Marschmusikmarathon der Feldmusik Allenwinden für ihre neue Uniform

Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums 2021 leistet sich die Feldmusik Allenwinden ein neues Gewand.

Vanessa Varisco
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Das Jahreskonzert gehört zu den Höhepunkten im Vereinsjahr der Feldmusik Allenwinden.

Das Jahreskonzert gehört zu den Höhepunkten im Vereinsjahr der Feldmusik Allenwinden.

Bild: Matthias Jurt
(Allenwinden, 17. Januar 2020)

Laufen und musizieren: Eigentlich gar nicht einmal abwegig. Auf einer anstrengenden Wanderung hat bestimmt jeder dann und wann schon ein Liedchen angestimmt. Aber so locker soll es beim Marschmusikmarathon, den die Feldmusik Allenwinden organisiert, nicht zu und hergehen. Der Verein hat höhere Ambitionen: Auf verschiedenen Strecken in der Länge von 1,5 bis 4 Kilometern soll ununterbrochen marschiert und musiziert werden. Pro Kilometer, welchen die Feldmusik auf dieser Runde absolviert – ohne abzusetzen– , erhält sie von Sponsoren und Gönnern einen vorher vereinbarten Betrag.

Bedingung ist allerdings, dass ununterbrochen gespielt wird, verebbt die Musik auf der Runde einmal, zählt kein Kilometer. Gesammelt wird für die neue Uniform, die sich der Verein anlässlich des 100-jährigen Bestehens 2021 anschaffen will. «Die Idee entstand, weil wir anfangs überlegten, einen Sponsorenlauf auf die Beine zu stellen», schildert Karin Ulman, die Fagott spielt. «Aber wir sind kein Sportverein, daher wichen wir auf die Marschmusik aus.» Gestartet wird morgens um 9 Uhr im Dorfkern. «Neben dem ununterbrochenen Musizieren haben wir uns die Regel auferlegt, dass pro Runde jeweils mindestens 25 Musiker unterwegs sind.»

Laufende Ablösung

Damit die Mitglieder nicht ständig unterwegs sind, werden sie in zwei Gruppen aufgeteilt. Sobald die ersten Musiker am Ende ihrer Kräfte sind und ausfallen, können die Gruppen zusammengelegt werden. «Der Zuspruch von der Gruppe war schnell gefunden», erklärt Ulman. «Denn wir wollten nicht nur um Geld bitten, sondern auch etwas dafür leisten», erläutert sie. 50 Minuten marschieren und das in Allenwinden, wo es stets auf und ab geht? Klingt ambitioniert. «Das ist es», findet Karin Ulman und lacht, «aber wir wollten eine Herausforderung.»

Ein Versuch ins Blaue wird es allerdings nicht. Bereits im Juni fand ein Probelauf statt, dort verteilte der Verein die Gönnerbriefe musizierend im Dorf. Aus dieser Erfahrung resultierte das Ziel: Am Tag, wenn es ernst gilt, soll mindestens bis in den Nachmittag hinein marschiert werden. Um ihre aktuelle Dirigent Daniele Giovanni nicht an den Rand des körperlich Erträglichen zu bringen, fragte die Feldmusik ehemalige Dirigenten an. Sie werden nun ebenfalls einige Runden lang die Leitung übernehmen.

Damit aber überhaupt pro Runde 25 Musiker unterwegs sein können, braucht es genügend Mitglieder. Dafür hat der Verein in den letzten Jahren gesorgt. «Wir haben aktiv Nachwuchsförderung betrieben», so Ulmann. Blasmusik sei bei den Jungen nicht mehr ganz so angesagt, habe man bemerkt. Aber für den Fortbestand – auch nach dem 100-Jahr-Jubiläum – sind nachrückende Mitglieder unerlässlich. Laut Ulmann ist die Anwerbung gut gelungen. Es gehöre dazu, dass sich Vereine öffnen, um lange zu bestehen, ist die Fagottistin überzeugt. «Anfangs waren in der Feldmusik beispielsweise nur Männer zugelassen.» Das hat sich geändert.

Chronik erscheint nächstes Jahr

Der Verein arbeitet derzeit seine Geschichte auf, denn nächstes Jahr soll eine Chronik erscheinen. Auch feiern will man das Jubiläum gebührend mit einem Septemberwochenende voller Musik und befreundeten Musikvereinen.

Da hatte der Verein wohl Glück, dass das Jubiläum nicht auf dieses Jahr fiel, oder? «Und wie», freut sich Ulmann und lacht erleichtert. Doch auch die Vorbereitung auf den Marschmusikmarathon habe unter der Coronapandemie gelitten. «Gönner und Sponsoren zu finden, war um einiges schwieriger.» Auch die Proben entfielen zeitweise. «Nichtsdestotrotz: Wir haben es geschafft und freuen uns, den Weg unter die Füsse zu nehmen.»

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