allem an Feiertagen und Wochenenden – für Velofahrer nicht nur störend, sondern auch gefährlich sein kann. Das Leuchtturmprojekt zielt darauf ab, ein Fahrverbot ab dem Restaurant Rötel, Allenwinden, und ab Walchwil zumindest an diesen Tagen für Motorwagen, Motorräder und Motorfahrräder zu errichten. Zoller ist sich sicher: «Der Zugerberg würde enorm aufgewertet werden.»

Kutschenfahrten zur Überbrückung

Auch für die dort ansässigen Restaurants und Schulen gäbe es funktionale Lösungen: «Schulen wollen kein Mamitaxi und funktionieren auch mit der Bahn. Restaurants und Landwirte haben eine Zufahrtsmöglichkeit.» Damit auch der Pfaffenboden mit dem Zugerberg verbunden bliebe, bestünde für Zoller die Möglichkeit, zwischen dem Vordergeissboden und dem Pfaffenboden eine Verbindung per Kutsche zu organisieren.

Die von Pro Velo Zug entwickelten Leuchtturmprojekte sollen – im Gegensatz zu dem defizitorientierten Schwachstellenkatalog – eben auch positive Akzente setzen. «Wir entwickeln sicher noch weitere Ideen», verspricht Zoller. Gegenwärtig sind zusätzliche, eventuell einfacher realisierbare Leuchtturmprojekte geplant. So setzt sich Pro Velo Zug auch dafür ein, zwei Velobrücken bei den Unterführungen beim Campingplatz Brüggli und beim Choller Richtung Cham entlang der SBB-Gleise zu errichten. Eine direkte Verbindung von Lindencham und Eizmoos soll mit Hilfe eines Velostegs, welcher direkt an der Autobahnbrücke aufgehängt werden könnte, gebaut werden. Auch geplant wäre eine neue Radroute auf einer Naturstrasse auf den Zugerberg.

Das eine oder andere Leuchtturmprojekt des Vereins Pro Velo Zug mag etwas utopisch klingen, doch verfolget der Verein mit diesen Projekten auch ein weiteres Ziel: «Wir wollen mit diesen Ideen auf unsere Anliegen aufmerksam machen.» Und mit dem Lift auf die Toblerbrücke ist ihnen Aufmerksamkeit gewiss.