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MASSENENTLASSUNG: «Grosser Verlust für den Industrieplatz»

Regierungsrat Matthias Michel bedauert den Entscheid der Trumpf-Gruppe, den Standort Baar drastisch zu verkleinern. Auch ein Treffen mit der Firmenleitung konnte dies nicht abwenden.
Bernard Marks
Die Trumpf Maschinenfabrik muss in Baar 160 Stellen streichen. (Symbolbild) (Bild: Stefan Kaiser / ZZ)

Die Trumpf Maschinenfabrik muss in Baar 160 Stellen streichen. (Symbolbild) (Bild: Stefan Kaiser / ZZ)

Der Situation fehlt es nicht an Brisanz. 160 Stellen sollen bei der Trumpf Maschinen AG in Baar wegfallen. Betroffen sind die Bereiche Produktion, Verwaltung und Entwicklung und damit vor allem die Mitarbeiter aus der Produktion. Diese soll nach Grüsch im Bündnerland verlegt werden (Ausgaben von 21. und 22. Oktober). Für die Betroffenen werde ein Sozialplan ausgearbeitet, heisst es. Mit voller Wucht trifft der Entscheid der Trumpf-Konzernleitung auch das Management. Hans Marfurt, der langjährige CEO bei Trumpf in Baar, werde sich nach der Schliessung der Produktion in Baar aus der Firma zurückziehen. «Ich werde mich dann neu orientieren», sagte er unserer Zeitung.

Trotz schwieriger Zeiten gute Rendite erwirtschaftet

«Ich bedaure den angekündigten Schritt der Trumpf-Gruppe sehr», sagte dazu der Zuger Volkswirtschaftsdirektor Matthias Michel gestern auf Anfrage. Für die vielen Betroffenen, zum Teil langjährige Mitarbeitende, sei dies eine Hiobsbotschaft. Auch für die Zuger Regierung kam die Ankündigung der Massenentlassung überraschend. So gab es bisher keine Anzeichen in diese Richtung – umso weniger, weil der Konzern trotz schwieriger Zeiten eine vergleichsweise gute Rendite erwirtschaftet hatte. «Auch für den Industrieplatz Zug ist dies ein grosser Verlust», sagte Michel. Ohne zu zögern, habe er sich deshalb am vergangenen Freitag persönlich mit der Konzernleitung in Grüsch getroffen. Leider mit wenig Erfolg. Zwar erhielt der Volkswirtschaftsdirektor Informationen über die Hintergründe, doch abwenden konnte er den Entscheid nicht mehr.

«Wichtig für mich war, zu erkennen, dass es nicht einfach ein ‹Problem Baar› gab, sondern dass ein Handlungsbedarf im gesamten Konzern eruiert wurde, nämlich Überkapazitäten», erläuterte Michel. Auch sei die Schliessung des Produktionsstandorts in Baar nicht von Anfang an vorgegeben gewesen, sondern stand am Ende eines Beurteilungsprozesses mit diversen Lösungsansätzen. «Es ist natürlich bitter, dass es den Zuger Standort trifft, da wir überzeugt sind, dass die Trumpf AG in Baar gut gearbeitet hat, für uns auch ein wichtiger Lehrbetrieb ist», sagte Michel.

Das Treffen machte zudem klar, dass der angekündigte Entscheid betriebliche Hintergründe und nichts mit den Standortbedingungen im Kanton Zug zu tun habe. «Insofern können wir direkt nichts vorkehren, was die Grundlagen dieses Entscheides oder denselben grundsätzlich verändern würde», sagte Michel. Es ist zu beachten, dass jetzt die vom Gesetz bei Massenentlassungen vorgesehene Konsultationsphase läuft, die aufgrund von Vorschlägen der Mitarbeitenden noch Anpassungen zur Folge haben kann. Erst anschliessend darf die Unternehmensleitung definitiv entscheiden.

Fokus auf die Wiedereingliederung

Das Gespräch war trotz der beschränkten Einflussmöglichkeiten für die Zuger Regierung wichtig. «Erstens haben wir damit demonstriert, dass für uns solche Entscheide öffentlich relevant sind und wir auf die Vorgehensweise der Unternehmensleitung achten. Zweitens bestärkten wir die guten Standortbedingungen für den in Baar verbleibenden Teil der Trumpf AG», erklärte Michel. Wichtig sei nun die Abfederung von negativen Auswirkungen mit Fokus auf die Wiederintegration in den Arbeitsmarkt sowie den grosszügigen Sozialplan. Auch sei es wichtig, dass die Lernenden ihre Lehre innerhalb der Branche im Kanton weiterführen können. «Ich zähle auch darauf, dass der vielfältige Zuger Arbeitsmarkt funktioniert», sagte Michel.

Bernard Marks

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