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Marcel und Natalia Kretz eröffnen ihren neuen Hofladen in Rotkreuz

Am Samstag in einer Woche eröffnet Familie Kretz in Rotkreuz ihren neuen Hofladen, wo sie ihre eigenen Produkte verkauft. Nächsten März soll dann auch noch das neu umgebaute Café in Betrieb genommen werden.
Vanessa Varisco
Marcel und Natalia Kretz beim Destillateur, welcher vor 30 Jahren eingebaut worden ist. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 5. Dezember 2018)

Marcel und Natalia Kretz beim Destillateur, welcher vor 30 Jahren eingebaut worden ist. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 5. Dezember 2018)

Nicht nur 26 Mutterkühe und Kälber hält der Landwirt Marcel Kretz, neu entsteht zurzeit auf seinem Hof bei der Bachtalen auch ein Café. Er zeigt damit, dass Landwirte heute auch innovativ werden. Und das in einem über 100-jährigen Gebäude, welches lange Zeit ungenutzt blieb und im Verlaufe der Zeit immer wieder umgebaut wurde. Bis schliesslich vor kurzem ein weiterer Umbau anstand. «Wir hatten vor einiger Zeit die Gelegenheit, die Obstanlange im Waldhof in unmittelbarer Nähe zu übernehmen», berichtet der Rotkreuzer. Diese sei so angelegt worden von den bisherigen Bewirtschaftern, dass das ganze Jahr über Früchte angeboten werden können.

Für den Bauer war schnell klar, dass dieses Gebäude in Zukunft zum Einsatz kommt und wieder belebt wird. Damit dort die Früchte verkauft werden, Spaziergänger gemütlich sitzen und Kinder sich auf dem geplanten Spielplatz austoben können. Ausserdem wird eine Kühlzelle eingebaut, wodurch das Angebot das ganze Jahr über breit gefächert sei. Denn bis anhin gab es auf dem Hof nur einen kleinen Verkaufswagen, an dem einige Früchte sowie Eier verkauft wurden.

Auch Freunde packen mit an

Gestartet mit dem Umbau wurde im September. Am Samstag in einer Woche soll nun der neue Hofladen eröffnet werden. Das zugehörige Café wird voraussichtlich erst nächsten März eingeweiht. «Die Umbauzeit war sehr intensiv», erinnert sich Kretz. Denn wegen des heissen und sonnigen Sommers war die Obsternte reichlich ausgefallen. «Hof, Umbau und Ernte konnten wir nur unter einen Hut bringen, weil wir Hilfe von Familie und Freunden hatten», schildert der Landwirt. So habe sein Bruder grösstenteils die Bauleitung übernommen und sei jeden Tag nach Feierabend auf den Hof gefahren, um zu sehen, wie sich die Baustelle tagsüber entwickelt habe. Aktuell sind Marcel Kretz und die vielen Helfer noch dabei, den Vorplatz zu betonieren und die Platten im Inneren des Gebäudes zu legen.

Die Idee für ein Hofcafé hatte seine Frau Natalia. «Während meiner Studienzeit in Polen habe ich nebenbei als Barista gearbeitet», erzählt sie. «Für sie war bald klar, dass sie irgendwann wieder etwas in der Art machen möchte», ergänzt Kretz. Mit einem Sohn und einem Kind in Erwartung müsse sie den Job allerdings idealerweise von zu Hause ausüben können.

Zwei bis drei Mal pro Woche geöffnet

Die Lage des Hofes würde sich ausserdem besonders gut eignen für ein Café – er liegt am Rande des Dorfes, gleich neben einem Stückchen Wald. «Viele Spaziergänger finden immer wieder den Weg hier hoch», weiss Natalia Kretz, «Häufig auch Familien mit Kindern».

Deshalb wird vor dem Café ein Spielplatz gebaut. Von der Strasse führt auch eine Rampe auf den entstehenden Terrassenplatz, sodass auch Kinderwägen ein Durchkommen haben. Austoben und Spielen für die Kinder sollen auch in den Wintermonaten möglich sein. Im oberen Geschoss des alten Gebäudes soll nämlich ein Aufenthaltsraum erstellt werden. Zwei bis drei Mal wöchentlich wird die Stube geöffnet sein. «Wir werden sehen, wie sich das entwickelt und anschliessend die Öffnungszeiten bei Bedarf erweitern», erwägen die beiden. Gleich neben dem Café wird abgetrennt durch eine Faltwand der Hofladen betrieben. Neben den eigenen Früchten werden dort auch hausgemachte Konfi, Sirup und Geschenkkörbe angeboten. Den Verkauf nimmt Natalia an die Hand. «Die Arbeit gefällt mir unheimlich», berichtet sie. Und nicht zuletzt soll der eigene Schnaps verkauft werden.

Denn zwischen den alten Bruchsteinmauern betreibt der Landwirt seine eigene Brennerei. Ob Kirschen, Zwetschgen, Birnen oder Äpfel – Marcel Kretz brennt die verschiedensten Früchte. «Da wir selber viel Obst zur Verfügung haben, experimentiere ich auch gerne», erklärt der Landwirt und schiebt noch ein Scheit Holz ins Feuer nach, welches unter dem Destillateur lodert.

Eine Familientradition

Vor 30 Jahren habe sein Vater jenen eingebaut, wie Marcel Kretz erzählt. Dieses Jahr wird er es unter anderem mit Äpfeln versuchen. «Ich bin gespannt, ob im Alkohol dann tatsächlich das Apfelaroma herauszuschmecken sein wird», überlegt er. Weiter profitiere er davon, die eigenen Früchte auf dem Hof zu veredeln und zu verwerten, statt sie einem Grosshandel abzugeben. «Seit langer Zeit wird in unserer Familie gebrannt – und vor kurzem hat es auch mich gepackt.» Deshalb habe er letztes Jahr einen Brennkurs belegt. Kompliziert sei die Herstellung von Schnaps nicht wirklich, nur brauche sie viel Geduld. «Wichtig ist, dass die eingelegten Früchte langsam erhitzt werden», betont der Landwirt. Dass sein Vater bereits Schnaps brannte, habe ihm zudem viel geholfen, da er so schon einiges an Vorwissen mitgebracht habe.

Die eingelegten Früchte werden in grossen Fässern gelagert und gegärt zur Vorbereitung. Anschliessend giesst Marcel Kretz die Masse in den Destillateur und brennt diese. «Die Ausbeute beläuft sich ungefähr auf drei bis fünf Prozent», erklärt er und führt aus, «ich bin fasziniert vom Schnapsbrennen». Früher habe das die Familie eher für den Eigengebrauch gemacht, mit dem Ausbau des Gebäudes könne nun der nächste Schritt in Angriff genommen werden und der Schnaps in grösserem Rahmen verkauft werden.

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