Lorze fliesst wieder im alten Bett

Während der letzten zwölf Monate ist die Lorze bei Baar aus seinem 600 Meter langen Betonkorsett befreit und in ein neues, naturnahes Bett verlegt worden. Der Hochwasserschutz konnte damit nachhaltig verbessert werden.

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Blick von der Baarer Ziegelhütte Richtung Lorzenaufweitung. (Bild: PD)

Blick von der Baarer Ziegelhütte Richtung Lorzenaufweitung. (Bild: PD)

Die Aufweitung des Flusses war nötig geworden, weil sich das Betongerinne entlang der so genannten Höllhäuser in einem schlechten Zustand befand. Fundament und die Querschwellen in der Sohle waren unterspült. Bei einem Jahrhunderthochwasser wäre das Wasser über die Ufer getreten.

Um dies zu verhindern, wurde das natürliche Bett des Flusses wieder hergestellt, wie die Baudirektion des Kantons Zug am Mittwoch mitteilte. Dabei stützte man sich auf die Karte von Johannes Wild, die aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt. Damit konnte der ursprüngliche Flussverlauf rekonstruiert werden.

Somit fliesst die Lorze nun wieder wie einst in zwei langgezogenen Bogen vom Waldausgang der Ziegelbrücke zu. Dank der Aufweitung konnte die Abflussgeschwindigkeit verringert sowie die Hochwasserspitzen und damit die Überschwemmungsgefahr gedämpft werden.

Die baulichen Massnahmen kosteten insgesamt 4,8 Millionen Franken. Davon übernahm der Bund 1,05 Millionen Franken. Die Gemeinde Baar steuerte 90'000 Franken bei, die Korporation Baar 50'000 Franken.

Erstmals zwei Uferwege

Gleichzeitig mit der Linienführung wurden die Ufer naturnah gestaltet. Die Böschungen weisen neu unterschiedliche Neigungen auf. Im oberen Flussteil wurde auf einen durchgehenden Schutz verzichtet. Das Ufer ist dort lediglich punktuell mit so genannten Buhnen fixiert, die das Wasser vom Ufer gegen die Flussmitte leiten.

Mit der Lorzenaufweitung ist somit auch die Landschaft aufgewertet worden. Auch der punktuelle Zugang zum Wasser ist jetzt möglich. Zudem wird die Lorze erstmals von zwei Fusswegen gesäumt. Attraktiver wird der Fluss auch für die Fische, die jetzt über eine flache Blockrampe stromaufwärts wandern können.

Dank der Renaturierungsmassnahmen tritt der Fluss selbst bei einem Hochwasser, wie es statistisch nur alle 300 Jahre zu erwarten ist, nicht mehr über die Ufer, wie es in der Mitteilung heisst. Damit erfülle das Werk die Vorgaben des Kantons, wonach grosse geschlossene Siedlungen mit öffentlichen Bauten, Gewerbe- und Industriezonen gegen solche ausserordentliche Hochwasser zu schützen sind.

sda