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LUZERN/ROTKREUZ: ÖV-Tarifsysteme machen den Studenten das Pendeln schwer

Im Herbst hat die Hochschule Luzern (HSLU) die Vorlesungszeiten im Departement Informatik angepasst, um Verkehrsspitzen zu brechen. Bei den SBB und bei der HSLU zeigt man sich bislang zufrieden – für die Studenten ist aber Anderes wichtiger.
Andrea Muff
Bahnhof Rotkreuz (Symbolbild). (Symbolbild Lilo Sterki / ZZ (Rotkreuz, 7. November 2016))

Bahnhof Rotkreuz (Symbolbild). (Symbolbild Lilo Sterki / ZZ (Rotkreuz, 7. November 2016))

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Ein Gedränge beim Ein- und Aussteigen, dann sind kaum Sitzplätze verfügbar, und der Lautstärkepegel ist hoch: Begebenheiten, die Pendler in den Hauptverkehrszeiten in den öffentlichen Verkehrsmitteln oft vorfinden. Um die Verkehrsspitzen, frühmorgens und abends zwischen 17 und 18.30 Uhr, zu brechen, spannten im vergangenen Herbst die SBB und die Hochschule Luzern (HSLU) zusammen. Die Vorlesungszeiten im Departement Informatik auf dem neuen Campus in Rotkreuz wurden so angepasst, dass die Pendlerströme auf die Nebenverkehrszeiten verlagert werden. Die Kurse beginnen um 9 Uhr und enden gestaffelt.

Dass eine Bildungsinstitution ihre Präsenzzeiten in Zusammenarbeit mit den SBB anpasst, hat Pioniercharakter. An der Medienkonferenz im vergangenen November erhoffte sich die SBB, dass dies eine Signalwirkung auf andere Bildungsinstitute haben wird. Wie weit ist man heute? «Die SBB ist aktiv im Dialog mit verschiedenen Bildungsinstitutionen in der ganzen Schweiz. Auch dieses Jahr wollen wir konkrete Initiativen wie mit der HSLU in Rotkreuz umsetzen, im Moment ist aber noch nichts spruchreif», sagt Oli Dischoe, Mediensprecher der SBB. Das Reisen in den sogenannten Nebenverkehrszeiten nimmt aber laut dem Bahnunternehmen zu. So könne die SBB – wie 2015 – auch 2016 mehr Wachstum in der Nebenverkehrszeit gegenüber der Hauptverkehrszeit verzeichnen. «Dies zeigt, dass es in die richtige Richtung geht», erklärt Dischoe und spricht über die Auswirkungen: «Es ist wichtig, die Glättung der Auslastung zu nutzen, um künftige Ausbaukosten so zu halten, dass es für Kunden und die Kantone als Besteller bezahlbar bleibt.»

80 Prozent reisen mit dem ÖV an

Inzwischen studieren und arbeiten über 1000 Personen an der HSLU in Rotkreuz. Rund 80 Prozent reist mit dem öffentlichen Verkehr zum Suurstoffi-Areal. René Hüsler, Direktor des Departements Informatik, ist sich sicher: «Die Studierenden finden mehrheitlich einen Sitzplatz.» Auch der Transfer zwischen den Standorten in Rotkreuz, Horw und Luzern funktioniere in der Regel gut. «Es gibt immer wieder Störungen, welche diese Transfers beeinflussen. Die Schliessung des Luzerner Bahnhofs infolge der Zugentgleisung stellt sicher ein hoffentlich einmaliges aussergewöhnliches Ereignis dar», gibt Hüsler Auskunft. Zudem werden auch bei internen Veranstaltungen die Abfahrts- und Ankunftszeiten der öffentlichen Verkehrsmittel konsultiert: «Wir achten etwa auch bei Sitzungen auf die Anfangszeiten und beachten die Transferzeiten und Fahrpläne.»

Die betroffenen Studenten in Rotkreuz erachten die Anpassung der Vorlesungszeiten hingegen als nicht so relevant, wie eine Nachfrage zeigt. Allan Blessing, Student an der HSLU, schreibt: «Die Organisation der HSLU hat die Anpassung bestimmt gut gemeint und gut umgesetzt, aber für die Studierenden ist es nicht so wichtig, ob Sitzplätze im Zug vorhanden sind oder nicht.»

Studenten müssen Streckenabo lösen

Vielmehr brennt den Studenten ein anderes Problem unter den Nägeln: «Wichtiger wäre es, mit den SBB Verhandlungen zu eröffnen bezüglich des Zonenplans.» Denn Rotkreuz liegt ausserhalb des Luzerner Passepartout-Bereichs (Tarifverbund LU/OW/NW) und viele Studenten müssten für die Strecke Gisikon–Root und Rotkreuz ein Streckenabonnement lösen, erklärt Blessing.

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