MARKT: Buchhandlungen sind im Kanton Zug rar geworden

Gelesen wird viel. doch die neuen Medien und anderes erschweren es den Buchläden zunehmend, überhaupt noch existieren zu können.

Wolfgang Holz
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Bücher, so weit das Auge reicht: ein Paradies für Leseratten - vor allem, weil man die Bücher gratis mitnehmen und behalten kann. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Bücher, so weit das Auge reicht: ein Paradies für Leseratten - vor allem, weil man die Bücher gratis mitnehmen und behalten kann. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Bücher Balmer und die Buchhandlung Schmidgasse sind die zwei einzigen klassischen Buchhandlungen, die in der Kantonshauptstadt Zug noch verblieben sind. Es bereitet vor allem den Inhabern kleinerer Läden zunehmen Sorgen. Und das nicht nur wegen günstigeren Angeboten im Internet. Denn auch in den Brockenhäusern der Frauenzentrale gibts inzwischen Bücher zuhauf. In gut erhaltenem Zustand. Für drei Franken pro Buch. In Baar stehen sogar Massen von Gratis-Büchern im Angebot. Die Rede ist von der Halle 44, dem Zuger Projekt des Vereins für Arbeitsmarktmassnahmen für Stellensuchende. In der Altgasse leitet dort Anna Merz den Bücherservice. Sprich: Sie und ihre Mitarbeiter verwalten mehrere tausend abgegebene Bücher und bieten diese täglich Interessierten an. Für Leseratten ist das ein Paradies. Schliesslich kann jeder Besucher pro Tag bis zu zehn Bücher gratis mit nach Hause nehmen.

«Unser Angebot ist sehr beliebt. Pro Woche kommen 200 bis 300 Besucher bei uns vorbei – Kinder, Erwachsene. Sie alle sind auf der Jagd nach einem Schnäppchen», berichtet Merz. Die Projektleiterin ist aber überzeugt, dass die Halle 44 nur ein «ergänzendes Angebot» auf dem Zuger Buchmarkt ist. «Neuerscheinungen und neue Bücher können und wollen wir ja nicht anbieten.»