Leserbrief
Liebe Persönlichkeiten, bitte durchhalten!

Zum Titelblatt der Zuger Zeitung, Ausgabe vom 28. März

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Gute Fazits und Ratschläge auf der Titelseite Zuger Zeitung «Schweiz am Wochenende». Lesenswert, persönlich. Trotz der nachfolgend kritischen Wortmeldung spreche ich allen Medienschaffenden meinen Dank aus. Sie sind in anspruchsvollen Zeiten für uns als Lesende da, informieren und arbeiten unermüdlich. Die Redaktion fragt bei bekannten Persönlichkeiten aus der Region nach, was diese anderen zum Durchhalten in Zeiten von Corona empfehlen. Die Auswahl der Persönlichkeiten erfolgt nach einer, wie mir scheint, gezielten Suche. Die Personen vertreten die Sparten Kultur, Bildung, Politik, Wirtschaft, Sport, Gesundheitswesen und Kirche, sie sind unterschiedlichen Alters, kommen aus den Kantonen Luzern, Zug und Obwalden, womit auch klar ist, welche Zentralschweizer Titelseiten einheitlich daher kommen. Es treten zehn Männer und zwei Frauen als Persönlichkeiten ins Bild. Ich bin irritiert und überlege, ob auf der Redaktion niemand den Blick für die geschlechterrelevante Abbildung in den Medien hat, oder ob dies eine gezielte Steuerung anderer Art ist? Das muss doch auffallen, so augenfällig es ist! Auf die Schnelle kommen mir einige weibliche Persönlichkeiten aus dem Kanton Zug in den Sinn. Kulturschaffende, Kulturintendantinnen, Politikerinnen, Rektorinnen von Gymnasien oder Hochschulen, Firmeninhaberinnen und Klostervorsteherinnen, Sportlerinnen. Soll sich in der öffentlichen Wahrnehmung etwas in der Geschlechterfrage ändern, dann braucht es auch Medien, die diese Gesellschaft real abbilden. Frauen nehmen in den abgebildeten Sparten öffentliche Rollen wahr und sind bekannte Persönlichkeiten. Bis das angemessen abgebildet wird, braucht es ein weiteres «bitte Durchhalten», über die Zeiten von Pandemie hinaus.

Marianne Aepli, Menzingen