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Lieber weniger Lohn und mehr Zeit für die Kinder

Zwei Herausforderungen prägen das Leben sehr vieler Alleinerziehender: das aufwendige Organisieren des Alltags und das oft sehr knappe Budget. Ein Entlastungsbeitrag der LZ-Weihnachtsaktion kann in vielen Fällen eine finanzielle Sorge lindern oder einen Wunsch erfüllen, wie der alleinerziehende Vater Adrian K. bestätigt.
Adrian K. hilft seinen Kindern Laila (7) und Leon (9) bei den Hausaufgaben. (Bild: Nadia Schärli /Neue LZ)

Adrian K. hilft seinen Kindern Laila (7) und Leon (9) bei den Hausaufgaben. (Bild: Nadia Schärli /Neue LZ)

Kommen Sie herein, der Papi ist noch nicht ganz parat», sagt der 9-jährige Leon und führt die Journalistin ins Wohnzimmer. Es ist Dienstagnachmittag letzter Woche, in einer Mietwohnung im Kanton Zug. Leons Vater ist um 15 Uhr von der Arbeit heimgekommen und steht noch rasch unter der Dusche.

Die 7-jährige Laila schneidet am Esszimmertisch Zahlen für ihre Rechenaufgaben aus. Leon zeigt der Journalistin die Fische im Aquarium, deutet auf die rot-grün schimmernden Neonfische, die winzigen Putzfische und die ebenso kleinen Blauaugen. «So, jetzt schauen wir mal, wie weit ihr mit den Hausaufgaben seid», sagt Adrian K. beim Eintreten ins Wohnzimmer, setzt sich zu Laila und Leon und hilft geduldig beim Rechnen und beim Englisch.

Zeit haben ist wichtig

Der 35-jährige Adrian K. ist seit mehreren Jahren alleinerziehender Vater. Jedes zweite Wochenende verbringen die Kinder vier Tage mit ihrer Mutter, die, wenn nötig, auch sonst einmal einspringt für die Betreuung. Auch leistet sie einen finanziellen Beitrag. «Mir ist es sehr wichtig, für meine Kinder so viel Zeit wie möglich zu haben», sagt Adrian K. «Ich bin ihre erste Ansprechperson, also will ich zu Hause sein, wenn sie nachmittags um drei von der Schule kommen.»

Wie geht das mit dem Beruf zusammen? «Indem ich Teilzeit arbeite, eine Zeit lang nur 60 und jetzt 70 Prozent.» Seine frühere, besser bezahlte Arbeit als Servicetechniker hat Adrian K. aufgegeben, weil sie mit der Kinderbetreuung nicht vereinbar war. Er arbeitet heute wieder in seinem gelernten Beruf als Elektromonteur und kann seine Arbeitszeit recht flexibel auf die Familienbedürfnisse ausrichten, verdient allerdings weniger.

«Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Arbeitgeber so sozial eingestellt ist wie die Firma Stadler in Zug und so viel Verständnis und Entgegenkommen zeigt. Ich wünsche mir, dass andere Firmenchefs das lesen und alleinerziehenden Vätern und Müttern ebenfalls gute und flexible Bedingungen bieten», sagt Adrian K.

Dauernd am Organisieren

Trotz des grosszügigen Arbeitgebers hat Adrian K. die gleichen Probleme wie Tausende Alleinerziehende: «Erstens bin ich dauernd am Organisieren, und zweitens ist da die finanzielle Einschränkung. Aber, und das ist mir wichtig, ich will nicht jammern, und ich will kein Mitleid.»

Die Organisation des Alltags sei «tricky», denn wie soll man Berufsarbeit, den Stundenplan der Kinder und die Betreuung unter einen Hut bringen? Besonders stressig werde es, wenn der neue Schulstundenplan komme oder wenn ausserordentliche Termine anfielen. Adrian K. muss um sieben Uhr bei der Arbeit sein, also müssen die Kinder an bestimmten Tagen rechtzeitig zur Tagesmutter gebracht werden für das Zmorge.

Oder sie gehen am Abend, wie an diesem Dienstag, zu Adrian K.s Eltern, übernachten dort und werden von ihren Grosseltern am Mittwochvormittag zur Schule gebracht. Kommt Adrian K. ab und zu einmal von der Arbeit nicht pünktlich weg, kann er jederzeit im Familien- oder Freundeskreis jemanden anrufen, der einspringt. «Dafür bin ich sehr dankbar.»

Aktionen und Secondhand

Das enge Budget ist immer wieder eine Herausforderung. Die Miete sei die grösste Belastung, finanzielle Reserven seien gar nicht möglich. Er lebe knapp am Existenzminimum und ohne Sozialhilfe. Gewisse Artikel kauft Leons und Lailas Vater nur, wenn gerade Aktion ist. Geld sei für ihn zwar nicht so wichtig. Aber: «Ich möchte, dass meine Kinder nicht abseitsstehen müssen.» Adrian K. ist erfinderisch: «Über 90 Prozent unserer Kleider bekommen wir von Verwandten und Freunden, die uns immer wieder sehr helfen und uns tolle Sachen weitergeben.»

Auch das Sofa, weitere Möbelstücke und das Aquarium seien nicht etwa neu. «Wir können mit diesen gebrauchten Sachen gut leben.» Vor zwei Jahren hat Adrian K. einen Entlastungsbeitrag der LZ-Weihnachtsaktion erhalten und spontan zugesagt, als er für diesen Zeitungsartikel angefragt wurde. «Ich bin sehr dankbar und will nun gerne der LZ-Weihnachtsaktion, die eine gute Sache ist, etwas zurückgeben. Dieser Artikel soll den Spendern zeigen, dass die Hilfe an alleinerziehende Mütter und Väter Sinn macht», sagt er.

Einen Teil des Geldes, über das er sehr froh war, habe er für sportliche und weitere gemeinsame Freizeitaktivitäten mit seinen Kindern einsetzen können. Er zeigt Fotos, wie sie zu dritt eine Schneehöhle gebaut haben. «Oh ja, das war super», erinnern sich Leon und Laila. «Wir drei sind ein gutes Team», strahlt ihr Vater.

Dankbar für Unterstützung

»So, jetzt müssen wir», sagt Adrian K. nach gut einer Stunde Gespräch. Er bringt nun Laila zum Ballettunterricht und Leon zu einem Gspänli, während er selber einen guten Freund, der als Tetraplegiker im Rollstuhl sitzt, besuchen wird. Auf der Fahrt nach Zug betont Adrian K. nochmals, wie wertvoll ihm das verlässliche Umfeld sei.

«Meine Kinder und ich können auf die Unterstützung von so vielen grossartigen, liebevollen Menschen im Familien- und Freundeskreis zählen. Das berührt mich immer wieder, und dafür bin ich sehr, sehr dankbar.»

Kinder sollen dabei sein

Dankbar sind jedes Jahr sehr viele alleinerziehende Mütter und Väter, dass sie dank unseren treuen Spendern den Sportvereinsbeitrag oder die Musikschule für ihre Kinder bezahlen können – denn diese Kinder sollen nicht abseitsstehen, sondern dazugehören.

«Ich bin so glücklich, dass mein Sohn mitfahren darf ins Skilager», steht in einem Dankesbrief. Viele Alleinerziehende leben mit einem sehr kleinen Budget. Da kann eine hohe Nebenkostenabrechnung oder eine dringend nötige Anschaffung grosse Sorgen auslösen. Genau in solchen Fällen kann die LZ-Weihnachtsaktion in unserer Region helfen.

Ruth Schneider

Grosse Solidarität in der Region

Dieses Wochenende werden viele Zentralschweizer nutzen, um Geschenke einzukaufen. Es ist auch die Zeit, um an jene Familien und allein lebenden Menschen zu denken, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Mit einer Spende an die LZ-Weihnachtsaktion helfen Sie in unserer Region, und Sie können versichert sein, dass Ihr Spendengeld zu über 95 Prozent an Hilfesuchende geht – denn die Verwaltungskosten liegen unter 5 Prozent.

Spenden können Sie entweder auf das Postkonto 60-33377-5 oder online auf .

Wir danken herzlich für jede Spende, darunter auch Spenden von Sammelaktionen. So hat die Kerzenfabrik Balthasar in Hochdorf den Erlös aus dem Kerzenverkauf ihrer Lernenden verdoppelt und der LZ-Weihnachtsaktion 10 500 Franken überwiesen. Ein weiteres Beispiel: Von Charity Yoga in Nottwil haben wir 222 Franken erhalten. Auch dafür ein grosses Dankeschön!

Risotto für die Weihnachtsaktion

Am Sonntag um 17 Uhr findet in der Kapelle Bruder Klaus in Kriens um 17 Uhr ein Anlass mit meditativer Musik und besinnlichen Texten statt. Eintritt frei, Kollekte zu Gunsten unserer Weihnachtsaktion. Und der Lipo-Einrichtungsmarkt in Emmen Dorf führt heute und morgen einen Risottoplausch durch; Preis 2 Franken pro Portion; der volle Erlös geht ebenfalls an unsere Aktion zu Gunsten von Menschen in Not in der ganzen Zentralschweiz.

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