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Linke geht leicht gestärkt aus der Zuger Kantonsratswahl

Die drei grossen bürgerlichen Parteien verlieren je einen Sitz. Gewinner sind die SP, die zwei Sitze holt, sowie die ALG, die neu elf Sitze im Kantonsparlament belegt. Nichts gewonnen und verloren hat die GLP, die weiter auf ihre Fraktionsstärke warten muss.
Charly Keiser
SP-Präsidentin Barbara Gysel freut sich sichtlich über die Sitzgewinne ihrer Partei im Kantonsrat. Bild: Stefan Kaiser (7. Oktober 2018)

SP-Präsidentin Barbara Gysel freut sich sichtlich über die Sitzgewinne ihrer Partei im Kantonsrat. Bild: Stefan Kaiser (7. Oktober 2018)

Die Wahlen in den Kantonsrat standen in diesem Jahr im Schatten der Regierungsratswahlen. Diese haben nun aber, gerade aufgrund der Ergebnisse, eine grosse Bedeutung. Denn mit dem Verlust des linken Sitzes im Regierungsrat wegen des Rückzugs von Manuela Weichelt aus der Zuger Regierung ist der Zuwachs von zwei Kantonsratsmandaten für die SP und einem der ALG für die Linke zumindest «sehr» erfreulich.

Die SP holt die beiden Sitze in Zug und Baar und kommt neu auf neun Sitze im Kantonsrat. Ebenfalls in Baar gewinnt die ALG einen Sitz, wo die CVP und die FDP je einen Parlamentssitz einbüssen. Und auch die SVP verliert einen Sitz. Damit kommt es zu einer Sitzverschiebung dreier Sitze von rechts nach links.

Freud und Leid eng beisammen

«Wir bleiben im Kantonsrat eine Minderheit», relativiert Barbara Gysel (SP/Zug) die beiden Sitzegewinne ihrer Partei. «Aber ja, zwei mehr sind zwei mehr, was sich auf verschiedenen Ebenen auswirken kann.» Das Volk habe offenbar ihre Anliegen goutiert und dies an der Urne honoriert. Gar keine Freude hat Gysel bezüglich ihres persönlichen Resultats um einen Regierungsratssitz. «Wir konnten den Regierungsratsitz nicht verteidigen und die Linke hat in der Regierung kein Mitglied mehr. Dafür lieferten wir in den Gemeinden ein tolles Resultat ab.»

Nach den Resultaten des Grossen Gemeinderats und des Regierungsrats habe er gehofft und geglaubt, dass es für einen zusätzlichen Sitz im Kantonsrat für die Partei reiche, sagt Daniel Stadlin (GLP/Zug). «Der Sitzgewinn im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug tröste zumindest etwas darüber hinweg, dass wir im Kantonsrat noch immer nicht Fraktionsstärke erreicht haben.»

Sie bedaure den Verlust des Sitzes ihrer Partei, sagt Monika Barmet, CVP-Kantonalpräsidentin, die als Kantonsratsvizepräsidentin 2019 wohl das Präsidium übernehmen wird. «Alles in allem bin ich zufrieden. Denn unser Ziel war es, stärkste Fraktion zu bleiben, was wir nun auch geschafft haben.» Noch sei sie vom Kantonsrat nicht gewählt, gibt Barmet zum Präsidium des Rats zu bedenken. «Ich bin nun erst in Menzingen als Kantonsrätin gewählt worden, die zweite Wahl steht noch an.»

Ein Sitz weniger sei ein Verlust und damit eine Niederlage, betont Andreas Hostettler (FDP/Baar). Es müsse nun das Ziel sein, mit doppeltem Einsatz zu politisieren, um so den Verlust in vier Jahren wieder wettmachen zu können. Der kleine Linksrutsch wirke sich wohl nur bei den wenigsten Abstimmungen im Kantonsrat ab. «Aber wenn es knapp wird, wie in den letzten beiden Sitzungen, kann es schon entscheidend sein, dass wir Bürgerlichen drei Sitze weniger haben, als noch vor vier Jahren.»

Freude herrscht bei Luzian Franzini (ALG/Zug). «Ich habe zwar eine Wahl in den Kantonsrat um 22 Stimmen verpasst, aber mit Stéphanie Vuichard haben wir nun eine junge gute Frau als Vertreterin unserer Partei.» Er freue sich über den Linksrutsch, sagt Franzini: «Dieser zeigt, dass die Bevölkerung mit den anderen Parteien unzufrieden ist und sich eine andere Politik wünscht.»

Sitzgewinn noch möglich

Er sei im grossen und ganzen mit den Kantonsratswahlen seiner Partei zufrieden, sagt Philip C. Brunner. «Wir hatten leider einiges an Pech mit dem doppelten Pukelsheim.» Noch sei ein Sitzgewinn in Walchwil möglich, wo ja eine Ergänzungswahl stattfinde und die SVP mit alt Kantonsrat Moritz Schmid ein gutes Eisen im Feuer habe. «Wir danken den Wählern für ihre Unterstützung.»

Erstmals ist die CVP von der SVP bezüglich der Parteistimmen überholt worden. Die SVP kommt auf 21,97, die CVP auf 21,77 und die FDP auf 21, 28 Prozent der Parteistimmen. Doch die kleinen Wahlkreise bewirken, dass die CVP trotz Pukelsheim drei beziehungsweise vier Sitze mehr als die bürgerliche Konkurrenz erobert hat.

Vor vier Jahren übernahm Marcel Peter (FDP) den Sitz von Thomas Lötscher in Neuheim kampflos. Lötscher wechselte bekanntlich in die Finanzdirektion. Den Sitz hat die FDP nun an die SVP verloren. Denn Emil Schweizer obsiegte mit 397 Kandidaten- plus zwei Zusatzstimmen. Peter kam auf 379 Kandidatenstimmen und erhielt keine Zusatzstimmen. Markus Stimmen ist für die CVP mit 213 Stimmen gewählt worden. Er und Kollege Hanspeter Sidler haben zusammen 387 Kandidatenstimmen und neun Zusatzstimmen erhalten.

Am 2. Dezember entscheidet sich bei der Ergänzungswahl, wie der kommende Kantonsrat für die nächste Legislaturperiode tatsächlich aussehen wird.

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