Leserbrief
Man kann sich dieser Strahlung nicht entziehen

«Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg für dieses Phänomen», Ausgabe vom 4. August, und «5G ermöglicht einen technologischen, qualitativen Fortschritt», Ausgabe vom 6. August

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Dass die ICNIRP ein privater Verein (mit zweifelhafter Finanzierung) ist und dem nur Mitglieder aus dem mobilfunkfreundlichen Lager angehören, wird unterschlagen. Es wird behauptet, dass das Handy stärker strahlt als eine Antenne. Das mag sein. Tatsache ist, dass der Handy-Benützer jedoch selbst und völlig freiwillig entscheidet, ob und wie lange er sich dieser Gefahr aussetzen will. Die Antenne jedoch strahlt 365 Tage im Jahr und 24 Stunden Tag und Nacht. Die zwangsbestrahlte Bevölkerung kann sich dieser Strahlung nicht entziehen und ist ihr gnadenlos ausgeliefert. Dass die WHO den Mobilfunk inzwischen als potenziell krebsfördern eingestuft hat, wird ebenfalls unterdrückt und als «keine negative Folgen» beschönigt.

Am 17. April 2019 verschickte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) im Auftrag des Departementes Umwelt-Verkehr-Energie (UVEK) von Bundesrätin Simonetta Sommaruga ein 7-seitiges Informationsschreiben mit ziemlich explosivem Inhalt unter dem Titel «Mobilfunk und Strahlung – Aufbau der 5G-Netze in der Schweiz» an alle Kantonsregierungen, man möge doch jetzt dieser wundervollen neuen Technologie keine Steine mehr in den Weg legen, denn es sei ja wissenschaftlich erwiesen, dass Mobilfunkstrahlung keinerlei Wirkungen hervorrufe, ausser einer Beeinflussung der Hirnströme, einer gestörten Durchblutung des Gehirns, einer Beeinträchtigung der Spermienqualität, einer Destabilisierung der Erbinformation sowie Auswirkungen auf die Expression von Genen, den programmierten Zelltod und den oxidativen Zellstress. Aber ob das gesundheitsschädigend sei, sei nicht bekannt.

Muss man denn sterbenskrank werden oder gar tot sein, bis diese gravierenden Nebenwirkungen zur Kenntnis genommen oder gar akzeptiert werden?

Es erstaunt wenig, dass der Datenfluss ständig wächst. Würde man allen unnützen Verkehr wie Filme etc. über Glasfasernetze übermitteln, hätten wir jetzt und wahrscheinlich noch lange genügend freie Kapazität.

In verschiedenen Ländern gibt es heute schon Gerichtsurteile, die die Mobilfunker zu teils hohen Wiedergutmachungsbeträgen verurteilten. Viele weitere Gerichtsfälle sind pendent. Auch in der Schweiz sind Fälle bekannt, wo Tiere unter Blindheit und anderen Gebrechen geboren wurden, wo der Grund erwiesenermassen die nahestehende Mobilfunkantenne die Ursache war.

Etwa 5 Prozent der Schweizer Bevölkerung ist elektrosensibel (in anderen Ländern dürfte es ähnlich sein). Viele dieser Personen wissen nicht mehr, wo sie noch Erholung finden können, übernachten im Keller oder im Wald.

Josef Arnold, Baar