Lieferdienst
Der neue Zuger Kurzstrecken-Lieferdienst easi.delivery bringt den Kunden Getränke und Snacks an den See

Die drei Kollegen Lukas Schnurrenberger, Tobias Rothenfluh und Michael Rinderli aus Cham und Baar haben im Frühling den neuen Lieferdienst easi.delivery gegründet, dessen Kuriere die Kunden mit dem E-Bike per GPS orten und beliefern.

Tijana Nikolic
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Tobias Rothenfluh, Michael Rinderli und Lukas Schnurrenberger (v.l.n.r. hinten) sind die Gründer des neuen Zuger Kurzstrecken-Lieferdienstes easi.delivery, deren E-Bikes man seit dem Frühling an der Seepromenade sehen kann. Manuela Feldmann übernimmt die Auslieferungen bei schönem Wetter.

Tobias Rothenfluh, Michael Rinderli und Lukas Schnurrenberger (v.l.n.r. hinten) sind die Gründer des neuen Zuger Kurzstrecken-Lieferdienstes easi.delivery, deren E-Bikes man seit dem Frühling an der Seepromenade sehen kann. Manuela Feldmann übernimmt die Auslieferungen bei schönem Wetter.

Bild PD

Wer kennt die Situation nicht? Man sitzt an der Seepromenade an einem heissen Sommertag mit Freunden. Plötzlich geht das Bier aus oder man bekommt Lust auf eine kühle Glace. Doch beim nahe liegenden Kiosk stehen bereits etliche Personen an und zum nächsten Laden müsste man eine Weile laufen. Was kann man tun, ohne die Stimmung zu dämpfen? Seit diesem Frühling kann man sich Softgetränke, Bier oder Apfelschaumwein und Snacks wie Chips, Nüssli oder Gummibonbons sowie Glaces an der Zuger Seepromenade direkt vor Ort liefern lassen. Nämlich vom Kurzstrecken-Lieferdienst easi.delivery, der mittels App und GPS-Funktion Bestellungen mit einem der aktuell zwei E-Bikes dahin liefert, «wo das Leben stattfindet».

So jedenfalls bewerben die Gründer von easi.delivery Lukas Schnurrenberger aus Cham, Tobias Rothenfluh aus Cham und Michael Rinderli aus Baar ihren innovativen Lieferdienst mit dem Cargo Bike, den die charakteristische blauen Flagge ziert. Mit ihrem neugegründeten Start-up Deine Lieblingsfirma GmbH mit Sitz in Zug haben sich die drei Freunde zum Ziel gesetzt, innovative Projekte, insbesondere im Bereich der flexiblen Gastronomie, zu realisieren.

Bezahlt wird nur bargeldlos über die App

«Uns kam die Idee letztes Jahr im Corona-Lockdown, als alles geschlossen war. Da haben wir uns überlegt, was attraktiv wäre, um Menschen draussen zu bedienen», sagt einer der Gründer, Lukas Schnurrenberger. Denn einen Snackstand an der Seepromenade kenne man schon, einen Kurzstrecken-Lieferdienst auf einem elektronischen Velo aber noch nicht. «Als die Idee konkret stand, haben wir eine Firma gesucht, die uns so ein Bike nach unseren Wünschen herstellt, sowie jemanden, der die Bestell-Applikation easi-App für das Smartphone programmiert», so der 32-jährige Schnurrenberger weiter. Nach rund einem Jahr der Planung und Entwicklung fiel der Startschuss für easi.delivery an Ostern dieses Jahres:

«Insgesamt vier E-Bikes mit eingebauter Kühl- und Heizfunktion haben wir bei einem österreichischen Hersteller machen lassen. Der Preis eines Gefährts ist rund 10'000 Franken.»

Die App zum Bestellen sei von einem Schweizer, der in Deutschland lebt, programmiert worden. Und so funktioniere sie: «Per App wählt der Kunde die verfügbaren Produkte und zahlt direkt in der App bargeldlos. Danach kann er mit GPS mitverfolgen, wann der Lieferant ankommt und der Kurier wiederum sieht genau, wo sich der Kunde befindet», erklärt der 34-jährige Mitbegründer Michael Rinderli. Mit Bargeld direkt beim Bike könne man nicht bezahlen, da es kein Stand mit einem festen Standort ist und man dafür weitere Bewilligungen bräuchte. Der Bestellradius sei zirka im Umkreis der Seepromenade und deren unmittelbarer Umgebung, man könne ihn als Kurier via App aber auch ausweiten.

Bei den Lieferzeiten ist man flexibel

Das Herunterladen der kostenlosen App sei daher entscheidend. «Mittlerweile haben wir schon rund 1000 Nutzer und es werden täglich mehr», freut sich Schnurrenberger. Den Nutzern gefiele so weit der unkomplizierte Bestellvorgang, der keine Lieferadresse benötigt, sowie die Nachhaltigkeit der Produkte. «Wir arbeiten, wo es möglich ist, mit lokalen Partnern zusammen», führt Schnurrenberger aus.

Ausgeliefert wird von der Mitarbeiterin Manuela Feldmann und einigen Mitarbeitern im Stundenlohn, die vorwiegend am Wochenende bei schönem Wetter aufgeboten werden. «Es kann aber auch durchaus vorkommen, dass wir bei schönem Wetter auch mal unter der Woche unterwegs sind, wenn es viele Menschen an den See zieht», so Manuela Feldmann. In dieser Hinsicht sowie bei den Lieferzeiten sei man flexibel und noch im Ausbau: «Wir liefern immer dann, wenn genug Anfragen da sind», sagt Schnurrenberger.

Auch im Herbst und Winter soll ausgeliefert werden – mit anderem Sortiment

Seit zwei Wochen sei easi.delivery mit zwei Bikes auch in Zürich unterwegs. «In Zukunft möchten wir unser Einzugsgebiet gerne auf weitere Deutschschweizer Städte ausweiten», fügt der 34-jährige Mitbegründer Tobias Rothenfluh hinzu. Auch in den kalten Jahreszeiten könnten sich die jungen Männer vorstellen, den Lieferservice laufen zu lassen. «Die Lieferbox hat, wie gesagt, auch eine Wärmefunktion, mit der im Herbst oder Winter andere passende Produkte ausgeliefert werden können», erklärt Rothenfluh. Ausserdem seien sie auch einer temporären Umnutzung des Bikes gegenüber offen wie beispielsweise der Vermietung der Velos für Events, Messen oder Privatveranstaltungen. «An Ideen fehlt es uns nicht», so Rinderli abschliessend.

Weitere Informationen unter www.easi.delivery.ch.