Musikschule
Endlich wieder Publikum: Zuger Nachwuchstalente musizieren im Livestream

In Ensembles präsentieren die jungen Musiker der Begabtenförderung Musikschulen Kanton Zug Kammermusik.

Lena Hausheer
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Lange mussten die Musiker der Begabtenförderung auf Konzerte verzichten. Nun proben sie dafür.

Lange mussten die Musiker der Begabtenförderung auf Konzerte verzichten. Nun proben sie dafür.

Bild: Matthias Jurt (Rotkreuz, 31. März 2021)

«Ich freue mich sehr darauf, dem Publikum zu zeigen, was wir erarbeitet haben», sagt Merlin Wymann. Er ist seit einem Jahr Teil des Förderprogramms. Seine Leidenschaft für das Klavierspiel hat er im Musikunterricht entdeckt.

Auch Carina Stocker freut sich auf das bevorstehende Konzert am Mittwochabend. Die Violinistin besucht das Projekt seit fünf Jahren, absolviert mittlerweile das Vorstudium an der Musikhochschule Luzern und bereitet sich auf ein Musikstudium vor.

Junge Talente werden vielseitig gefördert

Ziel des Förderprogramms ist es, besonders begabte und engagierte Kinder und Jugendliche in ihren musikalischen Tätigkeiten zu unterstützen. Um an der Begabtenförderung teilnehmen zu können, gilt es, eine Aufnahmeprüfung zu bestehen. Vor einer Jury sollen zwei Werke unterschiedlichen Charakters vorgespielt werden. Carina Stocker wurde von ihrer Musiklehrperson auf das Programm aufmerksam gemacht und zur Prüfung angemeldet, Merlin Wymann von der Musikschulleitung.

Das Programm ist vielfältig, den Teilnehmenden werden verschiedene Workshops und Projekte, Theorieunterricht und Konzerte angeboten. Auf gemeinsamen Exkursionen lernen sie die professionelle Musikwelt kennen. Durch unterschiedliche Konzertformate üben sie das Auftreten vor Publikum. «In den Kursen werden viele spannende Themen behandelt», sagt Merlin Wymann. Für den Pianisten seien aber auch das gemeinsame Musizieren und das gegenseitige Zuhören zentral und sehr lehrreich.

Theorieunterricht fand online statt

In den vergangenen Monaten mussten Merlin Wymann und Carina Stocker auf alle Livekonzerte verzichten. Laut Claudio Mair, Koordinator der Begabtenförderung, fand der Theorieunterricht zeitweilig online statt, Workshops und Klassenstunden konnten unter Einhaltung des Schutzkonzeptes durchgeführt werden. Statt die Konzerte des Förderprogramms vergangenen Januar live aufzuführen, wurden Videoaufnahmen erstellt.

Für die beiden Musiker war es ungewohnt, während so langer Zeit nicht vor Publikum auftreten zu können. Durch regelmässige Konzerte habe man immer ein klares Ziel vor Augen, das helfe auch beim Üben, sind sie überzeugt. Als immer wieder Konzerte abgesagt wurden, fehlte manchmal die Motivation. Umso grösser ist die Vorfreude auf das anstehende Kammermusikkonzert.

Selber Literatur auswählen

Die Teilnahme am diesjährigen Kammermusikprojekt im Rahmen des Förderprogramms war freiwillig. Die Schülerinnen und Schüler formierten selbstständig Ensembles, dabei durften auch externe Musikschüler zum Mitspielen eingeladen werden. Die Konzertliteratur suchten sich die Ensembles zusammen mit ihren Lehrpersonen aus, welche sie auch während der Probenarbeit begleiteten. Als Highlight durfte jedes Ensemble zur Vorbereitung auf das Konzert zwei Unterrichtsstunden bei einem Musiker oder einer Musikerin nach eigener Wahl besuchen.

Während das Ensemble von Merlin Wymann den Violindozenten Daniel Dodds an der Musikhochschule in Luzern aufsuchte, probten Carina Stocker und ihr Ensemble zusammen mit der Gesangsdozentin Barbara Locher. Dies erwies sich als äusserst hilfreich. «Wir konnten viele neue Inputs und Tipps mitnehmen und uns in puncto Zusammenspiel stark verbessern.» Gerade in der Kammermusik sei exaktes Zusammenspiel von grosser Bedeutung.

Das Konzert kann ab 19 Uhr hier angesehen werden.