Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Linke Parteien sehen genug Platz

Die ALG und die SP steigen beide mit einem Kandidaten respektive einer Kandidatin ins Regierungsratsrennen. Zwei Sitze zu erobern dürfte schwierig werden. Doch von einer «Kannibalisierung» will die Linke nichts wissen. Ein Experte ist skeptischer.
Livio Brandenberg und Zoe Gwerder
Das Zuger Regierungsgebäude am Postplatz. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 26.Oktober 2016))

Das Zuger Regierungsgebäude am Postplatz. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 26.Oktober 2016))

Vor einer Woche nominierte die SP des Kantons Zug Barbara Gysel als Regierungsrätin und machte klar, dass die 41-Jährige die beste Kandidatin für diesen Job sei. Ohne Nebentöne lief die Nomination – oder vielmehr der Weg dazu – nicht ab. Denn eigentlich sollte Gysel den frei werdenden Sitz des SP-Stadtpräsidenten Dolfi Müller verteidigen. Durch eine «veränderte Ausgangslage» habe die Partei dann aber «gewisse Rochaden vornehmen müssen», so Zari Dzaferi, Kantonsrat und Vizepräsident der SP Kanton Zug, an der Nominationsversammlung. Zu den Rochaden «gezwungen» wurde die SP dadurch, dass die Regierungsrätin der Alternative-die Grünen, Frau Landammann Manuela Weichelt, Ende April bekanntgab, nicht mehr anzutreten. Wen die SP für die Stadtregierung vorschlägt, wird sie Anfang Juli bekanntgeben.

Mit Gysel steigt für die SP eine erfahrene und im Kanton bekannte Kandidatin ins Rennen. Bereits vor zwei Wochen stellte die ALG Andreas Hürlimann auf, um den Sitz von Weichelt zu verteidigen. Könnte es sein, dass sich die linken Parteien im Kampf um den Einzug in die Regierung keinen Gefallen tun? Grundsätzlich sollten die Nominationen kein Problem darstellen, denn gewählt wird im Majorzsystem. Für Zari Dzaferi ist die Frage denn auch schnell beantwortet: «Die ALG und die SP sind unterschiedliche Parteien, es ist klar, dass wir den Verlust des linken Sitzes verhindern wollen.» Die SP bringe sich aktiv ein und habe bisher bei Regierungsratswahlen immer kandidiert. «Uns gibt die Kandidatur von Barbara Gysel eine gute Möglichkeit, wieder in die Zuger Regierung zu kommen.»

Mittewähler schreiben kaum zwei Linke auf den Zettel

Diesem Szenario räumt Dzaferi durchaus gute Chancen ein. Etwa auch, da Gysel 2015 bei den Ständeratswahlen die meisten linken Stimmen gemacht habe. Dass diesen Herbst nun beide linken Parteien einen Regierungsratssitz holen, werde hingegen schwierig. «Doch: Es sind Kopfwahlen und beide Parteien starten mit starken Kandidaten. Es geht um drei Sitze, die neu vergeben werden, daher gibt es für diese keinen Bisherigen-Bonus.»

Ähnlich sieht das ALG-Präsident Andreas Lustenberger. «Eine Prognose abgeben möchte ich nicht, das ist wie Kaffeesatzlesen. Ich glaube aber grundsätzlich, dass die Linke in einer Regierung mit sieben Sitzen einen Platz hat. Denn ich kann mir kaum vorstellen, dass die Zugerinnen und Zuger eine reine bürgerliche Siebner-Regierung wählen.» Die Chance, dass die Linke ganz aus der Exekutive rausfliege, halte er deshalb für «eher tief», so Lustenberger.

Dass die SP eine eigene, bekannte Kandidatin aufstellt, überrasche ihn nicht und sei auch nicht problematisch. Die Linke in Zug sei lange mit zwei Sitzen in der Regierung vertreten gewesen und beide Parteien seien schon immer angetreten. Für die ALG sei aber klar, «dass wir unseren Sitz als viertgrösste Zuger Partei halten wollen».

Weniger positiv schätzt die jetzige Situation der SP und der ALG der Luzerner Politologe Olivier Dolder ein: «Wenn die Linke nicht geeint in die Wahlen geht, dann ist das für sie definitiv nicht vorteilhaft. Denn ein linker Kandidat wird nur gewählt, wenn er die Unterstützung der gesamten linken Basis hat und auch dann benötigt er noch Stimmen aus dem bürgerlichen Lager.» Für die Wähler sei es aber «sicher positiv, dass es mit den zehn Kandidaten für sieben Sitze eine Auswahl gibt», so Dolder. Dies auch im Hinblick auf die Möglichkeit, dass die Zuger Regierung zu einem reinen Männergremium werden könnte.

Gemäss Dolder steigt mit den vielen neuen – sechs – Kandidaten die Wahrscheinlichkeit für einen zweiten Wahlgang. Hätte Dolder die Linke beraten, so hätte er den Parteien vor allem geraten, «geeint aufzutreten – nicht gegeneinander. So zerstritten, wie es jetzt wirkt, ist es sicher die schlechteste Variante». Die Gefahr bei der linken Zweierkandidatur bestehe darin, dass sich die beiden Kandidaten die Stimmen gegenseitig wegnehmen würden, so der Politologe. «Die linken Wähler werden wohl schon grossmehrheitlich beide Kandidaten auf ihren Wahlzettel schreiben. Die linken Stimmen aus den bürgerlichen Reihen könnten sich hingegen auf die beiden Kandidaten aufteilen, weil Mittewähler kaum zwei linke Kandidaten auf ihren Wahlzettel schreiben».

Für die SP wie auch für die ALG ist jedenfalls klar, dass man sich mittels einer Vereinbarung – so wie in den vergangenen Wahlen – unterstützen wird.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.