LOHNGLEICHHEIT: Zuger SP will Löhne von Mann und Frau vergleichen können

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, egal ob Mann oder Frau: Dieser Verfassungsgrundsatz sollte längst umgesetzt sein. Die SP-Fraktion im Kantonsrat ist diesbezüglich allerdings skeptisch und will nun Fakten sehen.

Harry Ziegler
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Eine Initiative fordert, dass der Lohn des Krienser Gemeinderates gedeckelt wird. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Eine Initiative fordert, dass der Lohn des Krienser Gemeinderates gedeckelt wird. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Harry Ziegler

harry.ziegler@zugerzeitung.ch

Die Schweizerische Bundesverfassung schreibt die Lohngleichheit von Mann und Frau fest. Dieser Verfassungsgrundsatz gilt seit über 35 Jahren. Die Zuger SP-Kantonsratsfraktion stellt nun in einer Interpellation und zum wiederholten Male fest, dass «trotz all der Jahre, die seither vergangen sind, die Bestimmung weiterhin auf ihre Umsetzung» wartet. Der «unerklärbare Teil des Lohngefälles zwischen Männern und Frauen» habe 2017 noch immer 7,4 Prozent betragen, schreibt die SP in ihrer Interpellation. Diese Situation sei inakzeptabel.

So präsentiere sich die Situation in der gesamten Schweiz. Es sei deshalb nötig, dass der öffentliche Sektor auf jeder Ebene mit gutem Beispiel vorangehe. Die SP nennt als Beispiel die Stadt Zug. Diese hat die Lohncharta des Bundes für die öffentliche Hand unterzeichnet. Die Unterschrift des Kantons lasse allerdings auf sich warten. Es wäre für die Interpellantin ein starkes Zeichen seitens des Kantons Zug, wenn er diese Charta unterzeichnen würde. «Das würde die Umsetzung des Gleichstellungsgesetzes im öffentlichen Sektor beflügeln. Ausserdem könnte man so auch den Privatsektor ermutigen, bei der Lohngleichheit nachzuziehen.»

Niemand kennt die Differenz im Kanton

Noch immer, so moniert die SP-Fraktion, sei jedoch unbekannt, wie gross oder klein die Lohndifferenz zwischen den Geschlechtern bei den Mitarbeitern des Kantons Zug sei. Dazu verlangt sie vom Regierungsrat nun überprüfbare Fakten. Zum einen soll der Fraktion aufgezeigt werden, um wie viel Prozent sich die Löhne der männlichen von den weiblichen Mitarbeitern beim Kanton Zug unterscheiden. Zudem soll die Regierung erklären, wie «nicht nur die direkte, sondern allenfalls auch eine indirekte Lohndiskriminierung erkannt werden» könne. Eine allfällig vorhandene direkte Lohndiskriminierung sei dank des 2007 im Kanton Zug eingeführten Per­suisse-Lohnvergleichssystems zu erkennen, wie die Regierung 2016 in ihrer Antwort auf eine überparteiliche Interpellation zur Umsetzung der Lohngleichheit festhielt. Auskunft erhalten will die SP-Fraktion über allfällig geplante Änderungen bei der Überprüfung der Einhaltung der Lohngleichheit und wie die Vergleichbarkeit mit anderen Kantonen sichergestellt werden könnte.

Sensibilisierung der Entscheidungsträger

Ob der Kanton Zug sich durchringen könne, die Lohncharta des Bundes zu unterzeichnen oder nicht, er habe auf jeden Fall grundsätzlich dafür zu sorgen, dass «seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit Lohnfestsetzung und Funktionsbewertung befasst sind, die Belange des Bundesgesetzes über die Gleichstellung von Frau und Mann umsetzen und in der öffentlichen Verwaltung die Einhaltung der Lohngleichheit gewährleistet ist». Deshalb soll der Regierungsrat aufzeigen, was er zu tun gedenke, um die Entscheidungsträger für die Belange der Gleichstellung zu sensibilisieren. Aber nicht nur diese, sondern auch die Körperschaften zu einer Umsetzung zu bewegen, die über die Selbstdeklaration hinausgeht.