Links will es in Cham nochmals wissen

Vor vier Jahren war von einer grossen Überraschung die Rede: Georges Helfenstein (CVP) wurde auf Anhieb zum Gemeindepräsidenten gewählt, und das Krifo verliert einen Sitz. Krifo und SP versuchen diesen nun zurückzugewinnen.

Andrea Muff
Drucken
Teilen
5 Bilder

In Cham ist oft die Rede vom «alten» und «neuen» Gemeinderat. Dies, weil bei den Wahlen 2014 gleich drei neue Mitglieder gewählt worden sind. Auch amtet mit Georges Helfenstein (CVP) seit besagter Wahl ein «neuer» Gemeindepräsident. Nun treten bei dieser Wahl die beiden langjährigen Mitglieder Beat Schilter (parteilos, drei Legislaturen) und Markus Baumann (FDP, zwei Legislaturen) nicht mehr an. Georges Helfen­stein (CVP), Christine Blättler-Müller (CVP) und Rolf Ineichen (SVP) möchten ihre Sitze verteidigen.

Für die FDP steigt Arno Grüter (Jahrgang 1976) ins Rennen. Der Familienvater präsidiert die Chamer Ortspartei seit 2013 und macht sich in dieser Funktion an den Gemeindeversammlungen für die Anliegen der Partei stark. Der Betriebsökonom will sich etwa für weniger Stau in Cham, für eine hohe Qualität der Schule und die Pflege und Förderung des Wirtschaftsstandorts Cham einsetzen. Für einen der frei werdenden Sitze interessiert sich auch der Grünliberale Claus Soltermann. Der 62-Jährige präsidiert die Chamer Ortsgruppe und tritt bereits zum dritten Mal bei der Wahl für einen Gemeinderatssitz an. Bei den Gesamterneuerungswahlen vor vier Jahren schaffte er den Sprung in den Kantonsrat.

Wer zieht in den Mandelhof ein? (Bild: Maria Schmid (Cham, 14. September 2018))

Wer zieht in den Mandelhof ein? (Bild: Maria Schmid (Cham, 14. September 2018))

Krifo und SP stellen je einen Kandidaten

Die Linke erlitt in Cham bei den letzten Wahlen eine Schlappe. Der damalig Gemeinderat Charles Meyer (Krifo) wurde nicht wiedergewählt – und erzielte gar das schlechteste Resultat. Am 7. Oktober soll es Roman Ambühl für das Kritische Forum (Krifo) wieder richten und den Sitz zurückerobern. Der 47-jährige Familienvater ist Theologe und Leiter des Care-Teams Kanton Zug. Des Weiteren engagiert er sich im Vorstand der IG Langhuus, welche das Lagerhaus auf dem Papieri-Areal kulturell bespielt. Mit Drin Alaj steigt auch ein SP-Mann ins Rennen um einen Gemeinderatssitz. Mit seinen 28 Lenzen ist er der jüngste Kandidat für die Chamer Exekutive. Laut Kurzprofil will der Co-Präsident der Chamer SP etwa auch die sozial Schwächeren vertreten. Spannend bleibt, ob einer der beiden Kandidaten am Super-Sunday einen Sitz für die Linken zurückgewinnen kann.

Zu den Bisherigen: Georges Helfenstein (CVP) tritt als Gemeinderat und als Gemeindepräsident wieder an. Vor vier Jahren erzielte er auf Anhieb die meisten Stimmen (2664 Stimmen als Gemeinderat und 2110 als Gemeindepräsident). Unsere Zeitung titelte damals «Helfenstein stellt alle in den Schatten». «Unglaublich» und «überraschend», lauteten die Kommentare. Inzwischen hat er sich in seiner Position als Gemeindepräsident etabliert und beehrt die Gemeindeversammlung im Dezember jeweils mit einem selbst geschriebenen Gedicht. Unter anderem will der selbstständige Unternehmer die Chamer Gewerbegebiete fördern und dadurch Arbeitsplätze und Steuersubstrat sichern, wie er im Interview mit unserer Zeitung preisgibt. Bei der Wahl ums Präsidium hat der Finanzchef keine Konkurrenz. Auch seine Parteikollegin Christine Blättler-Müller, Vorsteherin Soziales und Gesundheit, will es nochmals wissen. Die Mutter von zwei Kindern wurde ebenfalls 2014 im ersten Wahlgang in den Gemeinderat gewählt. Vorher vertrat sie für eine Legislatur die Chamer Interessen im Kantonsrat. Von der SVP tritt Rolf Ineichen nochmals an. Als Bauchef und «Chomer Urgestein» setzt er sich laut Kandidatenportrait etwa für die Erhaltung eines «attraktiven Wohn-, Arbeits- und Lebensraumes Cham ein». Die Frage bleibt: Ist auch bei diesen Wahlen wieder eine Überraschung möglich?

Gesamterneuerungswahlen 2018 im Kanton Zug

Der Kanton Zug begeht am 7. Oktober seinen «Super Sunday»: Die Wählerinnen und Wähler bestimmen den Regierungsrat, den Kantonsrat und die Gemeindebehörden neu.  Unser Dossier schafft Übersicht.