MARDERHUNDE: Niedlich, in Zug aber unerwünscht

Eine Invasion kündigt sich an: Marderhunde machen bereits den Deutschen das Leben schwer. Die kantonalen Experten sind gewarnt.

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Ein präparierter Marderhund im Amt für Jagd und Fischerei im Kanton Zug. (Werner Schelbert/Neue ZZ)

Ein präparierter Marderhund im Amt für Jagd und Fischerei im Kanton Zug. (Werner Schelbert/Neue ZZ)

Peter Ulmann zeigt sich wenig erfreut, wenn man ihn auf den Marderhund anspricht: «Er wird unsere Fauna verändern und ist keine Bereicherung unserer Artenvielfalt», sagt der Leiter des Amtes für Fischerei und Jagd. Immerhin: Bisher gab es im Kanton Zug weder eine Sichtung noch ein Nachweis seiner Spuren.

Das standortfremde Wildtier gleicht äusserlich einem Hund der Rasse Spitz, wird aber in der Natur oft auch mit dem Waschbären oder dem Dachs verwechselt. Das Tier ist 50 bis 65 Zentimeter lang und 20 bis 30 Zentimeter hoch, der Schwanz misst 15 Zentimeter. Es wiegt 8 bis 9 Kilo.

Der Neuenburger Biologe Jean-Marc Weber teilt Ulmanns Meinung: «Der Marderhund ist nicht positiv für die einheimische Tierwelt. Er ist ein neuer Konkurrent von Fuchs, Marder und Iltis und lebt auch von gefährdeten Vögeln und Amphibien.» Ausserdem sei er Träger von Krankheiten - etwa der Tollwut und des Fuchsbandwurms.

Kaum zu beobachten
Auch wenn der Marderhund in den letzten Jahren in der Schweiz nicht mehr nachgewiesen wurde, glaubt Biologe Weber, dass er bereits daran ist, unser Land zu erobern. Weil er nachtaktiv und sehr scheu ist und sich ausserdem in dichter Vegetation bewegt, sei es aber überaus schwierig, ihn zu beobachten.

Schäden und negative Folgen für die einheimische Artenvielfalt befürchtet auch Amtsleiter Ulmann und verweist auf die Bundesjagdverordnung. Danach müssen die Kantone Massnahmen treffen, damit sich Marderhunde und andere speziell bezeichnete Neozooen (Neutiere) nicht ausbreiten und vermehren.

Jürg J. Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Zuger Zeitung.